Vor der Testfahrt will der Mazda meine Körpergröße wissen. Nach der Eingabe stellt mir der Computer Sitz, Lenkrad sowie Spiegel und Head-up-Display ein. Nach einem Blick in beide Außenspiegel ist auch die KI der Gesichtserkennung mit den Daten meines Gesichts gefüttert. In Zukunft erkennt mich der Testwagen automatisch und stellt alles wieder wie gewünscht ein. „Driver Personalization System“ heißt diese Technik, die im CX-60 zum sogenannten „Premium Comfort-Paket“ der höheren Ausstattungslinien (ab 54.750 Euro) gehört. Perfekt gelungen ist dem System die Einstellung der Außenspiegel. Die vom Auto vorgeschlagene Sitzposition sagt mir jedoch noch nicht zu. Deshalb justiere ich die Neigung der Sitzlehne und die Position des Lenkrads noch etwas nach und speichere dies ab.
„Driver Personalization System“ steht für immer perfekt eingestellte Rückspiegel!
Zusammen mit einem Zeitungskollegen teste ich anschließend die Erkennung mehrfach. Der Kollege ist mit 1,75 Metern rund 25 Zentimeter kürzer als ich. Trotzdem passt bei uns beiden nach dem Fahrerwechsel jedes Mal die Einstellung perfekt. Käufer, die ihren Mazda CX-60 nicht mit anderen Fahrern teilen, sagen an dieser Stelle sicherlich: Das Einstellen bekomme ich auch allein hin. Das wird richtig sein, doch der Charme des „Driver Personalization Systems“ entfaltet sich dort, wo sich mehrere Fahrer regelmäßig den Mazda CX-60 teilen. Ich brauche die Spiegel nicht einzustellen, ich fahre nur eben ums Eck, gehört dank des Systems der Vergangenheit an.

Wie fährt sich der Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV?
Ich starte den Motor und stelle den Wahlhebel der Automatik auf „Drive“. Zunächst höre ich nichts, denn Mazda hat die 17,8 kWh große Batterie des CX-60 offenbar vollgeladen. Daher setzt sich der SUV zunächst elektrisch in Bewegung. Im Optimalfall sollte die Kapazität der Batterie für bis zu 63 Kilometer Elektrofahrt reichen. Wer will, der kann mit dem Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV bis zu einem Tempo von 140 Kilometern pro Stunde rein elektrisch fahren. Ich verlasse das Betriebsgelände von Mazda in Leverkusen und breche zur Testfahrt ins Bergische Land auf. Auf der Landstraße schaltet sich erstmals der Verbrenner dazu. Trotzdem bleibt die Geräuschkulisse angenehm ruhig.

Die neue Automatik von Mazda ist eine Verbesserung!
Mazda betonte in der Pressekonferenz vor der Abfahrt, dass der neue Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV für ein sanftes und gleichmäßiges Fahrgefühl stehe. Die Testfahrt bestätigt diesen Eindruck. Das „Kinematic Posture Control System“ (KPC), das computergestützt Karosseriebewegungen unterdrückt, funktioniert gut. Ich provoziere bewusst Lastwechsel, doch der Mazda bleibt ruhig. „Nicken“ oder Wankbewegungen der Karosserie kennt der CX-60 fast nicht. Zudem zeigt sich, dass der Verzicht auf einen Drehmomentwandler als Eingangskupplung des Automatikgetriebes eine gute Entscheidung ist. Denn der Wandler war in meinem Test des CX-5 mit dem gleichen Verbrenner ein Kritikpunkt.

Wird der Mazda CX-60 in Deutschland funktionieren?
Denn abgesehen von dem Intermezzo mit dem Mazda CX-9, der über den Umweg Russland während der Finanzkrise zeitweise in kleinen Stückzahlen nach Deutschland kam, war bisher kein SUV von Mazda so groß wie der Mazda CX-60. Mit 4,75 Metern Länge gehört der Neue in eine höhere Fahrzeugklasse als das bisherige Spitzenmodell CX-5. Somit ist der CX-60 für Mazda der Aufbruch zu neuen Ufern. Die technische Plattform mit längs eingebauten Motoren und ihrem Heckantriebs-Layout unterstreicht diesen Anspruch. Sie startet mit einem Vierzylinder, doch 2023 folgen Sechszylinder. Damit gerät der CX-60 fast zwangsläufig ins Visier von Kunden, die sich auch für Autos von BMW oder Mercedes-Benz interessieren.

Fazit zum Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV
Denn trotz der Größe geht das Fahren leicht von der Hand. Das fängt mit der guten Sitzposition und der guten Übersicht an. Und es geht mit dem angesichts der Länge kleinen Wendekreis von 11,70 Metern weiter. Zu überzeugen weiß auch die neue 8-Gang-Automatik. Im CX-5 vertraute Mazda noch auf einen klassischen Wandler. Das war im Vergleich zu Wettbewerbern, die in der Regel Doppelkupplungsgetriebe einsetzen, aus unserer Sicht ein Nachteil. Im neuen CX-60 verzichtet Mazda auf den Wandler und schließt damit die Lücke zu den Wettbewerbern, auch wenn Schaltpausen bleiben. Der Testverbrauch von 22,2 kWh Strom und 4,4 Litern Benzin ist gut.

Deshalb begrüßen wir bei AutoNatives.de das Ende der PHEV-Förderung grundsätzlich. Trotzdem wird das Auslaufen der Förderung Mazda möglicherweise Kunden kosten. Das ist auch deshalb für Mazda ärgerlich, weil der Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV beim Fahren zu überzeugen weiß. Bei unserer Probefahrt offenbarte der neue große SUV von Mazda keine echten Schwächen. Das Raumangebot überzeugt. Selbst wenn ich den SUV steuere, bleibt hinter mir genug Platz für einen ähnlich großen Mitfahrer. Hier macht sich bezahlt, dass Mazda der Versuchung widerstand, in dieser Fahrzeugklasse mit einer nach der B-Säule heruntergezogenen Karosserie (Stichwort „viertüriges SUV-Coupé“) anzutreten.
Technische Daten des Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV
- Fahrzeugbezeichnung: Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV
- Antrieb: Allradantrieb
- Getriebe: 8-Gang-Automatikgetriebe
- Motor: Benziner Plug-in Hybridantrieb – Vierzylinder Ottomotor und PHEV mit 17,8 kWh Li/Ion-Batterie
- Hubraum: 2.488 Kubikzentimeter
- Systemleistung: 327 PS (241 kW) bei 6.000 Umdrehungen pro Minute, Maximales Drehmoment 500 Newtonmeter bei 4.000 Umdrehungen pro Minute
- Leistung Benzinmotor: 191 PS (141 kW) bei 6.000 Umdrehungen pro Minute, Maximales Drehmoment 261 Newtonmeter bei 4.000 Umdrehungen pro Minute
- Leistung Elektromotor: 129 kW (175 PS) bei 5.500 Umdrehungen pro Minute, Maximales Drehmoment 270 Newtonmeter bei 400 Umdrehungen pro Minute
- Verbrauch gemäß Herstellerangabe: 1,5 l/100 km und 23 kW/100 km im WLTP, CO2: 33 g/km (gerichtet, kombiniert)
- Beschleunigung: 0 – 100 Kilometer pro Stunde: 5,8 Sekunden
- Höchstgeschwindigkeit: 200 Kilometer pro Stunde (abgeregelt) – 140 Kilometer pro Stunde im EV-Modus
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