Aus dem Archiv

Fabcar CL – „Porsche 962“ light

Solange das Auto fährt, solange bleibt es im Rennen! Fabian fiel die Wahl einfach, als es darum ging, ein Bild für unseren zweiten Blick ins Archiv auszuwählen. Fabian wählte ein Foto des Fabcar CL, der trotz einer fehlenden Tür auf der Rennstrecke unterwegs ist.

Fabcar CL 1986 in Sebring
1986 traten John Higgins, Chip Mead und Howard Cherry mit dem Fabcar CL bei den 12 Stunden von Sebring an. Das Team legte 184 Runden zurück und wurde damit auf Platz 19 gewertet. (Foto: Jack Webster, Archiv Wiedl)

Das ausgewählte Bild stammt von Jack Webster aus Dayton (Ohio / USA). Webster zählt zu den renommiertesten Begleitern des nordamerikanischen Motorsport. Seit den 1970er Jahren ist der Amerikaner regelmäßig an den Rennstrecken von Mid-Ohio, Sebring, Laguna Seca, Watkins Glen oder Road Atlanta mit seinen Kameras aktiv. Vor einigen Jahren übernahm Fabian mehrere Hundert Dias und Negative von Webster in sein Motorsport-Archiv. Aus diesem Fundus werden wir sicherlich noch das eine oder andere Motorsport-Bild für Euch auswählen und präsentieren. Der Schuss des Fabcar CL ist ein typischer Webster.

Und hinter dem Bild verbirgt sich eine interessante Geschichte. Denn 1977 gründete Dave Klym die FABCAR Engineering Inc. als Rennsport-Werkstatt. Für Gary Wheeler entstanden elf Wheeler Super V-Rennwagen. Anschließend entstanden Rennwagen für die Indy-Szene. Für Bob Akin entstand mit dem Porsche 935-84 bei FABCAR ein Prototyp. Kurz danach stellte Porsche fest, dass die Nachfrage nach dem Porsche 962 weit über das erwartete Maß hinausging. Porsche beauftragte daher FABCAR Engineering mit dem Bau einiger Aluminium-Chassis für das Erfolgsmodell. Sie erhielten anschließend in Deutschland ihren Motor und ihre Karosserie.

Das Fabcar CL entsteht 1985!

Parallel entstand bei FABCAR ein eigener Camel Lights-Rennwagen. Die IMSA GTP-Meisterschaft führte die Lights als zweite Prototypen-Klasse 1985 ein. Sie war das amerikanische Pendant zur Gruppe C2 / Gruppe C Junior. Die neue Klasse war als Einsteigerklasse leistungsschwächeren Fahrzeugen vorbehalten. Daher galten in der Lights-Klasse ein Turbo-Verbot sowie eine Gewichtsvorgabe von 700 Kilogramm. Der maximale Hubraum lag mit zwei Ventilen pro Zylinder bei drei Litern. Motoren mit vier Ventilen pro Zylinder durften sogar nur mit maximal zwei Litern Hubraum rennen.

Das Fabcar CL gilt vielen Beobachtern als kleiner Bruder des Porsche 962. 1985 tritt Whitehall Motorsports mit einem Exemplar des Rennwagens bei vier IMSA-Läufen an. Erst ein Jahr später kommt ein zweites Chassis deutlich modifiziertes Chassis dazu. Auch das ursprüngliche Chassis bekommt dieses Update. Trotzdem bleibt es bei nur zehn Starts bei acht Rennen. Erst 1987 treten regelmäßig zwei Fabcar CL bei den IMSA-Rennen an. Dort kämpfen sie gegen Fahrzeuge wie den Tiga GT286, den Spice SE87L und den Argo JM16. In Sears Point und Palm Beach springt für Fabcar der Klassensieg heraus.

Die Fabcar CL rennen bis 1993!

Ein Jahr später tritt Fabcar bevorzugt bei den Langstrecken-Rennen der IMSA an. Sowohl bei den 24 Stunden von Daytona als auch den 12 Stunden von Sebring sind beide Fabcar CL am Start. Auf einen Start in Le Mans verzichtet das Team trotz einer Nennung. Ab 1989 wurden die Einsätze seltener. Wieder beschränken die Fahrzeugbesitzer sich auf die Langstrecken-Rennen. Auf kurze Rennen verzichten sie. 1990 tritt ein Fabcar CL nochmal bei den 24 Stunden von Daytona an. Anschließend bleiben die Chassis fast drei Jahre den Rennstrecken fern. Doch 1993 kommt ein Fabcar CL noch viermal zum Einsatz Die Fabcar CL gelten als zuverlässig. Das begeistert auch noch acht Jahre nach der Vorstellung des Rennwagen.

Trotzdem überrascht, dass der Rennwagen ohne Nachfolger blieb. Doch Ende der 1980er und Anfang der 1990er-Jahre entstehen bei FABCAR weiterentwickelte Porsche 962-Chassis. Als Spezialität von FABCAR gilt, dass die Amerikaner die einfache Aluminiumblechkonstruktion des Werks durch eine Kombination aus Aluminiumblech und Aluminiumwaben ersetzen. Zusammen mit aus dem Vollen gefrästen Aluminiumspanten erhöhen die Modifikationen die Crashfestigkeit und Steifigkeit des Chassis erheblich. Das war, angesichts der langen Laufzeit und der damit verbundenen großen Stückzahlen des 962 wohl das bessere Geschäft.


Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Fabcar CL bei den 12 Stunden von Sebring 1986

Foto: Jack Webster, Archiv Wiedl

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Themen in diesem Artikel:

Als Kind der 1970er-Jahre hatte Tom das große Vergnügen, in einem ausgesprochen automobilen Umfeld aufzuwachsen. Das war der optimale Nährboden, um heute über Autos zu schreiben und regelmäßig am Mikrofon über Autos zu sprechen. Denn Tom Schwede moderiert seit 2010 bei großen Oldtimer- und Klassik-Veranstaltungen in Deutschland. So ist Tom unter anderem bei den Classic Days (früher Schloß Dyck, heute in Düsseldorf) oder dem 1.000 Kilometer-Rennen am Nürburgring zu hören. Wenn Sie also einen Moderator oder Streckensprecher für Ihre Oldtimer-Rallye oder Ihr Oldtimer-Treffen suchen, dann sind Sie bei Tom definitiv richtig!

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