Fahrberichte: Kia

KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid (2021) im Test!

Wir waren in unserem Test mit dem KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid (2021) unterwegs.

Der KIA Sorento ist seit fast zwei Jahrzehnten im Programm des koreanischen Autobauers KIA eine feste Größe. Im vergangenen Jahr aktualisierte KIA den SUV und stellte die vierte Generation des Sorento vor. Wir konnten jetzt den neuen hybriden KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid (2021) mit 230 PS Systemleistung ausführlich testen.

KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid (2021)
Unser Autor Tom Schwede unterwegs beim Test des KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid (2021). (Foto: Karla Schwede)

Als KIA vor gut 30 Jahren begann seine Autos auch auf dem deutschen Markt anzubieten, galt der Autobauer aus Südkorea als Preisbrecher. Schon in den Anfangstagen gehörte mit dem Sportage ein SUV zum KIA-Programm. Damals ließ KIA die für den deutschen Markt vorgesehenen SUV bei Karman in Osnabrück fertigen. Doch das blieb eine kurze Epoche. Schon seit 1998 fertigt KIA auch für Deutschland vorgesehene Fahrzeuge selbst. Zur Jahrtausendwende schlüpfte der Autobauer unter das Dach von Hyundai. Damit begann ein Aufstieg, der die Gruppe inzwischen zu den Größen des Marktes aufschließen ließ.

2020 lag die Hyundai KIA Automotive Group vor Stellantis auf den vierten Platz im Ranking der Autobauer und fertigte 6,4 Millionen Fahrzeuge. In Deutschland verkaufte KIA im vergangenen Jahr gut 64.000 Autos. Am häufigsten fanden die Händler für die Modelle der Baureihe Ceed und XCeed Kunden. 2020 war das 18.000-mal der Fall. Vom SUV Sorento verkauften sie immerhin 2.640 Exemplare. Das ist für ein Import-Fahrzeug dieser Preisklasse durchaus ein gutes Ergebnis. Zumal KIA beim Sorento im abgelaufenen Jahr einen Modellwechsel vollzog und die 2015 präsentierte dritte Generation in den Ruhestand fuhr.

KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid steht für 230 PS Systemleistung und Allradantrieb

Im August 2020 feierte die vierte Generation des KIA Sorento ihren Verkaufsstart. Seit Oktober liefert KIA die ersten Fahrzeuge des neuen Sorento an die Kunden aus. Zwei Motoren bot KIA seitdem an. Neben einem 2,2 Liter großen Diesel liefert KIA auch einen 1,6 Liter großen Turbo-Benziner, den ein Elektromotor unterstützt. Dank eines 60 PS (44 kW) kräftigen Elektromotor kann der SUV beim Anfahren und mit niedrigen Geschwindigkeiten elektrisch und lokal emissionsfrei fahren. Allerdings fehlt diesem Modell die Möglichkeit, Strom an der Steckdose zu laden. Es lädt seine Batterie über Rekuperation beim Bremsen. 

Frontansicht des KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid (2021)
Die Front des KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid (2021) gefällt. Sie trägt das Markengesicht des Herstellers.

Das ist durchaus ein sinnvoller Ansatz. Denn so speichert das Fahrzeug beim Verzögern Teile der Bewegungsenergie in Form von Strom zwischen. Beim klassischen Ansatz wandeln die Bremsen diese Energie durch Reibung in Wärme um. Womit sie für den Fahrzeugbesitzer verloren ist. In Form von Strom zwischengespeichert lässt sie sich nutzen, um den Sorento wieder in Fahrt zu bringen. Ein Prinzip, das hilft den Spritverbrauch zu senken. Weshalb KIA diese Motorisierung als „ecoHybrid“ bezeichnet. Im Fall des KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid heißt das übrigens, dass der Normverbrauch im Optimalfall bei 6,2 Litern pro 100 Kilometer liegt. Wobei wir – wie immer in unseren Tests – prüfen, was in der Realität auf der Straße für ein Verbrauch möglich ist.

A + B = C oder wenn 180 + 60 „nur“ 230 sind!

Der Verbrenner leistet maximal 180 PS (132 kW). Dazu benötigt der Vierzylinder, dem sein Benzin eine Direkteinspritzung zuführt, 5.500 Umdrehungen pro Minute. Der Elektromotor liefert maximal 60 PS (44 kW) im Bereich von 1.600 bis 2.000 Umdrehungen. Die Systemleistung des KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid beziffert KIA „nur“ mit 230 PS (169 kW). Genauso ist es beim Drehmoment. 265 Newtonmeter des Verbrenners und 265 Newtonmeter des E-Motors ergeben ein Systemdrehmoment von 350 Newtonmetern. Hier nimmt die Motorabstimmung wohl Rücksicht auf das Automatikgetriebe. Denn mehr Drehmoment würde ein anderes Getriebe erfordern.

Motor im KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid (2021)
Der Vierzylinder des KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid (2021) ist aufgeladen und verfügt über eine Direkteinspritzung. Ein Elektromotor, den KIA am Getriebe anflanscht, unterstützt den Verbrennen.

Inzwischen ergänzt ein dritter Motor das Sorento-Programm. Denn seit wenigen Wochen bieten die KIA-Händler in Deutschland auch einen Sorento Plug-In-Hybrid (PHEV) an. Der PHEV nutzt den gleichen Verbrennungsmotor wie der Selbstlade-Hybrid. Der Unterschied liegt im Elektro-Antrieb. Denn mit 91 PS (67 kW) Leistung und 304 Newtonmetern maximalem Drehmoment ist der Elektromotor des Plug-In-Hybrid deutlich kräftiger als der des ecoHybrid. Bei der Systemleistung gibt KIA einen Wert von 265 PS (195 kW) an. Wie beim Selbstlader liegt das maximale Systemdrehmoment bei 350 Newtonmetern. Das ist ein weiterer Hinweis auf die bewusste Drosselung beziehungsweise Konfiguration des maximalen Drehmoments.

Wie fährt sich der ecoHybrid Sorento?

Ich starte meine Testfahrt nach der Übergabe des Testwagens in einem Parkhaus. Der Überführungsfahrer hat offensichtlich darauf geachtet, dass die 1,49 kWh große Batterie des ecoHybrid fast vollständig geladen ist. Ich kann daher die ersten Meter mit Hilfe der Kraft der ins Sechsstufen-Automatikgetriebe integrierten Permanentmagnet-Synchronmaschine fahren. Erst als ich das Parkhaus verlasse und mehr Gas gebe, springt der Verbrenner dem Elektromotor zur Seite beziehungsweise übernimmt den Vortrieb. Denn Wechsel zwischen den Antriebsmodi steuert der KIA Sorento ecoHybrid automatisch.

Heckansicht des KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid (2021)
Auch am Heck setzt der KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid (2021) mit den geteilten Rücklichtern eine persönliche Note.

Eine Wahlmöglichkeit besteht trotzdem. Denn der KIA Sorento ecoHybrid verfügt über einen Schalter, um zwischen den Fahrmodi „Eco“, „Sport“ und „Smart“ zu wählen. Sie beeinflussen das Ansprechverhalten von Motor, Getriebe und Lenkung. Auf den ersten Kilometern spiele ich interessiert mit dieser Auswahl. Doch die Unterschiede sind gering, ja fast eher kosmetischer Natur. Daher entscheide ich mich am Ende des ersten gut eine Stunde dauernden Kennenlernens, in Zukunft den KIA Sorento 1.6 AWD nur noch mit „Eco“ zu fahren. Wobei der KIA dabei seine Hinterräder nicht mehr mit Antriebsaufgaben betraut.

Der Benziner des KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid (2021) bietet eine variable Ventilsteuerung und Direkteinspritzung!

Der Name „Eco“ klingt nach Verzicht, um Kraftstoff zu sparen. Und tatsächlich, wer das Gaspedal sanft bedient, der gleitet fortan eher gemäßigt durch die Umgebung. Doch wenn der Fuß das Gaspedal schnell durchtritt, dann ist die Gelassenheit Geschichte. Durchaus willig erklimmt der 1,6 Liter große Ottomotor ein höheres Drehzahlniveau. Wobei es, der Fahrzeugklasse entsprechend, im Inneren weiter ruhig bleibt. Unter der Motorhaube nutzt währenddessen der Hightech-Vierzylinder seine variable Ventilsteuerung, um die Effizienz zu optimieren.

Dabei löst die Computer-Steuerung das altbekannte Dilemma aller Motorenbauer. Denn seit den Anfangstagen des Autos müssen sie sich entscheiden, ob sie ihre Ventilsteuerung für niedrige oder höhere Drehzahlen auslegen. Variable Ventilsteuerungen passen die Steuerzeiten jeweils optimal an das aktuelle Drehzahlniveau aus. Das Ergebnis im KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid (2021)  kann sich sehen lassen. Denn der nahtlose Wechsel der Steuerzeiten fördert besonders im Drehzahlkeller sowie im mittleren Drehzahlbereich die Effizienz – also in jenen Bereichen, in denen sich im Alltag unsere Motoren meist bewegen.

Digitales Cockpit im KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid
Das digitale Cockpit im KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid gefällt.

Bei Bedarf beschleunigt der KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid in genau neun Sekunden aus dem Stand auf ein Tempo von 100 Kilometern. Dieser Wert galt einstmals als Marke, die sportliche Autos von Alltagsautos trennte. Doch am Ende bleibt es ein Wert, der im Alltag wenig Relevanz hat. Denn das natürliche Geläuf eines SUV ist der urbane Raum. Und dort setzen Tempolimits dem Streben nach Vortrieb deutliche Grenzen. Das reduziert auch die mögliche Höchstgeschwindigkeit von 193 Kilometern pro Stunde auf eine Zeile im Datenblatt. Zumal, wer sich regelmäßig in diesen Temporegionen bewegt, nicht zu einem SUV greift.

Wie kann ich im KIA Sorento sitzen?

Wer regelmäßig dieses Blog liest, der weiß, dass ich mehr als zwei Meter lang bin. Insofern ist das Sitzen immer eine Herausforderung. Oftmals sind die Auflageflächen der Sitze für mich zu kurz oder das Lenkrad steht im Weg. Im KIA Sorento gibt es diese Probleme nicht. Denn ich verstaue meine langen Beine zwar etwas breitbeinig, aber ich kann so aufrecht sitzen, wie ich es bevorzuge. Trotzdem stößt mein Kopf nicht am Innenhimmel an. Insofern ist die Antwort einfach: Ich kann, selbst als zwei Meter langer Fahrer, im KIA Sorento gut sitzen. Das bewährt sich auch auf einer längeren Tour. Denn ich komme trotz eines üblen Staus vergleichsweise ausgeruht am Zielort an.

Sitzen im KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid (2021)
Ich sitze etwas breitbeinig. Trotzdem lässt es sich im KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid (2021) bequem reisen.

Und gerade auf dieser Tour zeigt der KIA Sorento all seine Stärken. Denn beim Komfort spielt der 4,81 Meter lange SUV zweifelsfrei in einer höheren Liga. Schon das Grundmodell überzeugt mit einer reichhaltigen Ausstattung. Im Testwagen, der über die sogenannte „Platinum“ Ausstattung verfügt, bleibt gar kein Wunsch mehr offen. Mir gefiel im Test besonders das digitale Kombi-Instrument mit 31,2 cm Bildschirmdiagonale im Cockpit. Es bleibt selbst, als die tiefstehende Winter-Sonne in den Innenraum fällt, gut lesbar. Und es beeindruckt, dass KIA selbst das Grundmodell inzwischen mit einem digitalen Cockpit liefert.

Fazit zum KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid (2021)

Der KIA Sorento ist auch in seiner vierten Generation ein gutes Angebot. Denn KIA punktet mit einer umfangreichen Ausstattung, die im Fall des Testwagens keine Wünsche offenlässt. Die Bilder der Spiegelkameras beim Abbiegen im digitalen Cockpit anzuzeigen, hilft den immerhin 1,90 Meter breiten SUV sicher im Stadtverkehr zu bewegen. Der Innenraum ist großzügig geschnitten und macht auch optisch einen guten Eindruck. Mir gefällt besonders das große Gepäckabteil, das im Vergleich zum Vorgänger deutlich anwuchs. Denn es macht den KIA Sorento zum Allrounder, der auch auf einer Urlaubsfahrt seine Stärken ausspielt.

Trotzdem bleibt nach unserem Test noch eine Frage offen. Wer einen Sorento ecoHybrid kauft, der bekommt keine E-Auto-Förderung. Dafür erfordert es einen Stecker, der diesem Sorento fehlt. KIA ist sich dieses Problems offensichtlich bewusst. Denn der Plug-In-Hybrid kostet deutlich mehr als der „normale“ Hybrid. Läge die Differenz im Bereich der Förderung, so wäre die Entscheidung einfach. Für den Hybrid spricht, dass er wegen seiner kleineren Batterie deutlich leichter als der Plug-In ist.

Gewicht, das nicht bewegt werden muss, senkt den Verbrauch. In unserem Test verbrauchte der KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid (2021) durchschnittlich 7,0 Liter pro 100 Kilometer. Als ich mich auf einer Teilstrecke bemühe, besonders effizient zu fahren, sinkt der Verbrauch jedoch auf 5,9 Liter. Damit unterbieten der KIA seinen Normverbrauch um 0,3 Liter. Das kann sich sehen lassen. Insofern ist das Fazit einfach: Bei KIA gibt es auch im KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid (2021) jede Menge Auto fürs Geld! Und dafür ist meiner Meinung nach kein Stecker nötig.


Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Unser Autor Tom Schwede unterwegs beim Test des KIA Sorento 1.6 T-GDI AWD ecoHybrid (2021).

Foto<: Karla Schwede

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Themen in diesem Artikel:

Als Kind der 1970er-Jahre hatte Tom das große Vergnügen, in einem ausgesprochen automobilen Umfeld aufzuwachsen. Das war der optimale Nährboden, um heute über Autos zu schreiben und regelmäßig am Mikrofon über Autos zu sprechen. Denn Tom Schwede moderiert seit 2010 bei großen Oldtimer- und Klassik-Veranstaltungen in Deutschland. So ist Tom unter anderem bei den Classic Days auf Schloß Dyck oder dem 1.000 Kilometer-Rennen am Nürburgring zu hören.

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