Der Ford-Cosworth DFV ist der erfolgreichste Formel-1-Motor der Geschichte. Zwischen 1967 und 1983 fuhr 155-mal ein mit diesem Motor angetriebenes Auto als Sieger bei einem Lauf zur Formel 1 Weltmeisterschaft ins Ziel. Die Idee für den Motor geht auf Colin Chapman zurück. Als die FIA den Hubraum in der Formel 1 auf drei Liter anhob, benötigte der Lotus-Gründer Motor für sein Werksteam. Sein bisheriger Motorenlieferant Coventry Climax wollte das Motorsportgeschäft aufgeben.

Der ehemalige Lotus-Mitarbeiter Keith Duckworth bot Chapman die Entwicklung eines Motors an. Duckworth hatte 1958 zusammen mit Mike Costin den Motorenbauer Cosworth gegründet. Der Ingenieur sah in dem neuen Regelwerk die Chance, um das Unternehmen Cosworth in der Formel 1 zu etablieren. Doch das veranschlagte Entwicklungsbudget von £100.000 überstieg die Möglichkeiten von Lotus.

Chapman bot Aston Martin an, die Finanzierung zu übernehmen. Als Gegenleistung bot Chapman die Namensrechte. Doch David Brown hatte kein Interesse. Bei Ford hatte Chapman mehr Glück. Ford-Rennleiter Walter Hayes, der zuvor schon Autos durch die Bobbahn fahren lies, und Harley F. Copp, der die Verantwortung für die Entwicklung des GT40 trug, entwickelten einen zweistufigen Plan. Zunächst sollte Cosworth einen Vierzylinder für die Formel 2 entwickeln. Anschließend sollte auf dieser Basis ein Formel-1-Motor entstehen.

Costin und Duckworth begannen 1965 mit der Arbeit. Zunächst entstand der FVA-Motor (Four Valve Type A). Ein moderner und leichter Vierzylinder mit zwei oberliegenden Nockenwellen und vier Ventilen pro Zylinder. In der Formel 2, die ab 1967 mit 1,6-Litern Hubraum rennen durfte, wurde der FVA schnell das dominierende Aggregat seiner Zeit. Bis 1972 konnten nur Cosworth-Piloten den Titel des Formel-2-Europameisters gewinnen.

Im zweiten Schritt montierte Cosworth zwei Zylinderblöcke und -köpfe des FVA auf ein neu entwickeltes Kurbelgehäuse. Der Double Four-Valve (DFV) war geboren. Beim Debüt in Zandvoort 1967 gewann Jim Clark auf Anhieb das Rennen. Dabei half auch der ebenfalls neue Lotus 49. Denn Lotus hatte den V8 als tragendes Element in das Chassis des Rennwagens integriert. Diese Bauweise wurden von den anderen Teams schnell kopiert.

1967 fuhr Lotus den Motor exklusiv, ab 1968 bot Cosworth den Motor für £7.500 auch anderen Teams zum Kauf an. Das entsprach damals rund 84.000 DM. Mit heutiger Kaufkraft wären das rund 150.000 Euro. Auch damals kein Schnäppchen, doch im Vergleich zu heutigen Motorenpreiesen ein Schnäppchen. Matra und McLaren waren die ersten Kunden. In den 1970er-Jahren wurde der Cosworth-Motor der Standardantrieb der Formel 1. Nur Ferrari fuhr durchweg mit eigenen Motoren. Später hatten auch Matra und Alfa Romeo eigene Aggregate.

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