Ich habe lange überlegt, was mir das Logo von Frits and Tits mitteilen möchte. Aber egal, die Botschaft ist klar: Hier gibt es tiefe Einblicke und heiße Kartoffelstäbchen. Doch heute ist es kalt und deshalb trägt Kamy hochgeschlossen. Das Kleid mit der Aufschrift „Heiße Kiste“ auf dem Popo hängt im Schrank. Ihm haben ein Fleece und eine warme Hose Platz gemacht. Sehr vernünftig. Wir wollen uns ja nichts wegholen an der stark befahrenen Ausfallstraße zur A40.

Hunderte Male sind wir auf dem Weg zur Autobahn schon an der Bude vorbeigefahren, hatten bisher aber nie einen Grund dort zu halten. Heute haben wir einen, denn der einstmals unappetitlich dunklen Verschlag strahlt nun knallig pink und frisch geputzt. Im dicken Verkehr konnten wir zum Glück den Rolls passgenau und farblich perfekt abgestimmt parken. Das ist mit diesem Auto beileibe keine Selbstverständlichkeit, obwohl er quasi jede Rundung seines Luxuskörpers mit Kameras überwachen und so vor hässlichen Schrammen bewahren kann. Mit glockenhellem Klang meldet er sogar eine Person, die es wagt, sich dem Auto zu nähern.

#pommesdeluxe2016
Die besten Fritten von den heißen Schnitten – Kamy empfängt uns herzlich und aufgeschlossen. Ihre Pommes Currywurst ist der Dauerbrenner.

Handfest und körpernah

Wenn wir gerade bei Körpern sind, zunächst wurde das Trio – nach dem Ausscheiden einer der Mädels heute bestehend aus Mono, Nicci und Kamy – als Schrottladys bekannt. Ganz in alter Klüngelskerlmanier fuhr der Trupp um Monika Kosoil durch die Essener Straßen und sammelte Altmetall. Die Tatsache, dass sie das in knappen Shirts und pinken Latzhosen taten, brachte ihnen eine gewissen Aufmerksamkeit hauptsächlich seitens der männlichen Eingeborenen. Und der Boulevard-Medien natürlich.


Frits and Tits
Essen-Kray kennen TV-Zuschauer aus der Sitcom „Alles Atze“ mit der Kunstfigur Atze Schröder. Doch anders als der Kiosk der TV-Serie gehört der Imbiss Frits and Tits fest zum Bestandteil des Essener Stadtteils.

51°28’25.7″N 7°04’54.0″E

Sex sells und wer diese Waffe geschickt für sich und sein Geschäft nutzt, dem sei es gegönnt. Doch der Schrottpreis sackte und die Mädels sahen sich gezwungen, ein zweites Standbein in den strammen Strumpf zu stellen. Pommes, tiefe Ausschnitte und kurz Kleider gehen immer, nur leider war ihr Büdchen vor dem Schrottplatzgelände den Behörden schnell ein Dorn im Auge.

 

Seit Februar 2016 haben sie nun einen festen Standort in Essen-Kray. „Seit vierzig Jahren ist diese Bude hier ein Imbiss,“ erzählt Kamy, „doch zum Schluss fehlte den ehemaligen Betreibern wohl die Liebe zum Detail.““ Ja, daran kann ich mich lebhaft erinnern. Genau deswegen haben wir dort auch nie gehalten. Jetzt ist alles pickobello und Kamys strahlendes Lachen zeigt, dass sie wirklich Spaß hat. „Und, wie fährt sich der Rolls? Geil, ne!“ Ja, geil! Eine andere Antwort fällt uns in diesem Moment irgendwie auch nicht ein.

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