Seit inzwischen mehr als 30 Jahren steuere ich motorisierte Kraftfahrzeuge. Seit 2007 blogge ich hier im Auto-Blog für Auto-Natives über Autos. Trotzdem gibt es auch für mich von Zeit zu Zeit noch Premieren. Meine Testfahrt mit dem Audi A3 Cabriolet design 2.0 TDI war so ein Fall. Denn ich war vorher tatsächlich noch nie in einem Cabrio mit Dieselmotor unterwegs.

Es ist noch gar nicht so lange her, da war es undenkbar, dass in einem Cabrio ein Dieselmotor seinen Dienst verrichtet. Dabei spielten die Vorurteile gegenüber dem von Rudolph Diesel ersonnenen Verbrennungsprinzip eine wichtige Rolle. Denn Selbstzünder galten als zu laut, um in einem offenen Auto zu Einsatz zu kommen. Der als „Diesel-Nageln“ bezeichnete Klangteppich stand im Widerspruch zu dem Komfortbedürfnis der Cabrio-Kunden.

Doch das ist längst Vergangenheit!

Mit der Direkteinspritzung begann der Diesel vor rund 30 Jahren einen bemerkenswerten Aufstieg. Moderne Diesel begeistern mit guter Fahrbarkeit und einem geringen Verbrauch. Dank spezieller Dämmmaßnahmen, die über die Montage einer schnöden Schallschutzhaube weit hinausgehen, haben die Ingenieure inzwischen auch die Geräuschentwicklung der Selbstzünder im Griff.

Deshalb gab es irgendwann – ich meine, als Erster wagte es Renault – den Diesel auch ganz im Cabrio. Obwohl ich mich hier im Auto-Blog für echte Auto-Natives ja immer wieder als Diesel-Fan oute, wirkt das auf mich immer noch etwas befremdlich. Was der Bauer nicht kennt, das mag er nicht – so heißt es in meiner Heimat Schleswig-Holstein. Deshalb wurde es höchste Zeit, einmal ein Cabrio mit Dieselmotor auszuprobieren.

Unterwegs im Audi A3 Cabriolet design 2.0 TDI

Für diese Erkundungstour stand mir ein Audi A3 Cabriolet design 2.0 TDI zur Verfügung. Den Antrieb des offenen A3 übernimmt der bekannte zwei Liter große Vierzylinder mit Abgasturbolader. 150 PS stehen zwischen 3.500 und 4.000 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung. Das maximale Drehmoment liegt bei 340 Newtonmetern. Der Vierzylinder ruft es diese Kraft zwischen 1.750 und 3.000 Umdrehungen pro Minute ab.

Audi A3 Cabriolet design 2.0 TDI
Ja, da ist ein Diesel unter der Motorhaube!

Audi hat den seit 2012 angebotenen Audi A3 kürzlich einer Modellpflege unterzogen. Neu an Bord ist unter anderem das virtuelle Cockpit, das Leser unseres Blogs bereits aus dem Audi TT kennen. Dank seiner großen Helligkeit funktioniert das auch im offenen Cabrio ohne Probleme. Neu ist zudem, dass die optisch überarbeiteten Scheinwerfer jetzt serienmäßig Xenon-Scheinwerfer sind. Halogen-Lampen gehören im Audi A3 der Vergangenheit an.

Ich bin eigentlich kein Offen-Fahrer

Den Motor kenne ich schon von vielen anderen Gelegenheiten. Daher kann ich mich beim Text zum Antrieb kurzhalten. Denn schließlich will ich in den Mittelpunkt dieses Fahrberichts nur die Frage stellen, ob Diesel und Cabrio zusammenpassen. Bei meiner Testfahrt habe ich Glück. Denn in diesem verregneten Sommer erwische ich einen der wenigen trockenen Sonnentage. So kann ich mit geöffnetem Verdeck auf Probefahrt gehen.

Zugegeben, das offene Fahren ist eigentlich nicht meine Welt. In meinen Augen gehört zum Auto ein festes Dach. Anders als Christian, der zum Auto-Blog für Auto-Natives Blog regelmäßig Fotos beisteuert, bevorzuge ich ein Blechdach. Christian dagegen ist ein überzeugter Offenfahrer und lässt das Verdeck seines Roadsters selbst bei leichtem Regen offen. Insofern sorgt ein gewisser sozialer Druck dafür, dass ich diese Testfahrt auf jeden Fall offen absolviere.

It’s no better live, then a cabrio drive?

Zum Glück lacht die Sonne vom Himmel, als ich mit dem Audi A3 Cabriolet design 2.0 TDI aufbreche. Schon auf den ersten Metern fällt mir auf, wie ruhig das vonstatten geht. Natürlich, da ist ein Motorgeräusch. Doch der Sound des Motors tritt bereits bei geringem Tempo hinter die Windgeräusche zurück. Wobei ich eine interessante Beobachtung mache. Denn ich höre den Wind, aber ich spüre ihn eigentlich nicht.

Selbst ohne hochgeklapptes Windschott geht es im Innenraum des Audi A3 Cabriolet nicht besonders stürmisch zu. Zumindest solange sich die Geschwindigkeiten maximal im Bereich der Autobahnrichtgeschwindigkeit bewegen. Offensichtlich ist es den Entwicklern gelungen, die Luft weitestgehend um den Innenraum herumzuführen. Selbst nach einem längeren Ausflug mit dem A3 Cabrio ist meine Frisur – trotz der eigentlich zu langen Haare – nicht in Unordnung geraten.

Tom und das Audi A3 Cabriolet design 2.0 TDI
Am Ende ist das Fazit einfach: It’s no better live, then a cabrio drive!

Stattdessen lerne ich, meine Umgebung anders wahrzunehmen. Auf der Autobahn erschrecke ich, wie laut ein langsam über die A9 kriechender Lastkraftwagen sein kann. Ihr Sound erinnert mich an die Zweitakt-Dieselmotoren von Krupp und ihr charakteristisches „Kropp-kropp-kropp“. Wenn ich mit einem festen Dach unterwegs bin, bekomme ich davon gar nichts mit. Hier und jetzt, unterwegs im offenen A3, dringt das alles ungefiltert an mein Ohr.

Das Audi A3 Cabriolet design 2.0 TDI entschleunigt

Die Umgebungsgeräusche übertünchen die vom Audi beigesteuerten Bestandteile der Klangkulisse völlig. So sehr ich mich auch bemühe, vom Diesel im Audi ist nichts zu hören. Ich begreife, warum das Fahren eines Cabrios die Perspektive verändert. Da Cabrio-Fahrer, zumindest mit einem Audi A3 Cabriolet design 2.0 TDI, selbst kaum Lärm produzieren, gehören sie zu den Guten. Denn der Lärm, den ich wahrnehme, kommt von Anderen, stammt von keuchenden Lastern oder von Rasern.

In diese Verlegenheit kommt der Cabrio-Fahrer nicht. Denn das offene Fahren entschleunigt. Oberhalb von Tempo 130 nehmen die Windgeräusche stark zu. Das senkt den Hang zum Gasfuß. Langsam begreife ich, warum Cabrio-Fahrer ihre Autos mit Aufklebern wie „It’s no better live, then a cabrio drive“ bestücken. Und muss zugeben, das moderne Hightech-Diesel wie der TDI von Audi auch in einem offenen Auto eine ausgesprochen gute Figur machen.


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Tom unterwegs im Audi A3 Cabriolet design 2.0 TDI

Foto: Tobias Sagmeister, Audi

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Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

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