Den zweiten Teil unserer Serie „Autonamen aus der Hölle“ widmen wir Mazda. Denn dort hieß von 1999 bis 2006 der Kleinwagen Mazda LaPuta so, wie Spanier eine Prostituierte nennen.

Von Zeit zu Zeit erinnern wir hier im Blog über Autos mit einem – vorsichtig formuliert – unglücklichen Namen. Japan ist für Verirrungen bei der Namenswahl offensichtlich ein besonders „gutes“ Pflaster. Denn auf der Suche nach missratenen Autonamen fanden wir im Land der aufgehenden Sonne gleich zahlreiche Beispiele. 1999 leistete sich beispielsweise Mazda bei der Benennung eines neuen Fahrzeugs einen echten Fauxpas. Wie schon bei der Toyota-Tochter Daihatsu traf es dabei einen Kleinwagen der Kei-Car-Klasse.

Mazda LaPuta Frontansicht
Der Mazda LaPuta – hier in der Turbo-Version – von vorne (Foto: Toyotacoronaexsaloon / Wikimedia / CC BY-SA 4.0)

Doch der Reihe nach, Der Autobauer aus Hiroshima übernahm damals von Suzuki einen kleinen SUV. Mit einem neuen Marken-Logo sollte aus dem Suzuki Kei ein Mazda werden. Badge-Engineering nennt die Autoindustrie das. Bei der Suche nach einem Namen griff die Marketing-Abteilung ins Bücherregal. Irgendwer fand dort den Roman Gullivers Reisen von Jonathan Swift. Der Roman hätte viele gute Namen bieten können. Doch bei Mazda stieg ausgerechnet die fiktive Insel Laputa zum Namensgeber auf.

Bei Mazda gab es kein Spanisch-Lexikon!

Und so nahm das Unglück seinen Lauf. Im Roman schwebt die Insel dank eines Diamant-Magneten sowie magischer Kräfte über einer anderen Insel. Das galt beim Debüt des Romans als Satire auf die Herrschaft Großbritanniens über Irland. Keine Ahnung, ob auch die Marketing-Mitarbeiter politisch dachten. Kurz vor der Vorstellung des umgelagerten Kleinwagens baute Ford seinen Anteil an Mazda auf 33,8 Prozent aus. Das gefiel damals bei Mazda nicht jedem. Deshalb wäre durchaus denkbar, dass die Verantwortlichen sich deshalb für den Namen LaPuta entschieden.

Mazda LaPuta Heckansicht
Das Heck des Mazda LaPuta (Foto: Toyotacoronaexsaloon / Wikimedia / CC BY-SA 4.0)

Roman-Autor Swift wählte den Namen Anfang des 18. Jahrhunderts sicherlich ohne Kenntnis davon zu haben, was er im Spanischen bedeutet. Bei Mazda war es offenbar genauso. Im Marketing des Autobauers registrierte niemand, dass „La Puta“ im Spanischen „Die Hure“ heißt. Das Publikum war schneller. Schon kurz nach der Premiere führte die Entscheidung für den Namen in Japan zu einigem Spot. Kein Wunder, dass sich Mazda beim Modellwechsel 2006 für einen neuen Namen entschied. Aus dem LaPuta wurde der Spiano.

Technische Daten des Mazda LaPuta

  • 658 ccm großer Reihendreizylinder – wahlweise mit Abgasturbolader
  • vier Ventile pro Zylinder
  • 54 PS Leistung bei 6.500 Umdrehungen pro Minute (Saugversion), 64 PS bei 6.500 Umdrehungen pro Minuten (Turboversion)
  • 63 Newtonmeter maximales Drehmoment bei 4.000 Umdrehungen pro Minute (Sauperversion), 106 Newtonmeter maximales Drehmoment bei 3.500 Umdrehungen pro Minuten
  • Frontantrieb – wahlweise Allradantrieb
  • 5-Gang-Schaltgetriebe – wahlweise Automatik
  • Länge 3.395 Millimeter, Breite 1.475 Millimeter, Höhe 1.545 Millimeter
  • Radstand 2.360 Millimeter
  • Leergewicht 770 Kilogramm
  • Gebaut vom 1999 bis zum April 2006, Vertrieb nur in Japan

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