Auto-Erinnerungen

GT Paket und Werkstuning – als Volvo seine Händler zum Tuner machte

Messen wie die Tuning World Bodensee finden normalerweise außerhalb meines persönlichen Interesse-Radars statt. Trotzdem schaffte es diese Veranstaltung diesmal tatsächlich, mein Interesse zu wecken. Denn Yokohama weist im Vorfeld dieser Messe darauf hin, dass der Reifenhersteller dort einen Volvo 142 von 1969 ausstellt.

Das kürzlich restaurierte Fahrzeug wurde als Neuwagen in der Schweiz zum Rennwagen umgebaut. Hinter dem Umbau standen der Genfer Volvo-Händler Performance-Car SA und die Scuderia Filipinetti des Schweizer Unternehmers Georges Filipinetti. Trotzdem blieb dem Volvo 142 eine größere Rennsport Karriere versagt. In alten Starterlisten ist der Volvo 142 nur selten zu finden. Das lag (vermutlich) auch an der Scuderia Filipinetti. Denn das zuvor traditionell mit unterschiedlichen Marken fahrende Team band sich Anfang der 1970er-Jahre zunehmend an Fiat. So entwickelte die Scuderia Filipinetti für Fiat die Rennversionen der Modelle Fiat 128 und Fiat X1/9.

Und auch der Volvo-Händler Performance-Car SA betrieb sein Motorsportprogramm wohl nur auf kleiner Flamme. Heute gehört das Fahrzeug einem Volvo-Spezialisten aus Ratshausen. Von Zeit zu Zeit rückt der Besitzer mit dem Volvo bei der GLPPro aus, die ich auch bereits einige Male an der Strecke als Streckensprecher begleitet habe. Der Volvo 142 ist die zweitürige Variante der Volvo-Baureihe 140. Die Familie 140 gilt auch deshalb als Meilenstein des schwedischen Autobauers, weil sie der Einstieg des Unternehmens in das unter dem Schlagwort „Boxiness“ bekannte Autodesign war. Mit ihm legte Volvo das Bucklige beziehungsweise Runde der 1950er-Jahre ab. In den ersten Jahren galten die Volvo-Modelle der Baureihe 140 als genauso fortschrittlich wie solide und behäbig. Selbst das Spitzenmodell B20 (mit zwei Liter Motor) verfügte nur über moderate 124 PS.

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Ab 1969/1970 war mehr möglich

Denn unter dem Label Volvo R-Sport bot Volvo – zumindest in Schweden, in den USA und in der Schweiz – über seine Händler für den 142 ein Werkstuning an. Grundlage war das GT-Paket, das Volvo zum Modelljahr 1970 ins Programm nahm. Zu ihm gehörten ein Frontspoiler, spezielle GT-Rundinstrumente, ein Sportlenkrad, im Kühlergrill integrierte Zusatzscheinwerfer sowie Leichtmetallfelgen. Wer wollte, musste sich beim GT nicht auf die Optik beschränken. Mit dem ebenfalls erhältlichen GT Tuning Paket war auch eine Leistungssteigerung auf 130 PS verbunden. Wem diese Leistung nicht ausreichte, der konnte in vier Stufen die Leistung seines Volvos weiter steigern lassen. Bis zu 190 PS waren möglich, wenn sich der Kunde für das Komplettpaket mit größeren Vergasern und einer Hubraumerweiterung auf 2,2 statt der üblichen zwei Liter entschied.

Vom 5. bis zum 8. Mai habt ihr in Friedrichshafen auf der Tuning World Bodensee die Gelegenheit, euch den getunten Volvo 142 genau anzusehen.


Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Volvo 142

Foto: Yokohama

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