Zum Großen Preis von Europa stellen wir in der Serie „Formel-1-Legenden“ Manfred Winkelhock vor. Der Schwabe sorgte 1980 mit einen mehrfachen Salto am Steuer seines Formel-2-Autos auf der Nordschleife für Schlagzeilen. Zwischen 1982 und 1985 bestritt er für die Teams von ATS, Brabham und RAM insgesamt 47 Grand Prix.

Anfang 1976 gab VW die Einführung eines neuen Markenpokals bekannt. Mit dem „VW-Junior-Cup“sollte der neue 110 PS starken Scirocco bekannt gemacht werden. Der 1951 in Waiblingen geborene Schwabe Winkelhock konnte dieser Versuchung nicht widerstehen. Er siegte im ersten Rennen und sicherte sich am Ende der Saison auch den Meistertitel.

Aufstieg in die Deutsche Rennsportmeisterschaft

Im Anschluß verpflichtete BMW ihn für das frisch gegründete BMW-Junior-Team. Dieses legendäre Nachwuchsprojekt führte Winkelhock in seinem zweiten Motorsportjahr in die Deutsche Rennsportmeisterschaft (DRM). In der damals wichtigsten Tourenwagen-Serie der Welt schlug er wie eine Bombe ein. Mit einem Sieg belegte Winkelhock am Saisonende den dritten Platz in der Gesamtwertung. Seine Teamkollegen Marc Surer und  Eddie Cheever schlug er deutlich. Von 1978 bis 1980 fuhr Winkelhock auch in der Formel-2-Europameisterschaft. Zu den ganz großen Formel-2-Erfolgen sollte es leider nicht reichen.

Im Sommer 1980 wurde Winkelhocks Sohn Markus geboren, der an diesem Wochenende beim Großen Preis von Europa sein Debüt als Formel-1-Rennfahrer feiern wird. Kurze Zeit später wechselte der junge Familienvater Manfred Winkelhock mit Hilfe seiner Sponsoren zurück in die DRM. Am Steuer eines rund 750 PS starken Porsche 935 zeigte er sofort, dass die fehlenden Formel-2-Erfolge vielleicht doch nicht am Fahrer gelegen hatten.

Zu diesem Zeitpunkt verfügten die DRM-Autos dank ihrer Turbomotoren über extrem viel Leistung. Mit ihren großen Flügeln bewegten sich ihre Rundenzeiten auf vielen Strecken auf dem Niveau damaliger Formel-1-Autos. Für Winkelhock war diese Entwicklung eine große Chance, um auf sich aufmerksam zu machen. Noch im selben Jahr bekam er seine erste Formel-1-Chance. Als Ersatz für Jochen Mass scheiterte er jedoch in Imola an der Qualifikationshürde.

Aufstieg in die Formel 1

Trotzdem verlor der Schwabe die Formel-1 nicht aus den Augen. 1982 sollte es endlich klappen. Winkelhock wurde Formel-1-Pilot. 1982 bis 1984 fuhr er für das deutsche Team ATS. Auf Fahrerstecken wie in Monaco beeindruckte er mit sehr guten Trainingsleistungen. Doch die Technik seines ATS lies ihn häufig im Stich. Ende 1984 kam es zum Streit mit dem ATS-Teamchef Günter Schmid. Winkelhock wechselte für ein Rennen zum Brabham-Team von Bernie Ecclestone.

1985 startete er für das englische RAM-Formel-1-Team. Außerdem bestritt Winkelhock Rennen zur Sportwagen-Weltmeisterschaft. Beim „Budweiser 1000 km“im kanadischen Mosport verunglückte Winkelhock schwer. Er starb einen Tag später an den Folgen des Unfalls.

Als perfekter Allrounder, der in jedem Rennwagen schnell war, nimmt Manfred Winkelhock einen festen Platz in den Geschichtsbüchern des Motorsports ein. Mit seiner freundlichen, gewinnenden Art und seinem Kampfgeist konnte er die Fans an den Strecken unglaublich begeistern.


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
BMW M1 Procar von 1979 mit der Werbelackierung Kreistelefonbuch. Mit diesem BMW M1 startete Manfred Winkelhock in der legendären Procar-Serie.

BMW M1 Procar von 1979 mit der Werbelackierung Kreistelefonbuch. Mit diesem BMW M1 startete Manfred Winkelhock in der legendären Procar-Serie.

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