Vor ein paar Tagen lag bei uns Driveclub in der Post, also rauf aufs Sofa und angespielt. Der Exklusivtitel für die Playstation 4 ist keine reine Rennsimulation, sondern stellt das Onlinegaming in den Vordergrund. Damit spricht Sony eher die reinen Konsolenspieler als die eingefleischten Rennfans an.

Das unterstreicht auch das Konzept des eigenen Drive-Clubs im Spiel. Mit ihm kann sich der Spieler mit seinen Freunden vernetzen. Die Mitglieder eines Clubs treten dabei sogar mit einem gemeinsamen Emblem auf dem Auto bei den Rennen an. Schade, dass die Lackierungen der Fahrzeuge nicht so frei zu gestalten sind, wie zum Beispiel bei NASCAR 14′. Bei Driveclub ist es lediglich möglich, aus bestehenden Designs zu wählen und die Farben anzupassen. Zentrale Währung des Spiels sind die Ruhmpunkte. Mit ihnen schaltet der Spieler neue Autos oder Grafikdesigns frei. Alleine oder gemeinsam mit den Mitgliedern seines Drive-Clubs.

Fahrverhalten der Autos in Driveclub

Am wichtigsten ist bei einem Rennspiel immer das Handling des Fahrzeugs. Driveclub mischt das aus Gran Turismo bekannte Fahrverhalten mit dem Ausbrechen der Fahrzeuge bei Need For Speed. Es ist möglich, die Fahrlinien eines auf einer Rennstrecke fahrenden Rennwagen nachzuahmen. Ich finde, dass sich das von der Fahrphysik her zunächst sehr gut anfühlt. Leider sind dort aber noch ein paar Kleinigkeiten, die das perfekte Handling missen lassen.

Zum einen haben wir das Ausbrechen des Hecks, welches wir aus gängigen Arcade Racern bereits kennen. Zwar gibt es in Driveclub Ruhmpunkte für schöne Drifts, jedoch kann dem Fahrer schon ein kleiner Rutscher eine komplette Kurve versauen, da die KI natürlich solche Fehler nicht macht. Das ist ziemlich frustrierend, vor allem wenn dieses in der letzten Kurve des Rennens passiert.

Screenshot Driveclub, Playstation 4
Driften bringt Ruhmpunkte. (Screenshot Driveclub, Playstation 4)

Einen zweiten kleinen Schönheitsfehler hat das Fahrverhalten bei schnellen Richtungswechseln. Das Auto schaukelt sich auf und lässt nicht mehr kontrollieren. Ich habe Driveclub mit dem Controller gespielt. Möglicherweise hätte sich das Fahrzeug mit einem Lenkrad präziser um die Kurven lenken lassen. Alles in allem finde ich das Handling der Fahrzeuge durchaus gelungen.

Karrieremodus und Spielerlebnis

Der Karrieremodus in Driveclub, genannt „Tour“, kann mich nicht vollends überzeugen. Ein bisschen mehr Abwechslung hätte sicher nicht geschadet. Zum einen gibt es nur fünf Schauplätze, an denen Rennen ausgetragen werden: Norwegen, Chile, Schottland, Kanada und Indien. Oberflächlich unterscheidet sich die Gestaltung der Orte, leider wirken trotzdem alle Strecken gleich und eintönig. Keine Strecke hat ein besonderes Merkmal.

Screenshot Driveclub, Playstation 4
Ich habe die Tour durchgespielt und 225 der 225 möglichen Punkte gesammelt. (Screenshot Driveclub, Playstation 4)

Seine „Tour“ startet der Spieler im Kompaktwagen und arbeitet sich Stück für Stück bis in die Hypercars vor. Wer Rennen gewinnt, bekommt Sterne – zusätzlich zu den Ruhmpunkten, die auch online von Bedeutung sind. Während die Sterne nur dafür verantwortlich sind, dass der Spieler weitere Rennen auf der „Tour“ freischaltet.

Leider gibt es in Driveclub nur drei Arten von Rennen:

  • Drift Rennen, bei denen der Fahrer eine bestimmte Anzahl von Ruhmpunkten erreichen muss, um die Maximalzahl von Sternen zu bekommen.
  • Klassische Rundenrennen wie in der Formel 1 oder der DTM
  • Zeitrennen, bei welchen der Fahrer unter einer bestimmten Zeit bleiben muss, um alle Sterne abzuräumen.

In den Rennen gibt es kleine Zwischenaufgaben. Diese werden mit Extra-Sternen belohnt. Dabei muss der Spieler eine perfekte Runde ohne Fehler hinlegen oder eine bestimmte Höchstgeschwindigkeit im Rennen erreichen. Dazu gibt es noch drei interaktive Wettbewerbe. Driveclub setzt dabei die Leistungen des Spielers auf der Strecke in Bezug zu denen anderer Spieler.

Dabei ist länger zu driften oder länger auf der Ideallinie zu fahren, als ein zufällig ausgewählter anderer Spieler, noch halbwegs nachvollziehbar. Das dritte Minispiel zerstört jedoch den Spaß. Beim Durchschnittsgeschwindigkeitswettbewerb gewinnt derjenige, der im Schnitt schneller war. Das wäre eigentlich auch einfach, wenn Online-Gegner sich nicht utopische Geschwindigkeiten ermogeln würden.

Screenshot Driveclub, Playstation 4
Die teilweise absurden Geschwindigkeit des Gegners nerven. Hier muss Sony nachbessern. (Screenshot Driveclub, Playstation 4)

Ich habe es mittlerweile geschafft, 225 von 225 möglichen Sternen im Tour Modus zu erreichen. Das wurde mit einer schicken neuen Lackierung für meine Driveclub-Rennwagen belohnt. Es gab jedoch keine Playstation-Trophäe.

Die Grafik ist Spitze

Ein Punkt, bei dem es bei Driveclub überhaupt nichts zu meckern gibt, ist die Grafik. Sony zeigt, was die eigene Konsole zu Leisten imstande ist. Lichteffekte wie eine tief stehende Sonne vermitteln ein atemberaubendes Gefühl. Der Spieler sucht die Sonnenbrille, wie er es vom Autofahren gewöhnt ist. Besonders überzeugend wirkt auch der Panoramablick über die Strecke vor dem Rennen. Hier denkt man fast, man würde Fernsehaufnahmen sehen. Auch die Fahrzeuge sehen im Spiel grandios aus, was mir als Autofan natürlich sehr gut gefällt.

Mein Fazit zu Driveclub für die Playstation 4.

Das Beste an Driveclub ist die Grafik. Sie zeigt, was die Playstation 4 kann. Viele Ideen des Spiels wissen ebenfalls zu überzeugen. Das Spiel hat durchaus Potenzial für ein unterhaltsames Rennspiel, macht mit den Lenkrad gewiss noch mehr Spaß als mit dem Controller. Wichtig wäre aber ein Patch, der das Onlinespiel verbessert. Das Spiel setzt auf Interaktivität zwischen den Spieler. Da verderben die teilweise sehr langen Ladezeiten ein wenig den Spaß. Das hat meine Geduld überstrapaziert. Genauso wie die Driveclub-Server, die teilweise ohne nachvollziehbaren Grund die Verbindung trennten.

1 Kommentar

  1. Ich finde es so abgefahren, dass jetzt erste Autoentwürfe in Spielen getestet werden. Mercedes hat ja jetzt angekündigt, dass sein neues Modell im neuen PS4 Spiel schon mal zu fahren ist.

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