Hot Pants und Heckmotoren: Alpine A310 V6 trifft im AutoQuartett auf den Porsche 911 SC
In der aktuellen Folge des Podcast „AutoQuartett“ spielt das Schicksal den Hosts Ulf Schulz und Tom Schwede zwei interessante Sportwagen der 1970er-Jahre zu. Ulf tritt mit einem Porsche 911 SC von 1978 an, während Tom die Alpine A310 ins Duell wirft.
Die 1970er-Jahre hatten ein Faible für starke Kontraste. Während auf den Straßen immer mehr neue Sportwagen mit futuristischen Linien auftauchten, sorgten in der Mode Hot Pants für Aufsehen. Auch im Automobilbau begann eine neue Ära: 1971 präsentierte Renault mit der Alpine A310 den Nachfolger der legendären A110. Beide Modelle wurden zunächst parallel gebaut – mit überschaubaren Stückzahlen. Doch die A310 war mehr als nur eine Weiterentwicklung. Sie markierte einen Richtungswechsel.
Denn mit der größeren Alpine verabschiedete sich der Sportwagenbauer vom Ärmelkanal vom Anspruch, kompromisslose Rallye-Sportler anzubieten. Die neue größere Alpine A310 verstand sich eher als komfortabler Gran Turismo. Der Radstand wuchs auf 2,27 Meter, im Innenraum hielten Velours, elektrische Fensterheber und sogar zwei kleine Rücksitze Einzug. Gleichzeitig sorgte die futuristische Karosserie mit ihren sechs hinter Plexiglas versteckten Scheinwerfern für einen Auftritt, der an eine UFO-Landung erinnerte.
Technisch blieb Alpine zunächst bodenständig: Ein 1,6-Liter-Vierzylinder aus dem Renault 16 TS trieb die A310 an. Mit Einspritzanlage leistete er ab 1973 bis zu 124 PS. Der entscheidende Schritt kam jedoch 1977, als Renault die A110 einstellte und der A310 erstmals einen Sechszylinder spendierte. Der 2,7-Liter-V6 aus Leichtmetall leistete 150 PS und machte den französischen Sportwagen endgültig zum ernsthaften Gran Turismo. Äußerlich bezeugten breitere Kotflügel und nur noch vier statt sechs Scheinwerfer die Ankunft der neuen Version.
Kann Ulf mit dem Porsche 911 SC dagegenhalten?
Während Alpine den Schritt zum komfortablen Gran Turismo wagte, befand sich auch Porsche in einer Phase des Übergangs. Der Porsche 911 SC, den Ulf Schulz in dieser Folge im Podcast AutoQuartett ins Rennen schickt, entstand in einer Zeit, in der die Zukunft des klassischen 911 keineswegs gesichert war. Denn Mitte der siebziger Jahre glaubte das Management in Stuttgart, dass die Tage des luftgekühlten Heckmotor-Sportwagens gezählt seien.

Mit dem technisch modernen Porsche 928 präsentierte der schwäbische Autobauer 1977 einen frontmotorisierten Gran Turismo mit Transaxle-Bauweise. Intern galt er als der Wagen, der den 911 mittelfristig ersetzen sollte. 1982 sollte der 911 auslaufen. Und der 1978 eingeführte 911 SC – das Kürzel stand für „Super Carrera“ – sollte den Schlussakkord geben. Er war eine nochmals verbesserte Version des klassischen Konzepts, bevor eine neue Porsche-Ära beginnen sollte.
Dazu trat der SC mit einem auf drei Liter vergrößerten Sechszylinder-Boxermotor an, der zunächst 180 PS leistete und seine Kraft über ein Fünfganggetriebe an die Hinterräder schickte. Fahrwerk, Bremsen und Verarbeitung galten als deutlich verbessert gegenüber den unmittelbaren Vorgängern. Der 911 SC war dank ihnen zugleich robuster, alltagstauglicher und schneller. Mit diesen Eigenschaften sicherte er sich rasch eine treue Fangemeinde und sorgte so dafür, dass der 911 schließlich doch nicht auslaufen sollte.
Der Wendepunkt kam, als der Deutsch-Amerikaner Peter W. Schutz im Januar 1981 von Ernst Fuhrmann den Vorstandsvorsitz bei Porsche übernahm. Der in Berlin geborene und in den USA aufgewachsene Manager erkannte das emotionale Potenzial des Modells. So stoppte Schutz die internen Pläne, den Elfer auslaufen zu lassen. Damit wurde aus dem vermeintlichen Abschiedsmodell Porsche 911 SC rückblickend der Rettungsanker für das Traditionskonzept.
Hört selbst, wie das Duell ausging!
Im Podcast AutoQuartett übernimmt Radiomoderator Ulf Schulz die Rolle des Porsche-Anwalts, während unser AutoNative Tom Schwede mit der Alpine antritt. Wer von beiden am Ende die besseren Karten hat – der deutsche Klassiker oder der französische Außenseiter – klärt die neue Folge. Und eines ist sicher: So unterschiedlich wie Hot Pants und Designer-Röcke der Siebziger ist auch dieses Duell. Denn hier interpretieren zwei Sportwagen das sportliche Reisen jeweils auf ihre Art.
Aber hört selbst: AutoQuartett bei Apple Podcasts oder Spotify.
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