Irgendwie ist mein Wochenrückblick eingeschlafen. Dabei ist er eine gute Gelegenheit, um auf die persönliche Auto-Woche zurückzublicken. Und das geht in dieser Woche nicht ohne Blick auf die GDL. Denn ihr Streik sorgte für eine ungeplante Testfahrt mit dem Smart Fortwo Cabrio.

Heute hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) endlich ihren Streik beendet. Ich schreibe „endlich“, denn das, was die GDL zurzeit abzieht, ist für mich ein Missbrauch des Streikrechts. Schließlich geht es nicht um eine Besserstellung der von der GDL vertretenen Lokführer.

Hauptgrund für den Streik ist, dass die GDL ihr Vertretungsmandat auch auf Schaffner und Zugbegleiter ausdehnen will. Ein Schlichtungsangebot der Bahn lehnte die GDL in der Woche ab. Was mich in meiner Meinung über die GDL bestätigt. Sie ist die Geisel ihres Vorsitzenden Claus Weselsky.

Weselsky scheint den Anspruch zu haben, sich als „großer“ Gewerkschaftsführer in den Geschichtsbüchern zu verewigen. Anders ist das Verhalten der GDL kaum noch zu erklären. Daher kann ich das Ganze nur noch mit viel Spott ertragen. Schließlich kommt Weselsky aus Dresden. Und im Osten kennt sich der Eine oder der Andere ja mit dem Einschränken der Reisefreiheit aus.

Zum Glück gibt es Alternativen

Ich hatte am Freitag dieser Woche einen Termin in Frankfurt am Main. Im Hilton durfte ich einen Vortrag über IBM Connections halten. Normalerweise wäre ich dort mit der Bahn angereist. Doch das war leider nicht möglich. Wie schon vor einigen Wochen, als ich während des Streiks der GDL nach Mannheim musste, wich ich daher auf einen Mietwagen aus.

Normalerweise buche ich dann die typische Vertreterklasse. Also einen VW Passat, Ford Mondeo oder auch einen Audi A6. Doch diesmal hatte ich darauf irgendwie keine Lust. Also reservierte ich mir einen Fiat 500. Schließlich hob Europcar diesen sympathischen Kleinwagen schon auf seiner Startseite besonders hervor. Wobei das mit den Reservierungen immer so eine Sache ist. Denn nicht immer sind alle Fahrzeuge an jeder Station verfügbar.

Ich fürchte, dass die Mietwagenunternehmen das zwar wissen, es jedoch befürchten, einen Kunden zu verlieren und die Verfügbarkeit im Internet nicht so genau anzeigen. Prompt wurde das mit dem Fiat 500 leider nichts. Denn als ich am Freitag früh an der Europcar Niederlassung in Gelsenkirchen ankam, stand dort kein kleiner Italiener auf dem Hof.

Europcar würde jetzt sicherlich anführen, dass es bei der Reservierung schon heißt „… oder ähnlich“. Ähnlich hieß im meinem Fall „Smart Fortwo Cabrio mhd“. Immer noch besser als die Alternative „Ford Fiesta“, die auch noch auf dem Hof der Autovermietung parkte. Schwach allerdings, dass der Servicemitarbeiter die Abweichung von der Bestellung lieber nicht kommentierte.

Eigentor! Ähnlich heißt: Smart Fortwo Cabrio

Da saß ich also nun morgens um kurz nach acht in einem Smart Fortwo Cabrio und fluchte. Kurz dachte ich über meinen Geisteszustand nach und warum ich nicht den üblichen Passat bestellt hatte. Schließlich würde ich auf dem Hin- und Rückweg gut 550 Kilometer zurücklegen. Der Smart ist ein Stadtauto. Sicherlich nicht gemacht, um vom Ruhrgebiet über die A45 und die A5 nach Frankfurt zu reisen.

Ich überlegte, wann ich das letzte Mal einen Smart gefahren bin. Ich glaube, dass das noch das Urmodell war. Karla und ich wollten uns das vor rund 15 Jahren als Zweitwagen kaufen. Doch nach einer Probefahrt nahmen wir davon Abstand. Die Schaltung des Testwagens glänzte mit zu großen Schaltpausen. Auch das Smart Fortwo Cabrio der zweiten Generation kennt das noch. Insofern fühlte ich mich schnell „heimisch“.

Auf dem Weg bis zum Landstraßentempo unterbricht die Schaltung dreimal harsch den Vortrieb, um den nächsten Gang einzuwerfen. Es hat sich also nichts geändert; auch nach 15 Jahren ist ein Smart immer noch eine rollende Schaltpause. Zum Glück passt die Sitzposition halbwegs. Im Kleinwagen ist auch für mich und meinen etwas mehr als zwei Meier langen Körper genug Platz. Auch wenn das leider nicht verstellbare Lenkrad für meinen Geschmack etwas zu tief sitzt.

Nach knapp drei Stunden Smart erreiche ich mein Ziel

Schneller wäre das an diesem Morgen auch mit einem besseren üblichen Reiseauto kaum gegangen. Am Zielort Frankfurt spielte der Smart Fortwo seine Stärken aus. Denn im Stadtverkehr ist der Kleine unschlagbar. Der Stadtflitzer macht, wenn er nicht schaltet, sogar Spaß. Zumindest, wenn die Start-Stop-Automatik deaktiviert ist. Denn die schaltet den Motor extrem früh ab. Teilweise sogar, wenn die Fuhre noch rollt. Das fand ich ziemlich nervig.

Kurz nach 16 Uhr hatte ich meinen Vortrag erfolgreich gemeistert und machte mich auf den Rückweg. Beim Auslösen des Autos verlangte das Parkhaus an der Börse 10 Euro von mir. Das zeigte mir, dass Frankfurt nicht Gelsenkirchen ist – aber auch nicht Düsseldorf. Egal, immerhin entschädigte mich das Wetter mit etwas Frühlingssonne. Das bot mir endlich die Gelegenheit, um das Verdeck zu öffnen. Schließlich wollte ich das Sommergefühl des Smart Cabrio auch vollständig genießen.

Zeit genug hatte ich ja!

Denn Freitag Nachmittag ist die A5 Richtung Norden ein zweifelhaftes Vergnügen. Vermutlich sogar ohne Bahn-Streik. Bis zum Gambacher Kreuz stand ich im Stau. Knapp 90 Minuten lang. Doch ich beschloss, das positiv zu sehen. Cabrios scheinen etwas Beruhigendes zu haben. Gegen 20 Uhr war ich wieder zurück in Gelsenkirchen. 542 Kilometer hatte ich mit dem Smart Fortwo Cabrio mhd zurückgelegt.

25,10 Liter Super passten jetzt in den Tank. Das entspricht einem Verbrauch von 4,6 Litern auf 100 Kilometer. Damit bewies sich der Smart Fortwo zumindest auf der Autobahn als echter Kostverächter. Vielleicht sollte ich mir den aktuellen Smart mal genauer ansehen, wenn der endlich ein höhenverstellbares Lenkrad hat, dann ist eine gute Winteralternative zu unserem klassischen Mini.


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Tom im Smart

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Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

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