1951 stellt Jaguar auf dem Autosalon in Genf den Jaguar XK120 FHC (Fixed Head Coupé). Bestückt mit dem 180 PS starken 3,5-Liter-Motor konnte man damit bis zu 210 km/h schnell sein. Das ist zu diesem Zeitpunkt eine Sensation, an die sich auch Jaguar im Vorfeld des zurzeit laufenden Genfer Autosalons offensichtlich gern erinnerte.

Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg hatte Jaguar – unter dem ehemaligen Firmennamen – S.S. Cars Ltd. mit seinen Sportwagen für Aufsehen gesorgt. Doch da das Kürzel S.S. auch mit Punkten zu starke Assoziationen an die Schutzstaffel der deutschen Nationalsozialisten weckte, benannte man die Firma 1945 in Jaguar Cars Ltd. um. Schon 1948 stellte man dann in London mit dem XK120 einen Sportwagen vor, der mit seinem 160-PS-Motor bis zu 120 Meilen pro Stunde (etwa 193 km/h) schnell sein konnte.

Kaum zu Glauben, aber der XK120 entstand als Lückenbüßer.

Ursprünglich wollte Jaguar auf der „London Motor Show“ mit einer schnellen Limousine, dem späteren Jaguar Mark VII, glänzen. Doch Probleme bei der Karosserieentwicklung führten zu Verzögerungen. So stellten die Entwickler in kurzer Zeit einen einfachen Sportwagen für den bereits fertiggestellten Motor auf die Räder.

Auf der Suche nach einem passenden Namen fügte man einfach die Höchstgeschwindigkeit zum Entwicklungscode „XK“ des Motors hinzu. Die Vorgehensweise macht deutlich, dass hier der Motor der Star war. Das neu konstruierte 3,5-Liter-Triebwerk verfügte als erster Jaguar-Motor über zwei oben liegende Nockenwellen. Der Motor sollte sich in den kommenden Jahrzehnten als echter Langläufer erweisen, der schließlich bis 1992 bei Jaguar im Programm blieb.

Wobei man bei Jaguar zunächst davon ausging, maximal 240 Exemplare des XK120 verkaufen zu können. Es sollten, bis zur Einstellung der Produktion des XK 1954, schließlich fast 12.000 Exemplare werden. Volumenmodell war dabei der klassische Roadster, der zunächst mit einer Aluminiumkarosse und ab 1950 als Stahlblechvariante rund 7.400-mal produziert wurde.

Jaguar XK120 FHC
Der Jaguar XK120 FHC begeistert, wie hier bei der Mille Miglia 2012, auch heute noch die Zuschauer. (Foto: Jaguar)

1951 in Genf: Jaguar XK120 FHC – „Fixed Head Coupé“

Doch nicht allen Kunden gefiel der fast spartanische Stil des XK120. Daher bot Jaguar ab 1951, den auf dem Autosalon in Genf erstmals präsentierten Jaguar XK120 FHC (Fixed Head Coupé) mit einem festen Stahldach an. Auch er wird schnell zum Erfolg und in den kommenden drei Jahren rund 2.700-mal gebaut.

Ebenfalls in Genf präsentierte Jaguar 1951 die 180PS-Variante des Reihen-Sechszylinders. Mit ihr konnte man den kleinen Sportwagen bereits auf bis zu 210 km/h beschleunigen. Jaguar festigt damit in diesen Tagen den Ruf, ein Synonym für schnelle Autos zu sein. Dafür sorgt auch, dass man es in den frühen 1950er-Jahren blendend versteht, mit geschickten Aktionen auf sich aufmerksam zu machen.

Im März 1953, zwei Jahre nach der Vorstellung des Jaguar XK120 FHC, stellt Norman Dewis einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Serienfahrzeuge auf. Mit einem stromlinienverkleideten XK120 fährt der Jaguar-Cheftestfahrer auf einem Teilstück der Autobahn Brüssel-Ostende 277,42 km/h schnell. Im Vorfeld des Genfer Autosalons, der in dieser Woche stattfindet, erinnerte Jaguar an diese Rekordfahrt.

2013: Mit dem Jaguar F-TYPE auf den Spuren von Norman Dewis

Denn zur Erinnerung an den 60. Jahrestag dieser Rekordfahrt begab sich der ehemalige Le Mans Sieger Andy Wallace mit einem aktuellen Jaguar F-TYPE auf die auf die Spuren des Rekordjägers. Auf einem Road Trip vom Jaguar Werk Castle Bromwich zum Autosalon in Genf legte der Schotte auch einen Stopp im belgischen Jabbeke ein.

Auf einer eigens abgesperrten Schnellstraße bei Jabbeke beschleunigte der Schotte den 495 PS starken Jaguar F-TYPE V8S auf die damalige Rekordgeschwindigkeit. Dafür und für das Abbremsen bis zum Stillstand standen Wallace nur 3,2 Kilometer zur Verfügung. Extrem kurz im Vergleich zu jenem acht Kilometer langen Betonband, das Norman Dewis vor 60 Jahren zur Verfügung stand.

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