Wie ein MG Metro 6R4 zum 4R2 wurde!

Er war laut, wild und am Ende zu viel des Guten: Der MG Metro 6R4 steht sinnbildlich für die goldene, aber auch gefährliche Ära der Gruppe B. Sie endete 1986. Drei Jahre später schuf der Schotte Murray Grierson einen MG Metro mit Heckantrieb und Formel 2-Motor.

29. Juli 2025 3 Minuten Lesezeit
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MG Metro 6R4 mit Zweiradantrieb
Ein MG Metro 6R4 mit bewegter Geschichte: Vom unrentablen Gruppe-B-Renner zum historischen Rallyefahrzeug, das Murray Grierson mit einem Formel 2-Motor von Brian Hart aufbaute und fuhr. (Foto: Hampson Auctions)

Zum Motorsport der 1980er-Jahre gehört die Gruppe B, die die Rallye-Weltmeisterschaft auf ein neues Niveau hob. Doch bei aller Begeisterung für die Boliden dieser Ära – die Gruppe B war gefährlich und für ihre Teilnehmer ein Zuschussgeschäft. Denn die für die Homologation notwendigen 200 Exemplare standen bei den meisten Herstellern praktisch unverkäuflich auf dem Hof herum. Es ist schon eine Ironie der Geschichte, dass damals die Kunden nur den Ferrari 288 GTO und den Porsche 959 ihren Herstellern aus den Händen rissen. Denn beide kamen in der Rallye-WM nie zum Einsatz.

Die zivilen Varianten der Gruppe B waren praktisch unverkäuflich!

Der letzte Lancia 037 fand erst 1989 einen Käufer. Auch der Peugeot 205 T16, der Ford RS200 und der Audi Sport Quattro waren Ladenhüter, die nur mit großen Nachlässen Kunden fanden. Diese Einschätzung trifft auch für den MG Metro 6R4 (für 6-Zylinder, Rallye, Allradantrieb) zu. Wobei im Fall des Briten sicher auch eine Rolle spielte, dass dieser erst Ende 1985 einsatzbereit war. So blieb dem MG Metro nur eine Saison, um für Aufmerksamkeit zu sorgen. Und das gelang angesichts der Überlegenheit der Lancia und Peugeot nicht. Der MG Metro 6R4 fuhr 1986 hinterher.

Insofern überrascht es nicht, dass auch die Rover Group, wie sich die MG-Mutter British Leyland ab 1986 nannte, auf den restlichen Exemplaren des MG Metro 6R4 lange sitzen blieb. So war die Bereitschaft groß, Fahrzeuge oder Teile auch für unorthodoxe Projekte zur Verfügung zu stellen. 1989 erwarb der schottische Rallyefahrer Murray Grierson eine 6R4-Karosserie ohne Antrieb. Grierson rüstete dieses Fahrzeug mit einem Ford-Motor aus. Zum Einsatz kam der Aluminium-Motor, der auch den Ford RS200 antrieb. Allerdings verzichtete Grierson bei seinem Ford BDT auf einen Turbolader.

Auf den Ford BDT folgte ein Hart 420R!

Später tauschte Grierson den Ford BDT gegen einen auf 2,5 Liter aufgebohrten Hart 420R aus der Formel 2 aus. Das ist der Motor, der 1980 Brian Henton und Toleman zur Formel-2-Europameisterschaft verhalf. Im MG Metro floss die Kraft des Vierzylinders über ein verstärktes Hewland-FGC-Getriebe und die Hinterräder auf die Straße. Mit dem Umbau wurde aus dem MG Metro 6R4 streng genommen ein 4R2. Murray Grierson setzte ihn bis 1993 mit dem Kennzeichen „Q777 RDS“ in der Schottischen Rallyemeisterschaft ein. Dort langte es schon 1989 zum dritten Platz in der Gesamtwertung.

1993 stieg Murray Grierson auf einen Subaru Legacy um. Vom MG Metro trennte sich der Rallyefahrer erst im neuen Jahrtausend. Im Internet gibt es Fotos, die wohl 2010 bei der ersten Restaurierung des Fahrzeugs entstanden. 2023 folgte eine weitere Restauration. Dabei erhielt der ehemalige Rennwagen eine Zulassung für den Einsatz bei historischen Rallye-Veranstaltungen. Im April 2024 versteigerte Bonhams den MG Metro für 72.899 britische Pfund (inklusive Aufgeld). Am letzten Wochenende kam „Q777 RDS“ bei Hampson Auctions erneut zur Versteigerung.

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