Mit dem Kampf der Zwerge, der HAIGO Tourenwagen-Gruppe und der Cup und Tourenwagen Trophy habe ich am vergangenen Wochenende drei Rennserien beim Preis der Stadt Magdeburg des Motorsport-Club Stuttgart als Streckensprecher begleitet.

Vier extrem unterhaltsame Rennen sorgten für einen Sprechereinsatz, der mir beim Kommentieren extrem viel Spaß machte. Wobei zumindest zwei Burschen, das alles wohl nicht so spannendend fanden. Denn meine Begleiter Denny und Mono haben die Zeit in der Sprecherkabine bevorzugt dafür genutzt, um ein kleines Nickerchen zu machen.

Den Kampf der Zwerge begleite ich ja bereits seit einigen Jahren als ständiger Sprecher. Die  Cup und Tourenwagen Trophy durfte ich in Spa 2014 bereits einmal kommentieren. Insofern war das alles für mich kein Neuland. Ganz anders als die Begleitung der HAIGO Tourenwagen. Es war sogar das erste Mal, dass ich die Tourenwagen aus dem ehemaligen „Pokal für Frieden und Freundschaft“ der (damals) sozialistischen Länder live an der Strecke gesehen habe.

Das wollte ich schon vor 30 Jahren – durfte aber nicht!

Denn Mitte der 1980er-Jahre habe ich die Rennen des Pokal für Frieden und Freundschaft mal durch Zufall in Fernsehen der „DDR“ gesehen. Mangels kommerzieller Sender speiste die Bundespost damals das Ost-Fernsehen bei uns zu Hause im Kabelnetz ein. Ich fand die Rennwagen und noch mehr sicher die Rennen auf den Naturrennstrecken im Ostblock ziemlich spannend.

Kurze Zeit später wurde ich dank Führerschein und Auto mobil. Und als ich 1987 im Fernsehen der „DDR“ einen Hinweis auf das am Wochenende am Sachsenring anstehende Rennen sah, wollte ich da hin. Mangels Zeit konnte ich mich nicht mehr um ein Visum kümmern. Doch als Kieler hatte ich ja das Recht zum Kleinen Grenzverkehr. Also habe ich mich auch ohne Visum mit meinem Zelt, etwas Verpflegung und allen, was man sonst für den Besuch eines Autorennens benötigt, auf die Reise gemacht.

Lada 2101 mit Westlackierung
(Foto: Karla Schwede)

Natürlich wusste ich, dass das Ziel Sachsenring außerhalb des erlaubten Reisegebiets lag. Doch ich hoffte darauf, dass die Organe der Grenzsicherung ein Einsehen hätten. Schließlich betonten ihre sozialistischen Dienstherren stets gern das Element der Völkerverständigung von Sportwettbewerben.

Es waren offensichtlich Lippenbekenntnisse!

Denn meine Tour zum Rennen auf dem Sachsenring endete an der Grenze, die sich gut zwei Jahre später zum Glück in Wohlgefallen auflöste.

Ohne Berechtigungsschein ist eine Einreise in die Deutsche Demokratische Republik nicht möglich! Bitte verlassen Sie das Staatsgebiet.

Den Satz und das Gesicht des Grenzsoldaten werde ich nie vergessen. Ich überlegte kurz, ob ich mit dem Herren über den Staatsbegriff diskutieren sollte. Schließlich fehlte der „DDR“ als Satellitenstaat der damaligen UdSSR in meinen Augen die Staatsgewalt.

Doch ich sparte mir diese Diskussion und akzeptierte die Sinnlosigkeit meines Unterfangens. Ich kehrte um und musste so tatsächlich 30 Jahre warten, um endlich einmal Rennwagen wie den Lada 2101, den Skoda 130 RS oder den Zastava 101 im Pulk an der Strecke sehen zu dürfen. Sie entschädigten mich mit einem spannenden Rennen. Denn offensichtlich ist die Wettbewerbsdichte bei der HAIGO recht groß. Im zweiten Lauf kamen zum Beispiel vier Starter der HAIGO Gruppe innerhalb von drei Sekunden auf den Plätzen vier bis sieben ins Ziel.


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Denny und Mono haben es sich in der Sprecherkabine von Oschersleben gemütlich gemacht.

Foto: Tom Schwede

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Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

2 Comments

  1. Gustav Janka Reply

    Wer DDR in Gänsefüssen schreibt hat doch sowieso den Schuss nicht gehört. Nach Bautzen hättest Du gehört du stinkender Besserwessi Da hätten sie Dir schon mal richtig den Arsch aufgeriessen.

    • Denke, es sollte „aufgerissen“ heißen … Grüße an einen offensichtlich Ewiggestrigen aus der untergegangenen „DDR“

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