RIP: Eddie Jordan

Eddie Jordan war ein Unikat im Motorsport – ein Schlitzohr, ein Geschäftsmann, ein Teamchef mit Leidenschaft. Nun ist der charismatische Ire verstorben. Sein Vermächtnis? Ein Team, das in der Formel 1 Geschichte schrieb – und eine Anekdote, die perfekt zeigt, wie clever (und schelmisch) Jordan war.

Tom Schwede
Von Tom Schwede
22. März 2025 3 Minuten Lesezeit
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Lenkrad im Jordan 191
Lenkrad im Jordan 191, der ursprünglich Jordan 911 hieß. (Foto: Tom Schwede)

Denn der Ire prägte den Motorsport mit seinem ganz persönlichen Stil. Sein Team, Jordan Grand Prix, gehörte von 1991 bis 2005 zum Formel-1-Zirkus. Und schon zum Debüt gab es eine Geschichte, die das Schlitzohr Jordan ziemlich gut beschreibt. Nach dem Gewinn der Formel 3000-Meisterschaft mit Jean Alesi 1989 bereitete Eddie Jordan ab 1990 seinen Aufstieg in den Grand-Prix-Rennsport vor. Natürlich brauchte er dafür einen eigenen Rennwagen. Gary Anderson, der einen Ex-Chef ebenfalls würdigte, entwarf diesen. Jordan taufte ihn selbstbewusst „Jordan 911“.

Die Namensgebung erinnerte an March, wo ebenfalls lange die Kombination aus dem Jahr und der Fahrzeugklasse den Namen des Rennwagens ergab. 701 stand für die Formel-1-Boliden der Saison 1970, 703 für das Formel-3-Fahrzeug des gleichen Jahres. Insofern war „Jordan 911“ eine im Motorsport ganz übliche Bezeichnung. Gleichwohl dachten natürlich nicht nur Autofans beim Namen „911“ sofort an den entsprechenden Sportwagen von Porsche.

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Im November 1990 testete John Watson, der in Jordan einen untypischen Formel 1-Teamchef sieht, den „911“ drei Tage lang in Silverstone. Spätestens das rief wohl auch Verantwortliche des Stuttgarter Autobauers auf den Plan. Kurz darauf war der „911“ Geschichte – über den Winter bekam der Rennwagen einen neuen Namen. Denn als Jordan am 10. März 1991 beim „United States Grand Prix“ in den Straßen von Phoenix sein Grand-Prix-Debüt feierte, ging der Bolide als Jordan 191 an den Start. Und zu Hause in England fuhr der frischgebackene Formel-1-Teamchef einen Porsche 911.

Natürlich gab es nie eine offizielle Bestätigung für einen Zusammenhang zwischen dem Namenswechsel und dem neuen Auto des Teamchefs. Trotzdem zeigt die Geschichte, wie listig Eddie Jordan sein konnte. Bis 2004 hielt der Ire sein Team in der Königsklasse. Damon Hill (1998 in Spa), Heinz-Harald Frentzen (1999 in Frankreich und Italien) sowie Giancarlo Fisichella (2003 in Brasilien) holten für Jordan vier Grand-Prix-Siege. Doch für kleine Privatteams wurde es in der Formel 1 immer schwerer zu überleben.

Deshalb verkaufte Jordan sein Team Anfang 2005. Nach mehreren Eigentümerwechseln tritt es heute als Aston Martin an. Eddie Jordan blieb der Szene als Beobachter erhalten. Seine Auftritte im Rahmen der Berichterstattung über die Formel 1 waren stets unterhaltsam. Selbst seine Krebsdiagnose hielt ihn nicht davon ab, weiter Teil der Szene zu bleiben. Bis zum 20. März 2025, als Edmund Patrick Jordan in seiner Wahlheimat Kapstadt verstarb.

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