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Tom Schwede, bewegt alles, was vier Räder hat Hallo, ich bin Tom — zusammen mit der Auto Blogger Crew mit viel Benzin im Blut blogge ich hier im Auto-Blog für Auto-Natives über Autos. Seit 2007 gibt es in diesem Blog regelmäßig Reportagen, Tests und Meinungen rund ums Auto. Dazu zählen auch Beiträge über Oldtimer oder Youngtimer sowie über Motorsport.

 




Auch 2019 begleite ich den Kampf der Zwerge wieder regelmäßig am Streckenmikrofon. Der Saisonauftakt in Hockenheim bot dabei mit einem bunten Teilnehmerfeld und zwei spannenden Rennen praktisch alles, was die Zwerge seit Jahren ausmacht.

Fast schon traditionell eröffnet der Kampf der Zwerge sein Motorsportjahr in Hockenheim. Wie in den Vorjahren traten die Kleinwagen von Abarth, Austin Mini, Lada, NSU, Simca und Renault dabei auch 2019 wieder beim „Preis der Stadt Stuttgart“ des Motorsport-Club Stuttgart an. Mit zwei Zeittrainings am Freitag sowie zwei Rennläufen am Samstag stand den kleinen Tourenwagen dabei wieder reichlich Streckenzeit zur Verfügung. Immerhin 44 Fahrzeuge folgten dem Ruf zur badischen Grand-Prix-Rennstrecke. Damit zählt der Kampf der Zwerge weiter zu den teilnehmerstärksten Serien bei den Veranstaltungen des historischen Motorsports. 

Wobei sicher auch hilft, dass der Kampf der Zwerge inzwischen vier Standbeine hat. Denn neben der Abarth Coppa Mille, der British Car Trophy sowie der NSU TT Trophy, die inzwischen seit vielen Jahren das Fundament der Zwerge bilden, findet auch der 1300 Histo Cup immer mehr Teilnehmer. Mit zehn Startern stellte die jüngste der im Kampf der Zwerge rennenden Wertungsgruppen in Hockenheim fast ein Viertel der Starter. Wozu mit einem Renault R12 TS oder einem Hillman IMP auch Fahrzeuge gehören, die inzwischen richtig selten sind.

Hillman Imp beim Saisonauftakt im Kampf der Zwerge
Kleiner Service beim Hillman Imp beim Saisonauftakt im Kampf der Zwerge

Mit 15 Startern stellte die British Car Trophy in Hockenheim die meisten Teilnehmer. Wovon mir besonders die historischen Mini gefielen. Zwölf Starter gingen in der NSU TT Trophy an den Start. Damit stellten die Luftgekühlten aus Neckarsulm im Feld der Zwerge die zweitgrößte Fraktion. Mit sieben Fahrzeugen blieb die Abarth Coppa Mille hinter den Zahlen der Vorjahre zurück. In der Abarth Coppa Mille macht sich das Fehlen der Abarth Fiat 695 und Steyr-Puch 650 TR, die in der Vergangenheit regelmäßig im Kampf der Zwerge am Start waren, ausgerechnet zum 70. Jubiläum der Marke Abarth schmerzlich bemerkbar.

Während die Zwerge in Hockenheim rannten, hielten einige Starter in Essen auch noch einen Messestand am Laufen
Respekt: Parallel zum Rennen in Hockenheim hielten einige Starter aus dem Kampf der Zwerge in Essen auf der Techno Classica 2019 auch noch einen Messestand am Laufen. (Foto: Ludger Rippelbeck)

Parallel zum Rennwochenende in Hockenheim fand in Essen die Techno Classica statt. Dort war auch der Kampf der Zwerge mit einem Messestand vertreten. Wofür einige Teilnehmer sogar auf das Rennen im badischen Motodrom verzichteten. Es bleibt zu hoffen, sich das Engagement lohnt. Denn es wäre schön, wenn sich in Zukunft noch mehr historische Kleinwagen der Herausforderung der Rennen im Kampf der Zwerge stellen.

Das erste Rennen am Samstagmittag!

Im Training am Freitag drehten die verbesserten Mini der British Car Trophy die schnellsten Runden. Weshalb gleich vier Mini das Rennen aus den ersten beiden Startreihen das erste Rennen aufnehmen durften. Mit dem fünften Startplatz führte dahinter Simca-Pilot Christoph Wilde den Rest des Feldes an. Schnellster NSU TT war Andreas Vielgut auf Platz sechs. Bei den Fahrzeugen der Abarth Coppa Mille sicherte sich Hubert Nagl die Bestzeit. Doch die Abarth verfügen über weniger Hubraum, als der Rest des Felds. Deshalb nahm der Bayer das Rennen von Startplatz 19 auf.

Vier Mini in den ersten beiden Startreihen, das versprach vor dem Start bereits jede Menge Spannung. Vom besten Startplatz ging Gregor Nick ins Rennen. Der Schweizer führte das Feld der kleinen Tourenwagen auf die Start- und Ziel-Gerade. Beim Aufleuchten machte der Kampf der Zwerge sofort seinem Namen alle Ehre. Herbert Wein Junior, der im Training den zweiten Platz einfahren konnte, beschleunigte einen Mini einen Tick besser als Nick. Seite an Seite ging es um die erste Kurve. Womit ich als Streckensprecher das Feld aus den Augen verlor. Denn leider gab es diesmal in der Sprecherkabine keine Bilder von den Streckenkameras. Keine optimale Voraussetzung, um ein Rennen zu kommentieren.

In der Sprecherkabine in Hockenheim fehlten Monitore, um das Geschehen auf der Strecke verfolgen zu können.
In der Sprecherkabine in Hockenheim fehlten Monitore, um das Geschehen auf der Strecke verfolgen zu können. Der Laptop eines Sprecherkollegen und mein iPad waren die einzigen Mittel, um auf die Strecke „zu blicken“.

Insofern muss ich mich auf das beschränken, was ich von der Sprecherkabine aus sehen konnte. Und das war, dass Herbert Wein Junior als Erster aus der Startrunde zurückkam. Hinter Wein kam Christoph Wilde im grünen Simca als Zweiter aus der ersten Runde zurück. Der Pole-Setter Nick kam „nur“ als Sieber aus der Startrunde zurück. Offensichtlich war dem schnellen Schweizer zwischendurch die Strecke ausgegangen. Um so beeindruckender die Leistung der nächsten 20 Minuten. Denn Nick blies zum Angriff und drehte eine Rekordrunde nach der Anderen.

Am Ende staunten alle Beteiligten, dass der Schweizer den Hockenheimring mit seinem Mini im Rennen mit einer Zeit von 2:07,108 umrundete. Damit verbesserte Gregor Nick seine Zeit aus dem Training um mehr als 1,2 Sekunden. Doch die Messe war gelesen. Denn der Vorsprung, den Herbert Wein Junior in den ersten Runden des Rennens herausfahren konnte, reichte dem Mainzer, um das Rennen zu gewinnen. Gregor Nick kam als Zweiter ins Ziel. Platz drei sicherte sich Christoph Wilde, der damit die Wertungsgruppe des 1300 Histo Cup gewann. Bester NSU-Pilot war wieder einmal Andreas Vielgut auf Platz vier. Die Wertungsgruppe der entschied Hubert Nagl im Fiat Abarth 1000 TCR für sich.

Rennen 2 – Regenschlacht auf Slicks!

Gut vier Stunden nach dem ersten Rennen durften die Kleinwagen der Zwerge beim Preis der Stadt Stuttgart bereits zum zweiten Lauf antreten. Das Rennen geriet zum Regentanz. Denn während das Feld in der Einführungsrunde unterwegs war, setzte über Teilen der Strecke plötzlich Regen ein. Zusammen mit Außentemperaturen von drei Grad alles andere als gute Rennbedingungen. Praktisch alle Rennwagen waren jedoch auf Trockenreifen unterwegs. Das machte die 25 Rennminuten für alle Teilnehmer zu einer echten Herausforderung.

Denn die Bedingungen waren offensichtlich schwierig. Das zeigt schon ein Blick auf die Rundenzeiten. Denn während die Spitze am Mittag noch konstant Zeiten von unter 2:10 Minuten drehen konnte, lagen die Zeiten jetzt lange jenseits der Marke von 2:30 Minuten. Erst gegen Ende des Rennens, als die Strecke langsam etwas abtrocknete, sanken die Zeiten langsam unter diese Marke.

Der dunkle Himmel über dem Motodrom von Hockenheim
Der dunkle Himmel über dem Motodrom von Hockenheim (Foto: Tom Schwede)

In der Anfangsphase des zweiten Rennens übernahm Gregor Nick die Führung. Doch schon aus der zweiten Runde kehrte Christoph Wilde in Führung liegend zurück. Hinter dem grünen Simca von Wilde stritten sich gleich drei Mini um den zweiten Platz. Neben Nick meldeten Herbert Wein Junior und Senior Ansprüche auf den Platz des ersten Verfolgers an. Zeitweilig sah es so aus, als ob Wilde diese Kämpfe nutzen kann, um sich vom Feld abzusetzen. Doch zur Mitte des Rennens hatten sich die Verfolger sortiert.

Herbert Wein Senior gelang es, sich etwas abzusetzen und eröffnete damit die Jagd auf den Führenden. Mit Erfolg, denn in der siebten Runde schloß Wein zu Wilde auf. Eine Runde später passierte der Mini den Simca. Doch Wilde gab sich noch nicht geschlagen. Mehrfach versuchte der Rheinländer, wieder die Führung zu übernehmen. Doch keinem dieser Versuche war Erfolg beschieden. Am Ende fuhr Herbert Wein Senior als Sieger ins Ziel. Wilde blieb „nur“ der Sieg seiner Klasse.

Den dritten Platz sicherte sich Gregor Nick. Beeindruckend die Fahrt von Thierry Thiefain, der mit seinem historischen Mini unter diesen schwierigen Bedingungen als Sechster ins Ziel kam. Wobei dem Belgier sicher half, dass der nach den Regeln des historischen Motorsports aufgebaut Mini auf profilierten Reifen rollt. Die Klasse der NSU gewann Alex Schneider, der als Siebter im Gesamtklassement ins Ziel fuhr. Einen Platz dahinter ging mit Christoph Hürter der Klassensieger der Abarth Coppa Mille ins Ziel.


Die nächste Gelegenheit, den Kampf der Zwerge auf der Strecke zu bewundern, gibt es vom 24. bis zum 26. Mai bei der Nürburgring Classic. Dort bin ich das ganze Wochenende als Streckensprecher des Veranstalters im Einsatz und werde auch beim Kampf der Zwerge zu hören sein.


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Saisonauftakt im Kampf der Zwerge

Foto: Tom Schwede

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Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

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