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Tom Schwede, bewegt alles, was vier Räder hat Hallo, ich bin Tom — zusammen mit der Auto Blogger Crew mit viel Benzin im Blut blogge ich hier im Auto-Blog für Auto-Natives über Autos. Seit 2007 gibt es in diesem Blog regelmäßig Reportagen, Tests und Meinungen rund ums Auto. Dazu zählen auch Beiträge über Oldtimer oder Youngtimer sowie über Motorsport.

 


Als Henry Ford die Produktion seines Ford T-Modell am 14. Januar 1914 auf Fließbandfertigung umstellte, revolutionierte der Unternehmer den Autobau. Denn mit der neuen Produktionsmethode schuf Ford die Grundlagen für die Massenmobilisierung unser Tage.

Um Missverständnissen vorzubeugen, Henry Ford war nicht der Erfinder des Fließbands. Denn das Prinzip der Fließbandfertigung entwickelte sich über mehrere Jahrhunderte. Schon im späten 15. Jahrhundert setzten italienische Werften auf eine stark arbeitsteilige Produktion. Im 19. Jahrhundert stellten die ersten Unternehmen Kaffeepulver und Zwieback am Fließband her. In den 1870er-Jahren begannen Schlachthöfe, die geschlachteten Schweine mit hochgesetzten Transportbändern zu den einzelnen Arbeitsstationen zu transportierten.

Henry Ford
Henry Ford (Foto: Ford)

Schon 1902 lies Oldsmobile-Gründer Ransom Eli Olds die zu bauenden Fahrzeuge auf Holzgestellen von Arbeitsschritt zu Arbeitsschritt ziehen. Auch das zweifelsfrei eine Frühform der Fließbandfertigung. Doch Olds fehlte die Konsequenz. So verhalf erst Henry Ford der Idee „Fließband“ im Autobau endgültig zum Durchbruch. Zusammen mit seinem Mitarbeiter Charles E. Sorensen übertrug Ford die Idee der Transportbänder aus dem Schlachthof, den sogenannten „disassembly lines“, in die Autofabrik.

Aus „disassembly lines“ wurden „assembly lines“

Der Umstellung auf die Fließbandfertigung ging eine rund drei jährige Entwicklung vor. Bereits 1910 unternahmen Ford, Sorensen und Vorarbeiter Charles Lewis im Ford-Werk „Piquette Plant“ in Detroit erste Testläufe einer Fließbandproduktion. In den kommenden drei Jahren testeten sie viel, um die optimale Aufteilung der Produktionsschritte zu ermitteln.

Bereits Anfang 1913 führt Ford im Werk Highland Park in Teilbereichen der Produktion ein Fließband ein. Doch Henry Ford und seine Mitstreiter wissen, dass sich das Fließband nicht gut nachträglich in die bestehenden Fabrikgebäude integrieren lässt. Es entsteht der Plan für eine vollkommen neue Fabrik, die Ford um ein permanentes Fließband herum konstruiert. Ende 1913 ist die heute legendäre Fabrik am River Rouge in Detroit fertig.

River Rouge entsteht

Am 14. Januar 1914 nimmt die neue Fabrik die Produktion des Modell T auf. Mit der neuen Fabrik heben Henry Ford und seine Mitstreiter die Autoproduktion auf ein neues Niveau. Denn in River Rouge ist alles auf totale Effizienz getrimmt. Bis 1925 gibt es das Modell T deshalb nur in Schwarz. Ford fand heraus, dass der schwarze Lack (Japan Black) schneller als andere Farben trocken war.

Mit River Rouge explodiert die Produktivität. Ford gibt diesen Vorteil an die Kunden weiter und senkt die Preise. 1913 bot Ford seine „Blechliesel“ („Tin Lizzy“) zum Preis von 850 $ (heute ≈ 16.500 €) an. Nach der Umstellung Anfang 1914 verkauft Ford das Modell T für 370 $ (≈ 7.200 €). Damit wird das Auto plötzlich für viele neue Kunden erschwinglich.

Highland Park 1913
Testlauf im Werk Highland Park

Gleichzeitig begrenzt Henry Ford die Arbeitszeit seiner Mitarbeiter auf acht Stunden und hebt den firmeninternen Mindestlohn von 2,34 $ auf glatte 5 $ an. Nicht aus Selbstlosigkeit, denn Ford hatte die Kaufkraft seiner Arbeiter im Blick. Der Unternehmer setzte im Zeitalter massengefertigter Produkte auch auf den Arbeiter als Kunden.

Die ganze Welt kopiert Henry Ford

River Rouge wurde schnell zum Mekka für Ingenieure und Automobilhersteller aus aller Welt. Zahlreiche andere Autohersteller und Unternehmen aus anderen Industriezweigen übernahmen das Fließband. In Deutschland waren Opel mit dem „Laubfrosch“ und Hanomag mit dem „Kommissbrot“ die Vorreiter. Bis heute setzten alle Massenhersteller auf das Prinzip „Fließband“.

Ford Fließbandproduktion 1923
Dank der Fließbandproduktion stieg Ford schnell zum großen Autobauer der Welt auf. (Foto: Ford)

Wobei sich das Prinzip kontinuierlich weiterentwickelte. Denn die anfängliche Begeisterung für das Fließband löste sich schnell in Luft auf. Am Band – wie Henry Ford es einführte – hatte der einzelne Arbeiter nur noch wenige, oft monotone Handgriffe auszuführen. Das führt zu einer Abstumpfung und zur Entwertung der Arbeitskraft. Der großartige Charlie Chaplin hat diese Monotonie in seinem Film „Moderne Zeiten“ eindrucksvoll dargestellt.


Tipp: Den Film "Moderne Zeiten" von Charlie Chaplin gibt es unter anderem bei Amazon (Werbung).


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Vor 100 Jahren führte Henry Ford das Fließband in der Autoproduktion ein. (Foto: Ford)

Vor 100 Jahren führte Henry Ford das Fließband in der Autoproduktion ein. (Foto: Ford)

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Author

Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

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