Meinung und Kommentar

Die Fernweh-Feuerwehr rückt nicht aus – Worte am Sonntag, Wochenrückblick #35-2014

Vor ein paar Wochen äußerte ich hier im Auto-Blog für echte Auto-Natives meine Meinung zu einer Artikelserie bei Spiegel Online. Unter dem Titel Fernweh-Feuerwehr wollte Gerrit Sievert dort den Umbau ein altes Feuerwehr-Auto zum Wohnmobil in Text und Bildern begleiten. Ja richtig gelesen „wollte“ – denn der Berliner Fotograf gab das Projekt inzwischen auf. Statt der erträumten Reise nach Mauretanien gab es für den Fotografen und seine Fernweh-Feuerwehr allenfalls eine kurze Ausfahrt ins Berliner Umland.

So richtig überrascht mich diese Entwicklung nicht. Denn ich wunderte mich schon, weil es um das Projekt inzwischen sehr still war. Seit der Vorstellung des Projekts gab es bei SPIEGEL ONLINE gerade einmal zwei Artikel. Der erste Artikel liest sich schon wie eine Rechtfertigung. Vorsichtig schreibt Sievert von „Puristen“ und „Leserkommentaren“. Offensichtlich waren wir nicht die Einzigen, die zum „Hurra“ anstimmten. Wobei das Wort „Purist“ im Text von Sievert ihm fast wie ein Schimpfwort klingt. Mich trifft das nicht, wer mehr über meine Freude an Oldtimern wissen will, der findet dazu ebenfalls etwas bei Spiegel Online.

Der zweite Artikel nimmt das Scheitern vorweg!

Denn in seinem zweiten Beitrag beschreibt Sievert die Probleme, eine Oldtimer-Zulassung für den geplanten Umbau zu erhalten. Sorry, aber das ist ein ziemlich schwaches Argument. Denn eine fehlende Oldtimer-Zulassung kann für jemanden, der sein Projekt wirklich durchziehen will, ja eigentlich kein Hindernis sein. Und bei den ursprünglich ins Auge gefassten Reisezielen in Mauretanien kräht auch kein Hahn danach, ob das Auto in einer Umweltzone fahren darf.

Und am Ende ist ein Oldtimer-Kennzeichen „nur“ ein Steuernachlass. Dabei jedoch nur auf das Alter eines Fahrzeugs abzustellen springt zu kurz. Denn der Gesetzgeber bindet diesen Nachlass an Originalität und die – wie es im Gesetz heißt – Erhaltung von Kulturgut. Wer die zeitgenössische Originalität eines Fahrzeugs zerstört, der darf sich nicht wundern, wenn es mit dem H-Kennzeichen nicht klappt. Und wenn dann die Kalkulation nicht aufgeht, dann war der Oldtimer sowieso nur Mittel zum Zweck und keine Leidenschaft.

Aber lassen wir das, denn das Projekt ist Geschichte. Gerrit Sievert sagt jetzt in seinem letzten Artikel  Lebe wohl, roter Riese. Offen beschreibt der Fotograf, dass das Projekt Fernweh-Feuerwehr zumindest für ihn handwerklich nicht zu lösen ist. Dieses mutige Eingeständnis verdient Respekt.

3 Kommentare

  1. Marcel Weiser Reply

    Es war dass der Affe hier auch wieder sein dummes Maul aufreissen tut.

  2. Naja, da hat sich wohl jemand überschätzt. Man muss wohl wirklich hoffen, dass er seine geplanten Wüstentouren besser vorbereitet. Denn so einfach ist das Campen in der Sahara nun auch nicht.

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