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Gruppe C – Motorsport kompakt erklärt

Die Gruppe C kam von 1982 bis 1992 hauptsächlich in der Sportwagen-Weltmeisterschaft zum Einsatz. Sie entstand, als die FIA zur Saison 1982 den internationalen Motorsport neu ordnete. An die Stelle der zuvor sieben Fahrzeugklassen (Gruppen 1a, 1b, 2, 3, 4, 5 und 6) traten vier neue Gruppen. Die geschlossenen Prototypen bilden dabei die Spitze der Pyramide.

Gruppe C Rennwagen der ersten Stunde: Porsche 956
Der Porsche 956 war in den Anfangstagen der neuen Fahrzeugklasse fast unschlagbar. Neben dem Werk setzten auch zahlreiche Privatteams Porsche 956 und seinen Nachfolger 962 ein. (Foto Porsche)

Mitte der 1970er-Jahre verlor der Automobile Club de l’Ouest (ACO) für die von ihm durchgeführten 24 Stunden von Le Mans das WM-Prädikat. Der ACO und die FISA, die Sportkommission des Automobil-Weltverbands, konnten sich trotz der Ölkrise nicht darauf einigen, wie viel Benzin die Rennwagen beim großen Rennen in Frankreich verbrauchen dürfen. Also ging der ACO eigene Wege, worauf die FISA das wichtigste Langstreckenrennen des Jahres aus ihrem WM-Kalender verbannte.

Der Verlust des WM-Prädikats war ein klassisches Eigentor!

Denn ohne Le Mans war die Sportwagen-WM in den Augen der Hersteller nichts mehr wert. Und in Le Mans nutzen die Verantwortlichen die Gelegenheit, um eigene Regeln zu definieren. Zudem fand der ACO mit der nordamerikanischen IMSA einen starken Verbündeten. 1976 rannten daher an der Sarthe nicht nur zwei NASCAR-Boliden, der IMSA-Mutter NASCAR, sondern auch Experimentalfahrzeuge GTX (Le Mans Grand Touring Experimental) und Prototypen GTP (Le Mans Grand Touring Prototypes). Das notwendige Reglement verfassten ACO und IMSA im engen Schulterschluss.

WM P76 von Welter Racing  – der Prototyp mit dem V6 PRV-Motor war einer der ersten GTP, die in Le Mans antraten. (Foto: Archiv: AutoNatives.de)
WM P76 von Welter Racing – der Prototyp mit dem V6 PRV-Motor war einer der ersten GTP, die in Le Mans antraten. (Foto: Archiv: AutoNatives.de)

Die IMSA lud beide Fahrzeugklassen zu den 24 Stunden von Daytona ein. In der GTX-Klasse konnten Fahrzeughersteller die Möglichkeit, freie Abwendungen von Seriensportwagen im Rennsport einzusetzen. Die GTP adressierte kleine unabhängige Teams, die sich in der Lage sahen, mit überschaubaren Mitteln einen Prototypen zu bauen. Die Verantwortlichen trimmten das Reglement daher auf Kosteneffizienz. Das nutzten zu Beginn bevorzugt französische Rennteams wie Welter Racing oder Rondeau.

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Die Prototypen der GTP waren die Blaupause für die Gruppe C

Die GTP nahmen viel von dem vorweg, was 1982 zur Gruppe C wurde. Denn Anfang der 1980er-Jahre rückten ACO und FISA wieder näher zusammen. Die FISA überarbeitete ihren komplexen Katalog an Fahrzeugklassen und Mindeststückzahlen für Tourenwagen und Sportwagen radikal. Aus sieben Klassen (1a, 1b, 2, 3, 4, 5 und 6) wurden zunächst drei. Wobei die Sportprototypen die Spitze der Pyramide bildeten. Das Besondere der fortan als Gruppe C bezeichneten Sportprototypen waren die großen Freiheiten des Reglements.

Denn die FISA gab im Wesentlichen nur die Abmessungen, das Gewicht und den Verbrauch vor. Für 1.000 Rennkilometer durften die Rennwagen der Gruppe C maximal 600 Liter Kraftstoff verbrauchen. Das maximale Tankvolumen lag bei 100 Litern. In einer Unterkategorie, der sogenannten Gruppe C Junior, gestand sie den Boliden 330 Liter pro 1.000 Kilometer Renndistanz und maximal 55 Liter große Tanks zu. Mit die Parametern wollte die FIA den Blick der Entwickler weg von der Spitzenleistung hin zu Effizienz der Motoren verlagern.

Die neue Fahrzeugklasse entwickelte sich sofort prächtig!

Während die große Kategorie die Werke adressierte, richtete sich die kleine Klasse an Privatteams. Das folgte der Tradition der zuvor in Le Mans eingesetzten GTP-Fahrzeuge. Als erster Gruppe C Junior ging der britische Harrier RX83C mit einem Wankelmotor von Mazda in die Geschichte ein. Und mit Aston Martin, Ford, Porsche sowie Rondeau gab es auch in der großen Klasse von Anfang an potente Starter. Zudem boten auch Lola und March passende Fahrzeuge an. Wobei in den ersten Jahren Porsche mit den Typen Porsche 956 und 962 die Szene dominierte.

STHEMO SM01 in Le Mans
Der STHEMO SM01 trat 1983 in Le Mans an. Genannt in der Gruppe C Junior fiel der Rennwagen nach 15 Stunden aus.

Bald folgten auch Lancia dem Ruf der neuen Fahrzeugklasse. Im Bestreben, in Le Mans zu gewinnen, stellten die Italiener im Übergangsjahr 1982 noch einen neuen Renner auf Basis der auslaufenden Regeln auf die Räder. Erst ab 1983 folgte mit dem Lancia LC2 ein geschlossener Prototyp. Da hatte sich Porsche in der neuen Fahrzeugklasse schon einen großen Vorsprung erarbeitet. Lancia blieb nur die Rolle des Jägers. Erst Jaguar verdrängte Porsche von der Spitze und übernahm die Rolle des Gejagten, um diese Rolle dann an Mercedes-Benz weiterzureichen. Am Ende war Peugeot die Marke, die es zu schlagen galt.

Der Erfolg war ihr Ende

Die Duelle faszinierten die Fans. In der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre strömten die Fans in Massen an die Strecken, um die Sport-Prototypen in der WM zu sehen. Zudem gab es nationale Meisterschaften, wo die Sportprototypen fuhren. In Deutschland rannten sie bereits von 1982 bis 1985 in der Deutschen-Rennsport-Meisterschaft sowie von 1986 bis 1989 im deutschen Supercup. Dazu traten die Sportprototypen auch in der europäischen Interserie sowie mit leicht geänderten technischen Bestimmungen der IMSA-GTP-Serie an. Die Amerikaner verzichteten bei ihren Prototypen auf die restriktiven Verbrauchsvorschriften und definierten teilweise eigene Vorschriften für die Sicherheit der Rennwagen.

Legende der Legenden: Peugeot 905 in Le Mans
Der Peugeot 905 war in der Spätphase der Gruppe C das Auto, das es zu schlagen galt. (Foto: Tom Schwede)

Am Ende bauten auch Peugeot und Alfa Romeo Rennwagen für die Gruppe C – wobei die Italiener ihren Rennwagen erst fertigstellten, als die FISA gar keine Rennen mehr für die Gruppe C ausschrieb. Denn die Epoche der Gruppe C endete als die FIA den Sport-Prototypen die Motoren aus der Formel 1 vorschrieb. Zuvor waren die Hersteller in der Wahl des Motorkonzepts völlig frei. Weshalb beispielsweise Mazda mit einem Wankelmotor antrat. Übrigens durchaus mit Erfolg, denn die Japaner gewannen 1991 mit ihrem Gruppe-C-Renner Mazda 787B als erster japanischer Hersteller die 24 Stunden von Le Mans.

Mehr zur den Gruppe-C-Prototypen in unserem Blog:

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Veröffentlicht in: Gruppe C

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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Der Porsche 956 war der erfolgreichste Gruppe C Rennwagen seiner Zeit (Foto Porsche)

Der Porsche 956 war der erfolgreichste Gruppe C Rennwagen seiner Zeit (Foto Porsche)

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