Wer Oldtimer-Freunde nach typischen Sportwagen der 1960er-Jahre fragt, hört meist die Namen des Jaguar E-Type, des Ferrari 275 oder des ersten Porsche 911. Fast vergessen ist dagegen der Toyota 2000GT. Sicher auch, weil die Erstgenannten im Vergleich zum Toyota zu ihrer Zeit fast schon Massenware sind. Denn vom 2000GT baute Toyota ab 1967 nur 337 Stück.

Damit blieb der japanische Sportwagen ein Exot. 337 Exemplare stellte Jaguar vom E-Type 14 Jahre lang jede Woche her. Trotzdem ist nicht nachvollziehbar, warum der Toyota 2000GT so ein Schattendasein führt. Denn der Sportwagen kann im Vergleich zu seinen prominenten Mitstreitern durchaus überzeugen. Zudem ist der 1965 auf der Tokyo Motor Show präsentierte Sportwagen ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des größten japanischen Autoherstellers dar. Denn mit dem 2000GT definierte Toyota erstmals den Japan-Style.

Von der Kopierwerkstatt zum Trendsetter!

Zuvor orientierte sich der Autobauer aus der Präfektur Aichi bei seinen Modellen stark an amerikanischen oder europäischen Vorbildern. Autos wie das Mittelklasse Modell Corona von 1960 sind, was die Gestaltung betrifft, eine (schlechte) Kreuzung englischer Ford-Modelle mit französischen Renault-Fahrzeugen. Natürlich ist auch der Toyota 2000GT nicht frei von Vorbildern. Trotzdem verfügt der Sportwagen als erster Toyota über eine eigenständige Formsprache.

Nebenbei definiert der zweite Sportwagen des Hauses so etwas wie den bis heute gültigen Formstandard japanischer Sportwagen: Am Ende einer vergleichsweise langen und tiefen Motorhaube stellt sich dem Fahrtwind irgendwann eine flache, stark geneigte Frontscheibe in den Weg. Vom oberen Ende der Frontscheibe an läuft das Dach mit einer weitestgehend konstanten Linie bis zum hinteren Abschluss der Karosserie mit einer sanften Linie als Fließheck aus. Den dynamischen Gesamteindruck des Sportwagens verstärken die ebenfalls geneigten Seitenscheiben, die das Cockpit fast wie eine Pilotenkanzel wirken lassen.

Toyota 2000GT
Heckansicht des Toyota 2000GT (Foto: Toyota)

Das Design des Toyota 2000GT gefällt bis heute!

Unter der langen Motorhaube steckt ein aufwendiger Reihen-Sechszylinder mit zwei obenliegenden Nockenwellen und 1.988 ccm Hubraum. Die 150 PS des bei Yamaha entwickelten Motors übertragen ein manuelles 5-Gang-Getriebe und die Hinterräder auf die Straße. Es ist praktisch nicht nachvollziehbar, warum dem Sportwagen kein größerer kommerzieller Erfolg gegönnt war. Denn im November 1969 stellt Datsun den ganz offensichtlich vom Toyota inspirierten Sportwagen Datsun 240Z vor. Er tritt den Beweis an, dass ein Sportwagen nach dem Muster des Toyota 2000GT fast 500.000 Stück Kunden findet.

Toyota fehlt Ende der 1960er-Jahre noch der Mut, den 2000GT zum Erfolg zu führen. Stattdessen versucht es Toyota im Sportwagen-Markt kurze Zeit später lieber eine Nummer kleiner. Mit der 1970 vorgestellten Celica bietet der Autobauer nun zwar ebenfalls einen erfolgreichen Massenseller an. Doch an den Status der großen Sechszylinder-Sportwagen kommt die kleine Celica nie heran. Erst 1978 dringt Toyota mit der Celica Supra wieder in die höheren Weihen des Sportwagenbaus vor.

An den Toyota 2000GT erinnern sich bald nur noch Oldtimer-Fans …

Der Toyota 2000GT gerät in Vergessenheit – obwohl der Toyota als Roadster 1967 im James Bond-Film „Man lebt nur zweimal“ als Bondcar sogar zu Filmruhm kommt. Der Toyota tritt dabei die Nachfolge des Aston Martin DB5 an, der in den zuvor gedrehten Filmen „Feuerball“ und „Goldfinger“ zum Einsatz kam. Schade, dass Toyota damals der Mut fehlte, den 2000GT in größeren Stückzahlen zu bauen. Und wenn uns durch die größeren Stückzahlen einfach nur schreckliche Nachbauten erspart geblieben wären.

4 Kommentare

  1. Der ist wirklich wunderschön, wenn da nur diese Klappe für die Wartung im Kotflügel nicht wäre

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