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Tom Schwede, bewegt alles, was vier Räder hat Hallo, ich bin Tom — zusammen mit der Auto Blogger Crew mit viel Benzin im Blut blogge ich hier im Auto-Blog für Auto-Natives über Autos. Seit 2007 gibt es in diesem Blog regelmäßig Reportagen, Tests und Meinungen rund ums Auto. Dazu zählen auch Beiträge über Oldtimer oder Youngtimer sowie über Motorsport.

 


Von Zeit zu Zeit legen Probefahrten lange verschüttet geglaubte Erinnerungen frei. Die erste Begegnung mit einem Opel Corsa OPC Nürburgring Edition war so ein Fall. Die Lackierung erinnerte mich spontan an mein erstes Auto. Was bei meinen 1979er VW Golf Santosgrün hieß, nennt Opel heute Apfelgrün. Damit war mir der kleine Opel Sportler von Anfang an sympathisch. Das hielt sich auch nicht, nachdem ich auf der Strecke einen Eindruck davon gewonnen habe, was die Opel Corsa OPC Nürburgring kann.

Jeder lobt, was Nürburgring erprobt!

Wer schonmal im alten Fahrerlager des Nürburgrings war, kennt diesen Spruch von einer dort angebrachten Werbetafel. Bereits kurz nach dem Bau des Nürburgrings wurde dieser – heute nennen wir es – Claim genutzt, um für die Strecke als „Gebirgs-, Renn- und Prüfstrecke“ zu werben. An der Stellung des Rings als Testmekka der Autoindustrie hat sich bis heute wenig geändert. Auch die Opel Corsa OPC Nürburgring Edition erhielt in der Eifel ihre Feinabstimmung.

Mit dem Namenszusatz „Nürburgring“ weckt der Corsa als Träger eines italienischen Namens bei mir als Freund historischer Rennwagen natürlich weitere Erinnerungen. Denn 1963 nutzte auch Carlo Abarth den Ruhm der schwierigen Strecke, um für sich zu werben. Nach dem Klassensieg beim 500-km-Rennen auf dem Nürburgring stellte der König der Kleinwagen den Fiat Abarth 850 TC „Nürburgring“ auf die Räder. Diese Sonderserie gehört heute zu den besonders gesuchten Abarth-Klassikern. Insofern tritt der Opel OPC Corsa mit seinem Namen gleich mehrfach in große Fußstapfen.

Mich überzeugt die Opel Corsa OPC Nürburgring Edition schon beim Einsteigen.

Das unten abgeflachte Lederlenkrad liegt gut in der Hand. Pilot und Auto verschmelzen in dieser Steuerzentrale sofort zu einer Einheit. Die Sportsitze von Recaro ermöglichen es auch Piloten abseits des Normmaßes, eine optimale Sitzposition zu finden. Einziger Kritikpunkt ist die Sicke in der Kopfstütze. Sie ist ein Designelement und völlig funktionslos. Warum die Designer des ansonsten harmonisch gestalteten Innenraums den Sitzen diese Bügelfalte spendiert haben, wird auf immer ihr Geheimnis bleiben.

Das Starten des Motors bestätigt alle bisherigen Eindrücke. Der 210 PS starke Motor dieses Opel Corsas atmet in der Nürburgring Edition durch zwei Endrohre aus. Opel hat den Staudruck der Auspuffanlage im Vergleich zum normalen Corsa reduziert. Der Klang ist eindeutig. Hier kommt kein üblicher Reflexionsschalldämpfer mit seinen strömungsunfreundlichen Prallblechen zum Einsatz. Stattdessen atmet dieser Sportler über einen leistungsfreundlichen Absorptionsschalldämpfer aus.

Der grüne Corsa bitte aufschließen!

Das Kennenlernen mit diesem Opel Corsa OPC fand bei einem OPC-Fahrertraining statt. Die ersten Meter auf dem Gelände des Opel-Testcenters in Dudenhofen legte ich im Gänsemarsch hinter einem Führungsfahrzeug zurück. Ich wage ein paar sanfte Wedel-Versuche, spiele mit Gas und Bremse. Schon nach wenigen Metern verfestigt sich der positive Eindruck und ich frage mich, ob man sich wirklich in ein Auto verlieben kann!

Es muss so ein. Offensichtlich habe ich mich in diesem Moment bereits verliebt. Denn ich überlege krampfhaft, wie ich mit diesem Corsa JETZT SOFORT durchbrennen kann. Darüber verliere ich den Anschluss an die Gruppe. Unsanft reißt mich Funkspruch des Instruktors, der einen grünen Corsa zum Aufschließen auffordert, aus meinen Träumen. Mit einem sanften Druck auf das Gaspedal schließe ich die Lücke zur Gruppe.

Das beendet meine Träumerei. Es bleibt die Feststellung, dass mir noch nie Beschleunigung so schwer gefallen ist wie jetzt. Dabei ist Beschleunigung für diesen Sportler eine seiner leichtesten Übungen. Den Sprint von 0 auf 100 km/h legt dieser Opel Corsa OPC Nürburgring Edition in 6,8 Sekunden aus Parkett der Straße. Wer will, kann den Vortrieb bis zur Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h fortsetzen.

Hier auf dem Opel-Testgelände in Dudenhofen geht das auf der großen Kreisbahn sogar Seitenkräfte frei. In der Seitenlage der Steilkurve fliegt die Landschaft am Kleinwagen vorbei. Der Corsa „denkt“ dabei geradeaus zu fahren. Theoretisch könnte ich jetzt die Hände vom Lenkrad nehmen. Das Auto würde einfach der Kurve folgen. So spielerisch leicht schüttelt die Nürburgring Edition hohe Geschwindigkeiten aus dem Ärmel.

Doch Tempobolzen ist auf Dauer langweilig – die Nürburgring Edition schreit nach Kurven!

Im Slalomparcours kann der Opel Corsa OPC Nürburgring Edition sein ganzes Leistungsvermögen zeigen. Bei meinem Test ist die Strecke etwas feucht. Das sorgt für erschwerte Bedingungen – theoretisch zumindest. Denn in der Praxis stellt auch die Feuchtigkeit den kleinen Opel vor keine große Aufgabe. Offensichtlich hat es bei der Abstimmung des Fahrwerks in der Eifel oft schlechtes Wetter gegeben. Selbst unter diesen Bedingungen bringt der Corsa seine Kraft immer souverän auf die Straße.

Opel Corsa OPC Nürburgring Edition
Opel Corsa OPC Nürburgring Edition (Foto: Thomas Gigold)

Positiv macht sich das mechanische Sperrdifferential bemerkbar. Sogar beim Beschleunigen aus sehr engen Ecken heraus schaffe ich es nicht, diesen Corsa zu überfordern. Beim Fahren folgt der Sportler willig allen Lenkbewegungen, die ich in der Kommandozentrale vorgebe. Damit lässt er sich einfach und trotzdem mit hohem Tempo durch den Parcours zirkeln. Auf dem Opel Testcenter in Dudenhofen ist Platz. Deshalb kann ich den Opel Corsa absichtlich in kritische Situationen zwingen, um die Grenze der Haftung zu erfahren.

Das Bilstein-Fahrwerk der Opel Corsa OPC Nürburgring Edition sorgt für Vertrauen.

Beim Einlenken in die Kurve betätige ich dazu mit dem linken Fuß sanft die Bremse. Das blockiert die Hinterräder und stellt das Heck aus. Linksbremsen nennen das die Rallyefahrer, die mit dieser Technik ihre Fahrzeuge um die Ecken wuchten. Im Opel Corsa OPC Nürburgring Edition geht das hervorragend. Denn das Fahrwerk von Bilstein ist, das wird mit jedem Meter klarer, einfach verteufelt gut gemacht.

Ich geniesse jeden Meter in diesem Corsa. Dabei steigere das Tempo und fahre bald fast wie ein Kart-Slalomfahrer. In dieser für Einsteiger optimalen Spielart des Motorsports wird die gesamte Strecke mit Vollgas gefahren. Die Regulierung der Geschwindigkeit erfolgt ausschließlich mit der Bremse. Das erfordert eine gewisse Überwindung. Und genügend Grundvertrauen ins Fahrzeug. Der Opel Corsa OPC Nürburgring Edition vermittelt dieses Vertrauen.

Bis in den Grenzbereich bleibt der kleine Sportler einfach und gut kontrollierbar. Das Ende der Haftung kündigt sich durch eindeutige Signale zuverlässig an. Das lässt dem Sportfahrer genügend Zeit für Gegenmaßnahmen und sorgt damit für ungehemmten Fahrspaß. Ich zögere deshalb das Ende meiner Testfahrt mit der Opel Corsa OPC Nürburgring Edition soweit heraus, wie es irgendwie geht.

Beim Aussteigen überkommt mich eine spontane Wehmut. Vielleicht sollte ich doch nach einem Loch im Zaun suchen. Ansonsten muss ich mit der Chefredaktion dringend über eine Aufbesserung meiner Autorenhonorare verhandeln. Denn die Opel Corsa OPC Nürburgring Edition macht einfach süchtig.


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Opel Corsa OPC Nürburgring Edition

Der Opel Corsa OPC Nürburgring Edition im Slalomparcours (Foto: Thomas Gigold)

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Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

2 Comments

  1. Eine informative und euphorische Kolumne über der Opel Corsa OPC Edition. Der Leser möchte allerdings etwas über Verbrauchswerte, Anschaffungspreis und Versicherungsbedingungen erfahren. Außerdem: ist das Auto für den Alltagsverkehr empfehlenswert oder handelt es sich lediglich um eine Rennsemmel? Gibt es alternative Farben?
    Peter!

  2. Pingback: Test Mazda2 (2015) – kleiner Wagen erstaunlich groß » AutoNatives.de

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