von Fredo Steckgaard am 28.04.2026

Wer war eigentlich der Mann, der Alfa Romeo zum Doppelnamen verhalf?

Warum heißt Alfa Romeo eigentlich Alfa Romeo? Hinter dem zweiten Teil des Namens steckt ein echter Mensch: Nicola Romeo. Der Ingenieur und Industrielle übernahm die angeschlagene A.L.F.A. im Ersten Weltkrieg und machte daraus die Marke, die wir bis heute kennen. Die Geschichte eines Mannes, ohne den Alfa Romeo heute vielleicht ganz anders heißen würde.

Nicola Romeo im Alfa Romeo P2

Nicola Romeo im Alfa Romeo P2 (Foto: Stellantis)

Wenn heute von „Alfa Romeo“ die Rede ist, denkt kaum jemand darüber nach, dass die zweite Hälfte des Markennamens auf eine reale Person zurückgeht. Doch hinter „Romeo“ steckt tatsächlich der Unternehmer Nicola Romeo (28. April 1876 bis 15. August 1938). Ohne den Ingenieur würde die Marke vermutlich bis heute nur A.L.F.A. heißen oder wäre längst untergegangen.

Nicola Romeo übernahm 1915 A.L.F.A.

Denn die 1910 gegründete „Anonima Lombarda Fabbrica Automobili“ (A.L.F.A.) aus Mailand war zunächst ein vergleichsweise kleiner Automobilhersteller. Nach fünf Jahren geriet das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten. Nicola Romeo übernahm den angeschlagenen Automobilhersteller, der sich im Insolvenzverfahren befand. Denn zunächst interessierte sich der Unternehmer weniger für Automobile als für die industriellen Kapazitäten des Unternehmens. Romeo nutzte die Kapazitäten des Unternehmens für die Produktion kriegswichtiger Güter.

Sein Geld verdiente Romeo ursprünglich im Maschinen- und Industriegeschäft. Wobei das keinesfalls vorbestimmt war. Schließlich wurde der spätere Unternehmer am 28. April 1876 im süditalienischen Sant’Antimo bei Neapel in eine kinderreiche Familie und bescheidene Verhältnisse hineingeboren. Nach Studien des Bauingenieurwesens und der Elektrotechnik in Neapel und im belgischen Lüttich arbeitete der Italiener zunächst im internationalen Industrie- und Eisenbahnsektor.

Von der „Ing. Nicola Romeo & C.“ zu Alfa-Romeo

Zeitweise lebte Romeo in Frankreich und Deutschland und gründete 1906 in Mailand die Firma „Ing. Nicola Romeo & C.“. Das Geschäftsmodell war einfach: Romeo importierte Tiefbaumaschinen aus den USA. Später fertigte das Unternehmen diese Maschinen teilweise auch selbst beziehungsweise montierte sie in Italien. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs expandierte das Unternehmen massiv. Es produzierte nun zusätzlich Munition, Kompressoren und Lokomotiven.

Werbeanzeige der „Società Anonima Italiana Nicola Romeo & C.“

Anzeige der „Società Anonima Italiana Nicola Romeo & C.“ (Foto: Stellantis)

Mit diesen Geschäften wurde Romeo wohlhabend. Der Krieg ließ Romeos Unternehmen und Vermögen stark wachsen. Das ermöglichte Romeo 1915 die Übernahme der finanziell angeschlagenen A.L.F.A. Drei Jahre später änderte Romeo den Namen der Firma in „Società Anonima Italiana Nicola Romeo & C.“ und öffnete es damit für neue Investoren. Zeitgleich stellte die Firma ihre Produktion auf Maschinen für die Landwirtschaft und den Eisenbahnbau um. Erst ein Jahr später entstanden wieder Autos. Jetzt allerdings unter dem neuen Namen: Alfa Romeo.

Nicola Romeo war mehr als nur ein Geldgeber.

Der Ingenieur erkannte früh das Potenzial des Motorsports als Marketinginstrument und Technologielabor. Die Teilnahme an Rennen sollte Aufmerksamkeit schaffen und gleichzeitig technische Entwicklungen vorantreiben. Ein entscheidender Schritt war die Verpflichtung des Konstrukteurs Vittorio Jano. Auf Initiative von Enzo Ferrari wechselte Jano Anfang der 1920er-Jahre zu Alfa Romeo und entwickelte dort den Grand-Prix-Rennwagen P2.

Das Auto wurde zu einem Meilenstein der Motorsportgeschichte. 1925 gewann Alfa Romeo mit dem P2 die erstmals ausgetragene Hersteller-Weltmeisterschaft im Grand-Prix-Sport – lange bevor es überhaupt eine Formel 1 gab. Die späteren Alfa Romeo 6C- und 8C-Modelle, ebenfalls von Jano konstruiert, begründeten endgültig den sportlichen Ruf der Marke. In den 1920er- und 1930er-Jahren entwickelte sich Alfa Romeo dadurch vom kleinen Mailänder Hersteller zu einer international angesehenen Marke für leistungsstarke Sport- und Luxuswagen.

Der Staat übernahm die Firmen von Nicola Romeo

Wirtschaftlich geriet Romeos Imperium jedoch zunehmend unter Druck. Nach dem Boom der Kriegsjahre gerieten Romeo und seine Unternehmen unter Druck. Banken und Staat übernahmen Anfang der 1920er-Jahre schrittweise die Kontrolle über Alfa Romeo. Der bisherige Inhaber blieb zunächst Geschäftsführer, zog sich jedoch schließlich 1928 endgültig zurück. Ein Jahr später ernannte König Viktor Emanuel III. Nicola Romeo zum Senator des Königreichs Italien, damals eine bedeutende staatliche Auszeichnung.

Nicola Romeo zog sich mit seiner Frau und seinen sieben Kindern nach Magreglio oberhalb des Comer Sees zurück. Dort verstarb der Unternehmer am 15. August 1938 im Alter von 62 Jahren. Sein Name blieb jedoch dauerhaft erhalten. Während viele Unternehmer der frühen Automobilgeschichte heute nur noch Spezialisten bekannt sind, fährt Nicola Romeo bis heute auf jedem Alfa Romeo mit – ganz gleich, ob Giulia, Spider oder 33 Stradale.


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