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Welche Continuation Cars und Continuation Models gibt es?

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„Continuation Cars” oder „Continuation Models“ sind nur namentlich neu. Denn früher hieß der – mehr oder minder – originalgetreue Nachbau eines historischen Autos meist schlicht „Replika“. Das Geschäft mit ihnen, das sollten wir nicht unterschlagen, bewegte sich oft (mindestens) in einer Grauzone. Denn entweder ignorierten die Hersteller das Treiben wohlwollend oder verfolgten es hartnäckig. Die Daimler-Benz AG geht beispielsweise traditionell scharf gegen alle vor, die sich an der Legende Mercedes-Benz 300 SL versuchen. Auch Lamborghini reagiert empfindlich, wenn jemand den Countach nachbaut.

Allenfalls der historische Motorsport bewegte in seltenen Fällen einige Hersteller dazu, nach Originalplänen als Rennwagen neu zu bauen. Schon Ende der 1980er / Anfang der 1990er-Jahre bauten Aston Martin und Lister für den Sporteinsatz einige historische Fahrzeuge nach. Doch im zweiten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends nahm das Geschäft unter der Regie der Hersteller plötzlich Fahrt auf. Dabei wurden aus Replikaten plötzlich „Continuation Cars” oder „Continuation Modele“. Als Erfinder der neuen Welle gilt Jaguar, wo 2014 der Lightweight E-Type seine Auferstehung feiern durfte.

Lawrence Whittaker und sein Vater Andrew, Inhaber des britischen Garantieversicherers Warranty Wise, wollten 2013 eigentlich nur ihren historischen Lister Knobbly restaurieren. Aus dem Kontakt mit Lister Cars und dessen Inhaber Laurence Pearce, der die Marke 1986 in Leatherhead, Surrey neugründete, wurde bald mehr. So erwarben Vater und Sohn statt ein paar Teilen gleich die Marke und die Rechte an ihren älteren Konstruktionen. Anschließend begannen die Whittakers damit, neue Lister Knobbly zu bauen. Daneben tunt die…

Der Aston Martin DB4 GT Continuation ist ein Aston Martin DB4 GT von 2016

Von 1959 bis 1963 stellte Aston Martin 75 Aston Martin DB4 GT her. Die erhaltenen Exemplare stehen überwiegend in Sammlungen. Sie finden nur noch selten den Weg auf eine Rennstrecke, was bei Preisen von inzwischen bis zu vier Millionen Euro nicht wundert. 2016 legte Aston Martin daher den Aston Martin DB4 GT in der seltenen Lightweight-Spezifikation als Aston Martin DB4 GT Continuation neu auf.

Seitenansicht des Jaguar XKSS von 2017

Nach dem Erfolg mit dem Lightweight E-Type bot Jaguar 2017 mit dem Jaguar XK-SS erneut ein Continuation Car an. Der originale XK-SS entstand einst als Ableger des Rennwagens D-Type. Denn als sich Jaguar Cars 1956 aus dem Sportwagensport zurückzog, bauten die Briten 16 Jaguar D-Type zu straßentauglichen XK-SS-Sportwagen um. Neun weitere Autos zerstörte 1957 ein Brand. So ließ Jaguar „diese“ untergegangenen Fahrzeuge von 2017 bis 2018 wiederauferstehen und versah die Neubauten mit den Fahrgestellnummern der beim Brand zerstörten Fahrzeuge.

Jaguar Lightweight E-Type von 2014

Mit dem Jaguar Lightweight E-Type startete Jaguar Classic 2014 seine Serie von „Continuation Cars”. Standesgemäß stellte der britische Autobauer sein erstes „Continuation Model“ beim Goodwood Revival erstmals der Öffentlichkeit vor. Jaguar baute sechs neue Jaguar Lightweight E-Type, die der Serien-Ausführung von 1963 entsprechen. Dabei nutzte Jaguar sechs Fahrgestellnummern, die schon fünf Jahrzehnte zuvor für den Lightweight reserviert waren, aber nie verwendet wurden. Das Projekt sorgte 2014 für viel Aufsehen. Die Autos, die mehr als eine Million Pfund kosteten, fanden praktisch unmittelbar nach der Ankündigung einen Kunden.