Im Rahmen des Pebble Beach Concours d’Elegance finden traditionell auch zahlreiche Auktionen statt. Rund 391 Millionen US-Dollar erlösten die beteiligten Auktionshäuser bei diesen Versteigerungen in diesem Jahr.

391 Millionen sind – für Normalsterbliche – beeindruckend viel Geld. Bankenretter beurteilen das sicherlich anders. Für sie sind solche Werte bekanntlich Peanuts. Auffällig, dass der Gesamterlös in diesem Jahr nicht von einem neuen absoluten Rekordpreis getragen wurde. Vor zwölf Monaten legte ein Bieter in Pebble Beach 38,1 Millionen US-Dollar für einen 1962er Ferrari GTO auf den Tisch.

2015 zeigte sich eher in der Breite stark

Gleich sieben Fahrzeuge knackten beim Verkauf teilweise deutlich die Marke von zehn Millionen US-Dollar. Alleine das Auktionshaus Gooding & Company erzielte in Pebble Beach in diesem Jahr einen Gesamterlös von 128 Millionen US-Dollar. Der Spitzenreiter 2015 war ein Ferrari 250 LM des Baujahrs 1964 mit einer Karosserie von Scaglietti. Das Auktionshaus RM Sotheby’s versteigerte diesen ehemaligen Rennwagen für 17,6 Millionen US-Dollar.

Kein schlechter Wert, da Ferrari immerhin 32 Exemplare des Kundensportwagens baute. Und offensichtlich zeigt sich der Markt für alte Ferrari Sportwagen weiter stabil. Denn neben diesem Mittelmotor-Ferrari knackten in diesem Jahr  in Pebble Beach gleich drei weitere Ferrari-Fahrzeuge die Marke von zehn Millionen US-Dollar. Und selbst für einen Ferrari 206 S Dino Spider des Baujahr 1996 erzielte das Auktionshaus Gooding & Company 2.310.000 US-Dollar.

Diese Autos knackten 2015 in Pebble Beach die Marke von zehn Millionen US-Dollar:

  1. 17,6 Millionen US-Dollar bei RM Sotheby’s für einen Ferrari 250 LM Baujahr 1964,
  2. 16,8 Millionen US-Dollar bei Gooding & Company für einen Ferrari 250 GT SWB California Spider Baujahr 1961,
  3. 16,5 Millionen US-Dollar bei Gooding & Company für einen Ferrari 250 GT SWB Berlinetta Speciale Baujahr 1962
  4. 13,9 Millionen US-Dollar bei RM Sotheby’s für einen McLaren F1 „LM Specification“ Baujahr 1998
  5. 13,2 Millionen Dollar bei RM Sotheby’s für einen Jaguar C-Type Works Lightweight Baujahr 1953
  6. 13,2 Millionen US-Dollar bei Gooding & Company für einen Ferrari 250 GT Berlinetta Competizione „Tour de France“ Baujahr 1956
  7. 10,1 Millionen US-Dollar bei Gooding & Company für einen Porsche 956, Baujahr 1982

Was finde ich besonders interessant?

Als regelmäßiger Beobachter der Gruppe C finde ich natürlich besonders den Verkaufserlös von 10,1 Millionen für einen Porsche 956 interessant. Der jetzt in Pebble Beach verkaufte Porsche 956-003 wurde 1982 und 1983 vom Porsche-Werksteam in der Sportwagen-Weltmeisterschaft eingesetzt. Schon 1982 belegten Jochen Mass und der australische Rennfahrer Vern Schuppan mit dem Dritten jemals gebauten 956 in Le Mans den zweiten Platz.

Dazu siegte der 003 im Debütjahr bei den WM-Läufen in Spa (Jacky Ickx und Jochen Mass), Fuji (Jacky Ickx und Jochen Mass) und Brands Hatch (Jacky Ickx und Derek Bell). Ein Jahr später gewannen Vern Schuppan, Hurley Haywood und Al Holbert mit diesem Fahrzeug das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Mit dieser Vita gilt das Chassis 003 als einer der erfolgreichsten Porsche 956 überhaupt.

Nach dem Le Mans Sieg übernahm Vern Schuppan den Rennwagen, um ihn in seinem eigenen Team noch einige Jahr in der WM und der IMSA einzusetzen. 1996 übernahm ein New Yorker Sammler den Rennwagen. Anschließend wechselte der Porsche 956 mehrfach den Eigentümer und kehrte 2007 nach Europa zurück. Vor rund zehn Jahren wurde 003 einige Mal im historischen Motorsport eingesetzt, verschwand dann allerdings weitestgehend von der Bildfläche. Bis es jetzt in Pebble Beach wieder auftauchte.

1 Kommentar

  1. Bei diesem Preis kann man wohl davon ausgehen, dass man diesen Wagen auch nie wieder auf einer Rennstrecke fahren sehen wird.
    Wie so viele dieser „Wertanlagen“ wird er bestimmt in einer privaten Sammlung verschwinden.
    Es ist wirklich schade wie stark die Preise in den letzten Jahren im Oldtimer-Segment angestiegen sind. Wie soll man etwas an kommende Generationen weitergeben wenn die Hälfte der Autos in Privatmuseen und die andere Hälfte so teuer ist, dass sie sich nur ein exquisiter Kreis an Menschen leisten kann. Sieht denn niemand das durch diesen Hype um immer höhere Preise auch etwas zerstört wird?

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