Kinder, wie die Zeit vergeht. Wahrscheinlich gehört diese Erkenntnis zum Älterwerden irgendwie dazu. Plötzlich sind 30 Jahre um! Und Du kannst Dich erinnern, als ob es gestern gewesen ist. Der endgültige Abschied von Niki Lauda aus der Formel 1 ist so ein Fall. Der Österreicher ging heute vor 30 Jahren beim Großen Preis von Australien das letzte Mal bei einem Rennen der Königsklasse des Motorsports an den Start.

Anschließend lehnte Lauda ein Angebot des damaligen Brabham-Teamchefs Bernie Ecclestone für die Saison 1986 ab und verabschiedete sich in den Unruhestand. Zunächst als erfolgreicher Luftfahrt-Unternehmer, der zwei Fluglinien gründete. Heute als Teilhaber und Aufsichtsratschef des Mercedes-Formel-1-Teams. Dazu muntert der Österreicher regelmäßig die Formel-1-Übertragungen von RTL mit seiner teilweise recht eigensinnigen Sicht auf das Formel-1-Geschehen auf. Sieht nicht aus, als ob Niki Lauda an Langeweile leidet.

Trotzdem ist Lauda natürlich hauptsächlich als großartiger Sportler in Erinnerung geblieben. Nach Anfängen im Mini und der Formel V kämpfte sich Niki Lauda bereits mit 22 Jahren in die Formel 1 vor. Den Aufstieg finanzierte der waagemutige Pilot teilweise mit Bankkrediten. Dazu bestritt Lauda regelmäßig Rennen mit Tourenwagen, um sich das Geld für den teuren Formel-Sport zu verdienen. Damals gaben BMW und Ford ihre Autos gern Nachwuchsfahrer, um diese mit der Gage bei der weiteren Karriereplanung zu unterstützen.

Tamara Ecclestone, Arturo Merzario, Niki Lauda und Bernie Ecclestone im Grid. (Foto: Porsche)
Tamara Ecclestone, Arturo Merzario, Niki Lauda und Bernie Ecclestone im Grid. (Foto: Porsche)

Nach Stationen bei March und B.R.M. – in beiden Fällen bezahlte Lauda für sein Cockpit – wechselte der Österreicher 1974 zu Ferrari. Enzo Ferrari hatte gefallen, wie Lauda im B.R.M. beim Großen Preis von Monaco Ferraris Top-Star Jacky Ickx auf Distanz hielt. Schon im ersten Jahr bei den Italienern konnte Niki Lauda in Spanien seinen ersten Grand Prix gewinnen. In den Niederlanden wiederholte der Österreicher diesen Erfolg.

1975 gewann Lauda fünf weitere Rennen und sicherte sich damit den WM-Titel. Ein Jahr später sah viel nach einer Titelverteidigung aus. Bis Lauda beim Großen Preis von Deutschland verunglückte und sich schwere Brandverletzungen zuzog. Trotz eines unfassbaren Comebacks, das auch einen Grundschüler in Kiel zum Fan des Rennfahrers Lauda machte, verlor Niki Lauda den Titel 1976 an James Hunt. Der Spielfilm Rush dokumentiert diese Zeit.

1977 gewann Niki Lauda seinen zweiten Titel für Ferrari.

Doch nach Differenzen mit Enzo Ferrari wechselte Lauda trotzdem zur Saison 1978 zu Brabham. Dort gewann Lauda mit dem legendären Staubsauger Brabham BT46B den Großen Preis von Schweden. Doch gegen die überlegenen Lotus war Lauda am Ende chancenlos. Mit einem vierten Platz in der Fahrer-Weltmeisterschaft blieb Lauda (vermutlich) hinter den eigenen Erwartungen zurück. Und so verlor der Rennfahrer zunehmend die Lust an seinem Job. Beim Großen Preis von Kanada 1979 trat Niki Lauda schließlich während des Trainings zurück. Legendär seine Begründung: „Ich will nicht mehr im Kreis fahren.“

Doch die Gründung seiner Fluglinie Air Lauda kostete mehr Geld als erwartet. So kehrte der Österreicher nach 2 ½ Jahren ins Cockpit zurück. Ab 1982 trat Lauda für McLaren an. Dort hatte John Barnard als erster Formel-1-Konstrukteur ein Kohlefaser-Chassis auf die Räder gestellt. Das Plus an Sicherheit und der gutdotierte Vertrag überzeugten Lauda davon, ein Comeback zu wagen. Und obwohl sich die Formel während der Abwesenheit des Ex-Weltmeisters stark verändert hatte, war Lauda als Fahrer sofort wieder konkurrenzfähig.

Als McLaren dann noch den von Porsche konstruierten TAG-Turbo-Motor ins Heck schraubte, gab es endgültig kein Halten mehr. 1984 sicherte sich Niki Lauda seinen dritten WM-Titel, obwohl – auf eine Runde – sein Teamkollege Alain Prost zu dieser Zeit wohl der schnellere Pilot war. Spätestens mit diesem Titel machte sich Niki Lauda als Sportler unsterblich. Es folgte noch ein weiteres Jahr in der Königsklasse. Doch das wirkte, als ob Lauda seinen Vertrag absaß. Einem Sieg in Zandvoort standen elf Ausfälle gegenüber. So auch bei seinem letzten Start in der Formel 1, als Lauda mit einem Reifenschaden ausfiel.


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Niki Lauda im McLaren TAG-Porsche

Foto: Porsche

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Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

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