Die Rennwagen, die bei den 24 Stunden von Le Mans um den Sieg kämpfen, gelten aktuell als die technisch hochgezüchtetsten Automobile der Welt. Das war nicht immer so. 1954 reichten dem Sportwagenhersteller „Deutsch et Bonnet“ 700ccm, um mit dem D.B. HBR Panhard in Le Mans auf Platz zehn zu fahren.

Der Sportwagenhersteller „Deutsch et Bonnet“ fasziniert mich immer wieder. Es beeindruckt, mit welchen simplen Mitteln René Bonnet und Charles Deutsch attraktive und erfolgreiche Sportwagen auf die Räder stellten. 1953 entstand beim Autobauer aus Champigny-sur-Marne der D.B. HBR Panhard. Der kleine Rennwagen stellt eine fast perfekte Symbiose aus „Leichtbau“ und „Aerodynamik“ dar.

Seitenansicht des D.B. HBR Panhard
Seitenansicht des D.B. HBR Panhard

Bereits 1953 gewinnt René Bonnet mit dem HBR Panhard den „Grand Prix von Roubaix“. Bei diesem Sportwagenrennen besiegt der fahrende Konstrukteur mit dem kleinen Rennwagen Boliden wie den Aston Martin DB3 oder Maserati A6GCS. In Le Mans und Sebring fährt René Bonnet bereits im gleichen Jahr zum Klassensieg. Dabei teilt sich der Firmenchef das Cockpit mit dem französischen Rennfahrer und Flugzeugkonstrukteur André Moynet.

Moynet, ein Fliegerheld des Zweiten Weltkriegs, wendet sich anschließend eigenen Projekten zu. Seinen Platz im Cockpit des HBR Panhard übernimmt in Le Mans 1954 der Grand-Prix-Pilot Élie Bayol. An der Spitze des Felds liefern sich Ferrari und Jaguar ein beinhartes Duell um den Gesamtsieg. Am Ende siegen José Froilán González und Maurice Trintignant im Ferrari 375 Plus mit einem fünf Liter großen V12-Motor. Das Ferrari-Duo legt in 24 Stunden 302 Runden zurück.

Mit 700ccm in Le Mans auf Platz zehn!

Das entspricht einer Distanz von 4061,15 Kilometern entspricht. Doch die eigentliche Sensation des Rennens ist der D.B. HBR Panhard. Denn Sportwagen kommt mit beeindruckenden 240 Runden als Zehnter ins Ziel. Das beeindruckt, da den kleinen Rennwagen ein 700 ccm großer Zwei-Zylinder-Boxermotor von Panhard antreibt. Trotzdem legen Bonnet und Bayol mit dem HBR Panhard fast 80 Prozent der Distanz der Sieger zurück.

D.B. HBR4 Panhard
D.B. HBR4 Panhard, die Weiterentwicklung des HBR in Le Mans (Foto: Tom Schwede)

Die Erfolge machen den D.B. HBR auch für Rennfahrer interessant, denen der Boxer von Panhard nicht zusagt. In dem Chassis, das wir vor ein paar Jahren auf der Techno Classica trafen, schlägt beispielsweise ein Herz von Renault. Auch dieser Rennwagen rannte 1954 in Le Mans. Claude Storez, Jean-Claude Vidilles und Jean Lucas fallen mit dem Rennwagen jedoch nach nur vier Runden aus. Doch den D.B. HBR hält das nicht auf. Denn bis 1962 fährt der kontinuierlich weiterentwickelte Sportwagen alleine bei Rennen der Sportwagen-WM zu insgesamt 17. Klassen- und Indexsiegen.

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