Auto- und Motorsport-Lexikon

Flaminio Bertoni – Auto-Glossar

Der gelernte Architekt Flaminio Bertoni (* 10. Januar 1903; † 7. Februar 1964) war mehr als 30 Jahre Design-Chef bei Citroën. Nach dem Diplom an der Technischen Hochschule in Varese arbeite Bertoni zunächst für den Karosseriebauer Carrozzeria Macchi und wechselte 1932 zu Citroën. Dort prägte der Italiener mehr als 30 Jahre das Design des französischen Autobauers.

Dabei schuf Bertoni Stilikonen wie den Citroën Traction Avant (1934), den Citroën 2CV (1948), die Citroën DS (1955 als Limousine und 1961 als Cabriolet) sowie den Citroën Ami 6 (1961). Wobei besonders das stromlinienförmige Design der historischen DS bis heute als automobiles Kunstwerk gilt. Interessanterweise bezeichnete der Designer selbst die Gestaltung des Citroën Ami 6 als sein Meisterstück.

Würdigung von Flaminio Bertoni 2012 auf einer Oldtimer-Messe in Paris.
Würdigung von Flaminio Bertoni 2012 auf einer Oldtimer-Messe in Paris. (Foto: Citroën)

Beim Entwurf des „Toute Petite Voiture“, zu deutsch ganz kleines Auto, stellte Technikdirektor und Konstrukteur André Lefèbvre 1939 konsequent einen hohen Nutzwert und geringe Produktionskosten in den Mittelpunkt. Das Design spielte keine Rolle, was Flaminio Bertoni anders sah. Der Italiener begann deshalb parallel zu Lefèbvre ungefragt mit der Gestaltung einer ansprechenden Karosserie. Als schließlich nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem TPV die Ente wurde, setzte Citroën auf das Design des Italieners.

Citroën DS als Ikone des Schaffens von Flaminio Bertoni

Unsterblich wurde Flaminio Bertoni mit der Citroën DS. Denn mit ihrer äußeren Form schuf Bertoni eine bis heute zeitlose Karosserie. In Verbindung mit ihrem zentralen hydraulischen System für Federung (Hydropneumatik), Schaltung, Lenk- und Bremsunterstützung wurde die DS zur Technik- und Designikone. Doch bei aller Begeisterung für Technik, es ist zunächst die Karosserie, die die Göttin bei der Premiere 1955 von allen ihren Konkurrenzen abhob.

Trotz seiner Arbeit für Citroën fand der Designer immer wieder Zeit, um auch in seinem ursprünglichen Beruf sowie als Bildhauer zu arbeiten. 1956 baute Flaminio Bertoni in St. Louis, Missouri (USA) eine Wohnanlage mit 1.000 Einfamilienhäusern. Zudem nahm der Bildhauer Bertoni mit seinen Werken immer wieder an Ausstellungen teil.

Mehr zum Leben und Wirken von Flaminio Bertoni beschreibt das Buch „Bertoni – Ein Leben für die Form“. Leonardo Bertoni und Stéphane Bonutto würdigen in ihrem Buch das gesamte Wirken des Künstlers.

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Als Kind der 1970er-Jahre hatte Tom das große Vergnügen, in einem ausgesprochen automobilen Umfeld aufzuwachsen. Das war der optimale Nährboden, um heute über Autos zu schreiben und regelmäßig am Mikrofon über Autos zu sprechen. Denn Tom Schwede moderiert seit 2010 bei großen Oldtimer- und Klassik-Veranstaltungen in Deutschland. So ist Tom unter anderem bei den Classic Days auf Schloß Dyck oder dem 1.000 Kilometer-Rennen am Nürburgring zu hören.