Der Rennsport der 1970er Jahre war oft zügellos. Bis heute legendär ist das Duell der Kölner Rennställe Gelo Racing und Kremer, die mit ihren Sportwagen erbittert um die Spitze kämpften. Dabei gab es allerdings immer einen wichtigen Unterschied. Denn das Gelo Racing Team des Kölner Unternehmers Georg Loos kaufte seine Fahrzeuge bei Porsche und lies sie an der Strecke oftmals auch von Werks-Mechanikern betreuen. Kremer setzte dagegen mit eigenen Entwicklungen darauf, die Grenzen des Machbaren zu verschieben.

Dabei entstanden Rennwagen, die sich erheblich von den Fahrzeugen des Werks unterschieden. Als erfolgreichster Kremer Porsche gilt der 935 K3, den das Team 1978 und 1979 baute. Im Unterschied zum Werk, das bei seinem Ladeluftkühler auf eine Wasserkühlung vertraute, übernahm beim K3 ein Luft/Luft-Ladeluftkühler die Kühlung der von den beiden Turboladern verdichteten Verbrennungsluft. Dieses Prinzip erwies sich im Einsatz auf der Rennstrecke als effizienter und weniger störungsanfällig. Für Kremer war das Ende der 1970er-Jahre ein oft entscheidener technischer Vorteil.

Porsche 935 K3
Der Kremer Porsche 935 K3 feiert bis heute Erfolge.

Im Sommer 1979 gewann Kremer mit dem 935 K3 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Klaus Ludwig teilte sich dabei das Cockpit mit den Brüdern Bill und Don Whittington. Profi Ludwig, der im gleichen Jahr mit dem K3 auch die Deutsche Rennsport-Meisterschaft und den Porsche-Cup gewann, stellte den Porsche im Training auf den 3. Startplatz. Für die Teamchefs war klar, dass der Profi aus Bonn auch den Start fährt.

Bill Whittington hatten andere Pläne!

Die US-Boys waren Pay-Driver, die für ihre Einsätze an die Sarthe bezahlen müssten. Später wurde ihnen nachgewiesen, dass das Geld dafür aus Drogengeschäften stammte. Doch im Sommer 1979 spielte noch keine Rolle. Das Kremer Team plante, die beiden Rennfahrer aus den USA nur die Mindestfahrtzeit im Cockpit absolvieren zu lassen. Irgendwann, wenn sich der Verkehr auf der Strecke eingependelt hatte, würde das Team die Hobby-Piloten gefahrlos ans Steuer lassen können. 

Doch Bill Whittington hatte andere Vorstellungen. Obwohl der jüngere der Brüder mit Abstand langsamste der drei „Piloten“ war, wollte Bill unbedingt den Start fahren. Das Team lehnte ab und verwies auf die Pläne, die vorsahen, dass der Profi Ludwig den Start fährt. Doch Whittington lies nicht locker, fragte schließlich nach dem Preis für das ganze Fahrzeug. Kurze Zeit später wechselte der Porsche 935 K3 daraufhin für 290.000 US-$ den Besitzer.

Bill Whittington zahlte bar und war damit der Besitzer des Rennwagens mit der Startnummer 41! Nicht ohne Hintergedanken. Denn als Fahrzeugbesitzer bestimmte der Amerikaner, dass er selbst beim Start ins Lenkrad greifen werde.

5 Kommentare

  1. Ich finde es eher bescheiden wenn man die Drogenkohle so lässig einsteckt.

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