Die Geschichte von Opel begann 1865 nicht mit Autos, sondern mit Nähmaschinen und Geräten zum Verkorken von Weinflaschen. Der Unternehmensgründer Adam Opel legte den Grundstein für das Unternehmen und eröffnete damit gleichzeitig den Beginn einer langen Tradition der Berufsausbildung. Adam Opel erkannte früh die Bedeutung von gut ausgebildeten Fachkräften für den Erfolg seines Unternehmens. Sein erster Lehrling, Georg Klingelhöfer, begann damals seine Lehre bei Opel – noch per Handschlag. Die erste schriftliche Vereinbarung eines Lehrvertrages bei Opel datiert aus dem Jahr 1894, als Adam Opel den Lehrling Peter Laun unter Vertrag nahm.
Dieser Schritt markierte den Beginn einer systematischen und strukturierten Ausbildung, die in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich ausgebaut wurde. Als Adam Opels Söhne, Wilhelm und Friedrich Opel, das Unternehmen übernahmen, setzten sie nicht nur das industrielle Wachstum fort, sondern förderten auch die Bedeutung der beruflichen Ausbildung. Anfang des 20. Jahrhunderts expandierte Opel nicht nur im Bereich der Produktion, sondern auch in der Ausbildung, indem die ersten Lehrwerkstätten eingerichtet wurden. 1911 begannen 22 junge Menschen ihre Ausbildung in einer eigens dafür gebauten Werkstatt in Rüsselsheim.
Opel festigte das deutsche Ausbildungssystem
Ein Jahr später ermöglichte die Familie Opel den Ausbau der Rüsselsheimer Gewerbeschule, an der die Theorie zur praktischen Ausbildung unterrichtet wurde. Der Wandel der Ausbildung setzte sich fort: In den 1920er-Jahren führte Opel das duale Ausbildungssystem ein und gründete 1922 eine eigene Fabrikschule. Dies war zu einer Zeit, als in ganz Deutschland die ersten Berufsschulgesetze erlassen wurden, die das Ausbildungssystem weiter festigten. Opel trug somit maßgeblich dazu bei, das deutsche Ausbildungssystem zu etablieren, das bis heute als ein Modell für erfolgreiches berufliches Fortkommen gilt.

Das Prinzip, jungen Menschen Perspektiven für die Zukunft zu bieten, hat sich bis heute fortgesetzt. Auch in Zeiten tiefgreifender Transformation, etwa durch den Umstieg auf Elektromobilität, legt Opel großen Wert auf eine zukunftsfähige Ausbildung. Heute absolvieren rund 170 junge Menschen jährlich in den Opel-Werken Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern eine Ausbildung. In Ausbildungsberufen wie Elektroniker/in für Automatisierungs- oder Betriebstechnik, Fachinformatiker/in für Anwendungsentwicklung, Fertigungsmechaniker/in oder Kraftfahrzeugmechatroniker/in für System- und Hochvolttechnik bereitet Opel seine Fachkräfte von morgen auf die Herausforderungen einer nachhaltigen und elektrifizierten Mobilität vor.
Vom Opel-Lehrling zu Kohls Minister
Der spätere Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung Norbert Blüm zeigt, wie erfolgreich dieser Weg auch in der jüngeren Geschichte war. Blüm absolvierte von 1949 bis 1952 bei Opel in Rüsselsheim eine Ausbildung zum Werkzeugmacher. Anschließend war der Blüm bis 1957 in diesem Beruf tätig. Heute sind es nicht nur Facharbeiter, sondern auch Ingenieure und IT-Spezialisten, die Opel den Weg in die Zukunft ebnen – ein Weg, der sich eng an den Prinzipien der Tradition orientiert und gleichzeitig die technologischen Entwicklungen der kommenden Jahrzehnten einbezieht.
Mit dem Fokus auf Elektromobilität und den neuesten Zukunftstechnologien bietet Opel jungen Menschen auch in der Gegenwart zahlreiche Möglichkeiten, in einem zukunftsorientierten Unternehmen Fuß zu fassen. Selbst in nicht-traditionellen Bereichen wie der Ausbildung zu Feuerwehrfrau oder -mann sowie in kooperativen und dualen Studiengängen, die auf die Digitalisierung und IT setzen, zeigt sich, dass Opel die Ausbildung in allen Facetten vorantreibt. Was Adam Opel 1865 mit einem Handschlag begann, hat sich über die Jahrzehnte hinweg zu einem der fundamentalen Bausteine für den Erfolg von Opel und für die Entwicklung der deutschen Industrie insgesamt entwickelt.
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