Vor 60 Jahren stellte Peugeot den Peugeot 403 vor. Mit rund 1,2 Millionen gebauten Exemplaren wurde das Mittelklasse-Model der erste Peugeot, der die Millionengrenze überschritt.

Eine wichtige Rolle auf dem Weg zum Produktionsmillionär spielte die große Karosserievielfalt. Zwölf Jahre blieb der 403 im Peugeot-Programm. In dieser Zeit entstanden neben der viertürigen Stufenhecklimousine, auch ein Break genannter Kombi, der achtsitzige Familiale, ein dreitüriger geschlossener Kastenwagen, ein Pickup sowie ein Cabriolet.

Filmstar Peugeot 403 Cabrio

Das Cabrio brachte es sogar zu etwas Filmruhm in den USA. Denn der unorthodoxe TV-Kommissar Columbo fuhr ein – auch damals schon altes – Peugeot 403 Cabrio. In den ersten Jahren motiviert es die Figuren der Serie immer wieder zu abfälligen Bemerkungen. Während es der Kommissar regelmäßig lobt. In den späten Columbo-Folgen betont der Protagonist sogar mehrfach den Kultstatus seines seltenen Oldtimers.

Für die Gestaltung des Peugeot 403 war übrigens das Designstudio Pininfarina verantwortlich. Bei seiner Vorstellung 1955 war die Pontonform der letzte Schrei der Automode. Und so begründete der 403 eine jahrzehntelange kreative Zusammenarbeit zwischen Peugeot und Pininfarina.

Der Peugeot 403 war ein Arbeitstier

Bei den Käufern erarbeitete sich der Peugeot 403 den Ruf eines robusten Alltagsbegleiters. Hier rentierte sich, dass Peugeot den 403 bei der Konstruktion auf eine Gesamtlaufleistung von 300.000 oder 400.000 Kilometern ausgelegt hatte. Das war in jener Zeit, als Autohersteller ihre Kunden für 100.000 Kilometer teilweise mit einer Uhr belohnten, außergewöhnlich.

Um die angestrebte Qualität zu erreichen, wandte Peugeot zudem bei der Fertigung zehn Prozent des Personals für die notwendigen Qualitätssicherungen auf. Mit Erfolg, denn ein US-Magazin zählte den Peugeot 403 zu seiner Zeit als eines der sieben „Best made cars in the world“. Das überzeugte weltweit die Kunden und öffnete der Löwenmarke schließlich auch in Deutschland viele Türen.

Peugeot setzte auf den Diesel

In den ersten Jahren bot Peugeot den 403 ausschließlich mit Benzin-Motoren an. Doch ab 1959 lockten die Franzosen Taxifahrer und andere Vielfahrer mit einem 48 PS (35 kW) starken 1,8-Liter-Dieselmotor in den Peugeot 403 – auch wenn Selbstzünder damals als rau und langsam galten. Mit dem bei der Vorstellung modernen Ricardo-Zylinderkopf bot der Peugeot-Diesel viel Drehmoment und autobahntaugliche Fahrleistungen. Dazu war der Motor auch bei schlechter Kraftstoffqualität extrem zuverlässig. Das kam Peugeot auf den Exportmärkten in Afrika und Südamerika zugute.

Mit einem Verbrauch zwischen sieben und acht Litern für 100 Kilometer galt der Peugeot 403 Diesel in den 1960er-Jahren als extrem genügsam. Damit wurde der Diesel schnell zu einem Verkaufsschlager. Die Nachfrage überstieg lange die Produktionskapazitäten. So waren nur sechs Monate nach dem Diesel-Debüt bereits 2.500 Taxis in Paris mit dem Peugeot 403 Diesel unterwegs.

Heute ist der Peugeot 403 ein echter Klassiker. Trotzdem sind die Preise für den Franzosen bisher erstaunlich moderat. Selbst ordentliche Exemplare sind noch für rund 5.000 Euro zu bekommen.

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