Auto-Erinnerungen

Opel Safety Vehicle – danke für den Griff in die Erinnerungskiste!

Es ist gar nicht immer leicht, jeden Tag ein Thema für das eigene Blog zu finden. Denn wir bei 1300ccm bloggen nicht, weil es unser Broterwerb ist. Das ermöglicht, wählerisch zu sein. Deshalb können wir uns den Luxus leisten, nur Themen zu verarbeiten, die uns gefallen. Die Pressemitteilung von Opel zum 40. Geburtstag des Opel Safety Vehicle gehört dazu. Denn sie fängt mit dem Text „Erst gurten, dann starten“ an.

Mit diesem Slogan wurde 1974 für das Anlegen des Sicherheitsgurts geworben. Ein Werbemittel dazu waren gelbe Aufkleber. Womit wir in meiner persönlichen Erinnerungskiste angekommen sind. Denn so einen Aufkleber hatte mein (anderer) Opa damals auf dem Armaturenbrett seines VW 1600 TL. Einem Auto übrigens, das eigentlich mir versprochen war. Denn nach dem Tod meines Opas 1984 sollte ich das Auto bekommen. Doch mir fehlten noch einige Jahre bis zum Führerschein. Zwei Jahre wartete das Auto auf mich. Dann bekam meine Cousine den Volkswagen. Eigentlich ärgerlich, denn das eine Jahr hätte das Fließheck ja noch auf mich warten können.

Egal, zurück ins Jahr 1974!

Damals fuhr ich fast noch mit dem Tretauto um den Baum. Und bei Opel entsteht auf Basis eines Kadett C das OSV 40. Daran kann selbst ich mich nicht mehr erinnern. Dabei ist das Konzeptfahrzeug ziemlich interessant. Denn Opel zeigte damit auf der zweiten ESV-Konferenz (International Technical Conference on the Enhanced Safety of Vehicles) seine Vorstellung von einem sicheren Kompaktwagen. Die voluminösen Stoßfänger der Studie fallen dem Betrachter auch heute noch sofort ins Auge. Zumal damals schließlich „normale“ Blechstoßstangen der Standard waren.

Opel Safety Vehicle - Studie von 1974 (Foto: Opel)
Opel Safety Vehicle – Studie von 1974 (Foto: Opel)

Am OSV sorgt die Füllung mit Polyurethan-Schaum dafür, dass die Stoßfänger über absorbierende Eigenschaften verfügen. An der Front des Fahrzeugs kommen dazu schaumgefüllte Längsträger zum Einsatz, die bei Aufprallgeschwindigkeiten von mehr als acht Kilometer pro Stunde kontrolliert brechen. Bei frontalen Zusammenstößen unterhalb dieses Tempos fängt die Schaumstruktur so viel Energie ab, dass es zu keiner bleibenden Deformation kommt – damit war der Vorläufer der „selbstreparierenden“ Stoßfänger geschaffen.

Innenraum im Opel Safety Vehicle (Foto: Opel)
Innenraum im Opel Safety Vehicle (Foto: Opel)

Für höhere Sicherheitsreserven beim Seitenaufprall füllten die Ingenieure auch die Hohlräume der Schweller und Türen mit PU-Schaum aus. Das gab es später sogar in Serie. Heute ist das bei Oldtimer- und Youngtimer-Freunden verhasst. Denn die Füllung hindert gerne Wasser am Ablaufen. Das schafft optimale Voraussetzungen, damit das Wasser dem umgebenden Blech beim Rosten helfen kann.

Im Innenraum sind alle Oberflächen, mit denen die Insassen bei einem Unfall in Berührung kommen könnten, mit einer zwei Zentimeter dicken Polyurethan-Schaum aufgepolstert. Die Rückenlehnen der Vordersitze sind, ohne die Verstellbarkeit der Sitze zu beeinträchtigen, im Dach verankert, um die Stabilität zu erhöhen. Außerdem wurde die Windschutzscheibe aus Verbundglas direkt mit der Karosserie verklebt – mit dem Ziel, die Karosseriesteifigkeit zu erhöhen.

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Offenbar mit Erfolg

Denn beim Crashtest ließen sich selbst nach einem frontalen Aufprall mit Tempo 65 auf eine feststehende Barriere noch alle vier Türen ohne Zuhilfenahme von Werkzeugen öffnen.


Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Opel Safety Vehicle - Studie von 1974 (Foto: Opel)

Opel Safety Vehicle - Studie von 1974 (Foto: Opel)

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