Der anstehende Modellwechsel des Audi A4 ist für Audi das wichtigste Ereignis des Jahres. Schließlich ist die Mittelklasse von Audi seit mehr als 40 Jahren das Rückgrat der Firma. Am Anfang der Woche veröffentliche Audi die ersten Fotos des neuen Audi A4 (2015).

Für das Auto-Blog für echte Auto-Natives ist das eine gute Gelegenheit, um den Neuen mit seinen Vorgängern zu vergleichen. Schließlich haben der A4 und sein Vorgänger Audi 80 viel zum heutigen Image und Erfolg von Audi beigetragen. Seit 1972 liefen bisher mehr als 10.000.000 Exemplare von Audis-Beitrag zum B-Segment vom Band. Die Begriffe Leichtbau, Leistung und Agilität verbinden alle neun Modellgenerationen der Familie Audi 80/Audi A4.

40 Jahre Audi B-Segment in Bildern

Audi 80 B1 (1972 bis 1978) – der Konzernretter:

Urvater des heutigen neuen Audi A4 ist der 1972 vorgestellte Audi 80. Mit ihm definierte Audi die technische Grundlage, für den Aufstieg der Konzernmutter Volkswagen vom Käfer-Bauer zu Europas wichtigsten Autokonzern. Denn das Konzept des ersten Audi 80 mit damals neu entwickelten wassergekühlten Motoren erwies sich schnell als richtungsweidend für alle Audi- und VW-Modelle der 1970er-Jahre.

Audi 80 B2 (1978 bis 1986) – Evolution und Sportlichkeit

Nach sechs Jahren entwickelte Audi das Urmodell zum B2 weiter. Von ihm wurde 1980 auch ein Coupé abgeleitet, das als Audi Quattro die Rallye-Weltmeisterschaft nach Ingolstadt holte. Er legte den Grundstein für die lange Motorsport-Tradition der Audi-Mittelklasse.

Audi 80 B3 (1986 bis 1991) – das Aero-Design

Mit der dritten Generation erbte der Audi 80 das „Aero-Design“ des großen Bruders. Der durfte seit 1982 als Audi 100 C3 mit einer besonders strömungsgünstigen Karosserie (cW-Wert 0,30) aufwarten. Der kleine Bruder schaffte sogar einen cW-Wert von 0,29. Dafür bemängelten die Kunden oft, dass bei Regen das Öffnen der Tür zu einem nassen Sitz führte.

Audi 80 B4 (1991 bis 1995) – Familienzuwachs

Der vierten Generation des Audi 80 stellte Audi ab 1992 erstmals seit dem B1 wieder ein Kombimodell zur Seite. Zusammen mit dem Audi Cabrio wurden Limousine und Avant zur Familie. Das machte sich auch im Absatz bemerkbar. Denn mit den zusätzlichen Varianten fand der Audi 80 schnell zusätzliche Kunden. Und legte dabei den kleinbürgerlichen Geruch früherer Jahre ab. Denn in den 1970er-Jahren galt Audi als das Auto der Lehrer und Beamten. Jetzt sprach das Unternehmen, wie es der Audi-Chef Ferdinand Piëch in einigen Interviews ausdrückte, „Fahrer mit Autoverstand“ an.

Audi A4 B5 (1994 bis 2001) – aus dem Audi 80 wird  der Audi A4

Anders als der B4, der sich im wesentlich durch eine geänderte Hinterachse vom Vorgänger B3 unterschied, war die fünfte Generation ein völlig neues Auto. Dazu trug sie als erstes Modell die Modellbezeichnung Audi A4 am Heck – sofern die Kunden nicht den Wegfall der Modellbezeichnung orderten. Den Erfolg der Baureihe beflügelte die Namensänderung offensichtlich zusätzlich. Denn als A4 entwickelte sich die Mittelklasse zu einem der absatzstärksten Modell der Marke Audi.

Audi A4 B6 (2000 bis 2004) – Aufbruch ins neue Jahrtausend

Rundlicher und mit einer höheren Gürtellinie, als die Vorgänger es trugen, präsentierte sich der Audi A4 im neuen Jahrtausend. Zudem fertigte Audi erstmals in der Mittelklasse die Vorderachse aus Aluminium, um Gewicht zu sparen. Gleichzeitig zog eine Doppelquerlenker-Achse mit getrennten Federn und Dämpfern auch beim Frontantriebs-A4 ein. Der A4 wurde immer mehr zum Fahrerauto, das sich mit einem sportlichen Fahrverhalten präsentiert.

Audi A4 B7 (2004 bis 2008) – der Langlebige

Schon nach vier Jahren präsentierte Audi 2004 die siebte Generation des Audi 80/A4. Allerdings, wie beim B2 und B4 bot Audi auch beim B7 eher eine Überarbeitung des Vorgängers als ein neues Modell an. Die Presse verstand den Audi A4 B7 von Anfang an eher als Facelift – und zeigte sich teilweise enttäuscht. Trotzdem war der B7 die Generation, die am längsten vom Band lief. Denn von 2009 bis 2013 wurde der B7 mit verändertem Front-, Heck- und Innenraumdesign als Seat Exeo angeboten.

Audi A4 B8 (2007 bis 2015) – Längsbaukasten

Mit dem B8 zog der „modulare Längsbaukasten“ des Konzerns in den A4 ein. Damit legte der A4 an Größe zu, wuchs in der Länge immerhin um 11.7 Zentimeter und in der Breite um 5,4 Zentimeter. Die Limousine erreicht damit eine Gesamtlänge von 4,70 Metern. Beim B1 von 1972 waren es noch 50 Zentimeter weniger.

Audi A4 B9 (ab 2015) – vier gewinnt

Auch die jetzt angekündigte A4-Generation legt nochmals etwas zu. Mit einer Länge von 4,73 Metern und einer Breite von 1,84 Metern ist sie Audis größte Mittelklasse aller Zeiten. Trotzdem ist das Leergewicht gesunken – um bis zu 120 Kilogramm, je nach Motorisierung.

Einen weiteren Bestwert erreicht der neue Audi A4 beim cW-Wert. Er liegt inzwischen bei 0,23. Der Blick auf die Fotos des neuen Audi A4 zeigt, dass der Neue sportlich-gestreckt daherkommt. Auffällig die große Motorhaube, die sich bis zu den Kanten der Kotflügel erstreckt. Ein Merkmal, das ich bei alten BMW 3ern immer sehr cool fand.

Dazu gibt es den bei den aktuellen Audi-Modellen üblichen Kanzeleffekt. Das Verhältnis des Blechkörpers zum Glashaus beträgt zwei Drittel zu einem Drittel. Interessant ist die Position der Seitenspiegel. Sie sind nicht am Fenster befestigt, sondern „wachsen“ aus der Tür heraus. Markant auch die Form der Scheinwerfer, deren Ecken die Designer scharf gewinkelt haben.

Fotos: Audi

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