Wollen Sie 2.500 Kilometer durch fünf europäische Länder mit unserem Subaru BRZ fahren? Ich sagte sofort zu und stellte ich mich der Herausforderung der Subaru BRZ Challenge #BRZonTour.

Mit Subaru verbinden AutoNatives meist sofort Allradantrieb und Boxermotoren. Damit spricht der japanische Autobauer besonders Leute an, die wie Jäger oder Bauingenieure abseits befestigter Wege ihr Auto fahren. Auch Alpen-Bewohner greifen gerne zu den Autos mit den sieben Sternen im Logo. Doch mit dem Sportcoupé BRZ es gibt einen „Ausreißer“ im Subaru-Programm.

Tom Schwede im Subaru BRZ
Tom Schwede im Subaru BRZ vor dem Start des Roadtrips in Friedberg

Denn der Subaru BRZ verfügt zwar über einen Boxermotor. Doch die Vorderräder des Sportcoupés übertragen nur Lenkkräfte. Der Allradantrieb, der ansonsten typisch für die Marke Subaru ist, glänzt mit Abwesenheit. Auch ein Turbolader ist nicht an Bord. Beim Sportcoupé BRZ treibt ein klassischer Sauger die Hinterräder an. Beides ist in dieser Fahrzeugklasse heute ungewöhnlich. Denn die Mehrzahl der – wenigen – Wettbewerber lädt seine Motoren auf.

Das Sportcoupé entstand in Zusammenarbeit mit Toyota. Initialzündung war die Toyota-Studie Toyota FT-HS, die Anfang 2007 auf der North American International Auto Show in Detroit stand. Kurze Zeit später stieg Subaru in das Projekt ein. Zunächst steuerte der kleinere der beiden Autobauer einen speziell für das Sportcoupé entwickelten neuen Boxermotor mit vier Zylindern bei. Mit dem Serienstart Anfang 2012 übernahm Subaru auch die Produktion.

Der Subaru BRZ ist seltener als ein Ferrari 488!

Bis heute verkaufen Toyota und Subaru das Sportcoupé. Wobei beide in Deutschland nur kleine Stückzahlen verkaufen. Subaru brachte in Deutschland 2018 gerade einmal 111 neue BZR auf die Straße. Toyota schaffte es, mit 290 Exemplaren fast dreimal zu viele GT86 zu verkaufen. Damit ist der kleine Sportwagen seltener als ein Ferrari 488. Denn der kam im vergangenen Jahr in Deutschland immerhin auf 486 Neuzulassungen.

Teilnehmer an am Roadtrip BRZonTour
Die Teilnehmer an am Roadtrip BRZonTour auf einer Station in Magny-Cours

Diese Zahlen spucken mir vor dem Start der Tour im Kopf rum. Denn es ist schon überraschend. Der Subaru BRZ kostet in der Preisliste von Subaru gut 35.000. Selbst mit Extras liegt der Listenpreis unter 40.000 Euro. Trotzdem findet der BRZ weniger Kunden, als ein Sportwagen, dessen Hersteller in seinem Online-Konfigurator keine Preise anzeigt. In meinen Augen ist das ein Zeichen dafür, wie sehr unsere Gesellschaft auseinanderdriftet.

Ist der Subaru BRZ ein Beleg für die These „weniger ist mehr“?

Acht Tage konnte ich – zusammen mit einigen anderen Auto-Bloggern und YouTubern – dieser Frage nachgehen. Wobei die Route der „Subaru BRZ Challenge“ im wahrsten Sinne eine Tour ins Blaue war. Zunächst einmal waren alle BRZ, die uns Subaru für die Tour #BRZonTour zur Verfügung stellte, war in „WR Blue Pearl“ lackiert. Zum Anderen kannten wir das Ziel nicht! Klar waren nur die geplante Distanz sowie die Zahl der Länder, die wir durchqueren würden.

Die erste Tagesaufgabe ... finden des Tagesziels
Die erste Tagesaufgabe … finden des Tagesziels im Hochregal-Lager der Emil-Frey-Gruppe

Beim Aufbruch führt zu vielen Spekulationen. Die Namen von Lissabon (1.900 Kilometer Luftlinie) und Athen (1.800 Kilometer Luftlinie) fallen. Auch Palermo auf Sizilien (2.135 Kilometer direkte Fahrstrecke) gilt als mögliches Ziel. Alle wühlen in ihren Geografie-Kenntnissen. Ist es auf dem Weg zum jeweiligen Ziel möglich, durch fünf Länder zu fahren? Ich beschließe, dass passend zum Hashtag #BRZonTour der Weg das Ziel ist. An den kommenden Tagen lasse ich mich überraschen, wohin die Reise geht.

An den kommenden Tagen wiederholt sich das Spiel!

Denn morgens gibt es eine Tagesaufgabe. Die Antwort auf diese Aufgabe ergibt das Tagesziel. Am ersten Tag versteckt sich das Ziel irgendwo im Hochregal-Lager der Emil-Frey-Gruppe in Friedberg. Denn Subaru vermarktet seine Autos in Europa nicht selbst. Der Import der Fahrzeuge erfolgt durch die Schweizer Emil-Frey-Gruppe. Sie steuert die Aktivitäten der Marke in Deutschland von ihrer Niederlassung in Friedberg.

Tom Schwede mit dem Subaru BRZ in Reims-Gueux
Tom Schwede mit dem Subaru BRZ vor den Boxen der ehemaligen Grand-Prix-Rennstrecke von Reims-Gueux

Hier in Nordhessen lagern alle Teile, die die Subaru-Händler für Wartung oder Instandsetzung der Autos ihrer Kunden benötigen. Innerhalb von 24 Stunden liefert der Lagerbetreiber EF Logistik GmbH diese Teile in Deutschland und dem angrenzenden Ausland aus. Neben Subaru-Teilen lagern hier übrigens auch Ersatzteile für Fahrzeuge von Daihatsu und Mitsubishi.

Denn diese Marken vertritt die einst vom Schweizer Rennfahrer Emil Frey gegründete Unternehmensgruppe ebenfalls in Europa. Das Lager beeindruckt. Und ich empfinde mich etwas als Fremdkörper, der hier die geordneten Abläufe stört. Zum Glück finden wir schnell eine Champagner-Flasche, die hier nicht hingehört. Sie weist uns den Weg nach Reims in der Champagne. Ziel ist der Stammsitz des Champagner-Produzenten Canard Duchene.

Endlich geht es bei der #BRZonTour auf die Straße!

Elektroroller in Paris
Elektroroller in Paris – die Dinger nerven ziemlich, weil sie überall im Weg rumstehen.

Zusammen mit Nicole von Auto-Diva.de mache ich mich auf die Reise. Denn in jedem Subaru BRZ sitzen zwei Medienschaffende. Auf der Autobahn gleiten wir dem ersten Ziel entgegen. Schon die ersten Meter, auf denen Nicole mir das Lenkrad überlässt, beruhigen mich. Denn ich kann tatsächlich trotz meiner Körpergröße von mehr als zwei Metern in dem kleinen Sportcoupé sitzen.

Auf dem Weg zu Canard Duchene legen wir noch einen Zwischenstopp auf dem Gelände der ehemaligen Grand-Prix-Rennstrecke von Reims-Gueux ein. Hier waren Karla und ich vor gut zwei Jahren auch mit dem AMG GT. Auch diesmal gibt die alte Boxenanlage ein gutes Fotomotiv ab. Am nächsten Morgen geht es weiter nach Paris. In der Innenstadt stehen praktisch überall Elektro-Roller im Weg rum. Zum Glück fehlt diesen Stolperfallen bei uns bisher die Zulassung.

Auf dem Club-Kurs des Circuit de Nevers Magny-Cours macht der Subaru BRZ Spaß!

Nach einer Übernachtung in Paris fahren wir nach Magny-Cours. Zum Gelände der ehemaligen Grand-Prix-Strecke Circuit de Nevers Magny-Cours gehört auch ein kleinerer Club-Kurs. Am Nachmittag nehmen wir diesen mit dem Subaru BRZ unter die Räder. Der Club-Kurs ist 2,53 Kilometer lang. Die längste Gerade ist circa 700 Meter lang. Ich starte relativ spät. Das gibt mir Gelegenheit, die Linie der anderen zu studieren.

Zwischenstopp in Paris - der Subaru BRZ vor dem Moulin Rouge
Zwischenstopp in Paris – der Subaru BRZ vor dem Moulin Rouge

Kurz bevor ich selbst auf die Strecke darf, jagt ein leichter Regenschauer über das Gelände. Vier Runden sind zu fahren. Den anderen Startern nehme ich pro Kilometer fast zwei Sekunden ab. Damit liegt meine Zeit am Ende weit vor allen anderen. Doch Geschwindigkeit war nur ein Teil der Aufgabe. In die „Gesamtwertung“ des Tages der #BRZonTour fließt auch der Verbrauch ein. Da liege ich mit einem Verbrauch von fast 23 Litern auf 100 Kilometer auf dem vorletzten Platz. Insgesamt ist das Platz drei.

Trotzdem – oder deswegen – lerne ich auf der Rennstrecke den Subaru BRZ endgültig richtig kennen. Durch die fast ausgeglichene Gewichtsverteilung von 53:47 Prozent liegt das kleine Sportcoupé angenehm neutral. Dank der Bremsanlage und der Abstimmung des Fahrwerks kann ich relativ tief in die Kurven reinbremsen. Beim Beschleunigen aus den Kurven ist der Boxermotor in seinem Element – sofern die Drehzahl vorher nicht zu weit absinkt.

Tom Schwede auf dem Weg zur Bestzeit
Auf der Rennstrecke schaffe ich es, allen anderen Teilnehmern mindestens eine Sekunde pro Kilometer abzunehmen. Damit wäre das geklärt 🙂

Die lange Gegengerade mündet in einer engen Bremsschikane. Ich bremse sie bei etwa 175 Kilometern pro Stunde an. In den Ländern, die wir auf der Tour unter die Räder nehmen, gelten strenge auf den Autobahnen strenge Tempolimits. Deshalb erreiche ich mit diesem Tempo hier abseits öffentlicher Straßen den ersten „Gipfel“ dieser Reise. Am nächsten Tag geht es beim Rodtrip #BRZonTour weiter in die Alpen.

Von der Rundstrecke führt #BRZonTour in die Berge!

Das Tagesziel ist der Wintersportort Val-d’Isère. Auf dem Weg dahin machen wir einen kurzen Abstecher nach Genf. Doch auch ohne Autosalon regiert in der Stadt der Stau. Deshalb verlassen wir Genf recht zügig wieder. Das Tagesziel liegt auf 1.800 Metern Höhe. Die Straßen sind jetzt, Mitte Februar, teilweise noch tief verschneit. Dank der Winterreifen nimmt der Subaru BRZ auch diese Herausforderung.

An der einen oder anderen Stelle lasse ich auch das Heck tanzen. Ich lerne, das kleine Sportcoupé kann auch Heckschleuder. Am nächsten Tag geht es weiter nach Mailand. Die Metropole im Norden Italien lockt mit wunderbarem Frühlingswetter. Ich schaffe es, die Auto-Diva davon zu überreden, einen Abstecher zum Giuseppe-Meazza-Stadion zu machen. Die Fußball-Fans in Italien nennen dieses Stadion „L’opera del Calcio“ („Die Oper des Fußballs“).

In Mailand darf ein Besuch am Giuseppe-Meazza-Stadion nicht fehlen.
Die Fans nennen das Giuseppe-Meazza-Stadion „L’opera del Calcio“ („Die Oper des Fußballs“).

Wir parken das Sportcoupé vor den gewaltigen Treppenhäusern aus Beton, um ein paar Fotos zu schießen. Anschließend geht es weiter in die Innenstadt. Am Abend kehren wir in Brescia ein. Ich nutze das – natürlich – für einen Besuch des wunderbaren Mille Miglia Museums. Am nächsten Morgen geht es weiter. Die Route führt uns nach Venedig. Wir essen auf der Halbinsel Cavallino-Treporti zu Mittag, um dann in der Nähe von Udine einzukehren.

Das Ende der #BRZonTour liegt schließlich in Österreich!

Wir unternehmen einen Abstecher nach Slowenien
Wir unternehmen einen Abstecher nach Slowenien … damit kommen wir auf sechs Länder 🙂

Am nächsten Tag soll die Tour enden. Wir kennen immer noch nicht das Ziel. Inzwischen waren wir in vier Ländern. Nur noch ein Land fehlt. Möglich sind Ziele in Liechtenstein, Slowenien oder Österreich sein. Das heizt erneut die Spekulationen an. Am nächsten Morgen sind wir schlauer. Das Ziel ist der Red Bull Ring in Zeltweg. Die Auto-Diva und ich gönnen uns einen Abstecher in das slowenische Wintersportgebiet von Kranjska-Gora.

Damit haben wir ein Land mehr, als die anderen Teams auf der Reisekarte. In Slowenien liegt überraschend viel Schnee. Das Vorhaben, die Skiflug-Schanzen von Planica zu besichtigen, brechen wir ab. Denn die Auffahrt erfordert Schneeketten. Die haben wir nicht an Bord. Es wird ein saftiges Bußgeld fällig, wenn jemand ohne Schneeketten die Straße hinauf nach Planica in Angriff nimmt. Das lässt uns umdrehen.

Nach Österreich fahren wir über einen kleinen Grenzübergang in den Bergen. Der österreichische Zöllner am Wurzenpaß wirkt überrascht. Offensichtlich verirrt sich selten jemand mit einem deutschen Kennzeichen hier in die Einsamkeit der ehemaligen K & K Monarchie. Er wirft kurz einen Blick auf unsere Papiere, um sich dann den Subaru BRZ ganz genau anzusehen. Nach ein paar Minuten lässt uns der Zöllner endlich passieren.

Zum Abschluss der #BRZonTour gibt es ein Drift-Training mit Tim Schrick!

Am Red Bull-Ring in Österreich endet unsere Tour. Am nächsten Morgen haben wir noch ausführlich Gelegenheit, um unter der Regie von Tim Schrick das Driften zu üben. Der TV-Moderator tritt mit dem BRZ auf der Nordschleife des Nürburgrings. Schrick kennt das Sportcoupé entsprechend gut und zeigt uns, wie sich der BRZ gepflegt anstellen lässt. Ein guter Abschluss für die Tour.

Driften mit Tim Schrick
Auf dem Gelände des Red Bull-Rings driften wir. Tim Schrick zeigt uns, wie das geht. Ich setze mich zunächst auf den Beifahrerplatz.

Denn beim Driften gilt, wie auf der gesamten Tour, der Weg ist das Ziel! Der Subaru BRZ schlug sich dabei erstaunlich gut. Die Angst, dass ich in dem kleinen Sportcoupé auf langen Strecken nicht entspannt sitzen kann, erwies sich als unbegründet. Das Fahren mit dem BRZ machte durchaus Spaß. Das Sportcoupé meisterte damit die automobile Grand Tour der Subaru BRZ Challenge.

Wer braucht da schon einen Ferrari? Weniger ist mehr!

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