Während die Welt im Frühjahr 1939 auf den Zweiten Weltkrieg zusteuert, stellt Opel auf dem Genfer Autosalon den Opel Kapitän vor. Neben dem zwei Jahre zuvor präsentierten Admiral zu diesem Zeitpunkt schon das zweite Oberklassefahrzeug aus Rüsselsheim. Wegen des Kriegs zunächst nur zwei Jahre gebaut, wurde der letzte vor dem Zweiten Weltkrieg neu konstruierte Opel schließlich bis 1953 angeboten.

Wer sich heute mit Autos beschäftigt, weiß es oft gar nicht mehr. Aber bis in die 1970er-Jahre bot Opel tatsächlich echte Oberklassefahrzeuge an, die von den Kunden auch als solche akzeptiert wurden. Sie waren nicht nur im Programm, damit die Erfolgreichen unter den eigenen Händlern kein Fremdfabrikat fahren mussten.

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg nahm Opel mit dem Modell 18/50 PS die Produktion von luxuriösen Sechszylindermotoren auf. Auch in den folgenden Jahren blieb Opel in dieser Fahrzeugklasse vertreten. So ist es kein Wunder, dass der erste Opel, den man 1931 von der neuen Konzernmutter General Motors übernahm, mit dem „Opel 1,8“ ebenfalls ein Sechszylinder war.

Genauso wie der drei Jahre später vorgestellte „Opel 6“. Bei dieser Neuentwicklung orientierten sich die Entwickler in Detroit offensichtlich am Mercedes-Benz Typ 200 (W21). Wer beide Fahrzeuge heute auf Fotos vergleicht, muss schon sehr genau hinsehen, um die Unterschiede zu erkennen.

Für Opel lohnte sich das „Kopieren“, wie bereits einige Jahre zuvor beim „Laubfrosch“. Denn der „Opel 6“ und seine Weiterentwicklung „Opel Super 6“ gehörten Mitte der 1930er-Jahre die erfolgreichsten Fahrzeuge der oberen Mittelklasse.

Mut zum Vorstoß in die Oberklasse

Ein Schritt, der 1937 mit dem völlig neu konstruierten Admiral vollzogen wurde. Dank des Sechszylindermotors mit 3,6 Litern Hubraum galt der Admiral als offener Angriff auf die Oberklasse von Maybach, Mercedes-Benz oder Horch. Mit Erfolg, denn Opel eroberte aus dem Stand heraus mit dem Admiral rund 25% Marktanteil in der Oberklasse.

Werbung für den Opel Kapitän
Werbung für den Opel Kapitän, 1939 (Foto: Opel)

Selbstbewusst setzt man daher auch den neuen Opel Kapitän, der im Frühjahr 1939 in Genf als Nachfolger des „Super 6“ präsentiert wurde, in Szene. Mit einer selbsttragenden Karosserie, die deutliche Anleihen beim Admiral nimmt, und dem 2,5-Liter-Reihen-Sechszylinder des „Super 6“ steht da ein souveränes Auto. Als die 3,6-Liter-Motoren des Flottenführers kriegsbedingt nur noch im Lkw Opel Blitz eingesetzt werden dürfen, stellt Opel die Produktion des Admirals bereits im Oktober 1939 ein.

Der Opel Kapitän übernimmt, als der Admiral abtreten muss

Und der junge Opel Kapitän übernimmt nahtlos den Spitzenplatz in der Modellpalette – mit 55 PS. Bis 1940 entstehen mehr als 25.000 Exemplare. Dann zwingt der Krieg Opel dazu, auch den Kapitän einzustellen.

Werbung für den Opel Kapitän, 1948
So bewirbt Opel den Kapitän als man 1948 die Produktion fortsetzt. (Foto: Opel)

Erst 1948 führt man die Produktion, mit anderen Scheinwerfern und geänderten Stoßstangen bzw. Radkappen, leicht modifiziert fort. Bis zum Februar 1951 entstehen mehr als 30.000 weitere Exemplare des Kapitäns. Damit hat der erste Opel Kapitän jedoch noch nicht das Ende seiner Laufzeit erreicht.

Denn der neue Opel Kapitän, den man 1951 präsentiert, ist „nur“ ein Facelift. Dank einer erhöhten Verdichtung steigt die Leistung des Sechszylinders um 3 PS auf nun 58 PS an. Dazu hat man auch die Karosserie stark überarbeitet. Der 1951er-Kapitän wirkt so dank viel Chrome (fast) wie ein Amerikaner. In den kommenden zwei Jahren entstehen nochmals rund 48.500 Schiffsführer. Erst 1953 übernimmt eine echte Neukonstruktion die Spitzenposition im Programm.

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