In den ersten beiden Teilen dieser Serie über Porsche und die CanAm haben wir darauf zurückgeblickt, wie Porsche den Sportwagen 917 für den Einsatz im „Canadian-American Challenge Cup“ (CanAm) anpasste und wie mit George Follmer ein Ersatzmann zum Meister reifte. Doch das war alles nur die Ouvertüre. Im dritten Teil erinnern wir an das große Finale des „Dark Monohue“!

Neben seinem Formel 1 Engagement bei Shadow bliebt Vorjahresmeister George Follmer der CanAm als Pilot „seines“ 917/10 TC im Team von Rinzler Motorracing treu. Mit dem Geld des Getränkeherstellers „Royal Crown Cola“ hatte Teambesitzer Bobby Rinzler die beiden Porsche 917/10 TC von Penske erworben. Doch obwohl das Team mit diesen Rennwagen die beiden ersten Saisonrennen in Mosport mit Charlie Kemp und in Road Atlanta mit George Follmer gewinnen konnte, war gegen die Weiterentwicklung Porsche 917/30, die exklusiv von Penske eingesetzt wurde, einfach kein Kraut gewachsen.

„Captain Nice“ wird „Dark Monohue“

Nach Anfangsschwierigkeiten gewann Mark Donohue 1973 schließlich sechs der acht Saisonrennen. Aus dem „Captain Nice“ des amerikanischen Motorsports wurde der „Dark Monohue“. Mit einem längeren Radstand und einer elektronischen Ladedruckkontrolle hatte Porsche die Fahrbarkeit des 917/30 erheblich verbessert. Pilot Donohue konnte die Leistung des auf 5,4 Liter aufgeboren Motors nun bei Bedarf vom Cockpit aus über den Ladedruck regulieren. Beim maximalen Ladedruck von 2,24 bar stellte der Motor im Porsche 917/30 rund 1.570 PS zur Verfügung.

Der Motor entfaltete dabei ein gewaltiges Drehmoment fast 1.100 Newtonmetern. Porsche verwandte daher im 917/30 ein 4-Gang-Getriebe und verzichtete auf ein Differenzial. Die enorme Leistung bescherte dem Porsche 917/30 einen enormen Benzinverbrauch. Für 100 Kilometer benötigte der Rennwagen je nach Strecke bis zu 97 Liter Benzin. Porsche schickte den 917/30 daher mit bis zu 400 Litern Benzin ins Rennen.

Solo für Mark Donohue, Solo für Porsche

Im Zuge der Ölkrise wurde dieser Benzinverbrauch zu einem Problem, das den Fans nicht mehr vermittelbar war. Zudem galten die mitgeführten Benzinmengen spätestens nach dem tödlichen Feuerunfall von Roger Williamson in Zandvoort auch als ein ernstes Sicherheitsproblem. Die Siegesserie von Mark Donohue raubte der CanAm auch noch die Spannung und sorgte für ein nachlassendes Interesse der Zuschauer und Sponsoren.

Zumal, wie zwei Jahre zuvor in der Sportwagen-Weltmeisterschaft, auch in der CanAm-Serie bald zahlreiche Porsche in Kundenhänden auftauchten. Von den 24 Podestplätzen, die 1973 vergeben wurden, sicherte sich Porsche 20. Die Porsche 917/10 TC verfügten inzwischen ebenfalls über 1.100 PS und waren damit den McLaren, Lola und Shadow ebenfalls überlegen. Nicht wenige Kritiker sagen heute, dass der Porsche 917 nach der Sportwagen-Weltmeisterschaft auch die CanAm „zerstört“ habe.

Doch die CanAm erholte sich nicht mehr

Ende 1973 unternahmen die Verantwortlichen einen verzweifelten Rettungsversuch. Sie limitierten den Benzinverbrauch. Ab der Saison 1974 mussten die Rennwagen der CanAm mindestens drei Meilen mit einer US-Gallone Kraftstoff weit fahren. Zudem halbierte man die Renndistanzen. Porsche reagierte und zog sich, das ist ebenfalls eine Parallele zur Entwicklung in der Sportwagen-Weltmeisterschaft, aus der Meisterschaft zurück.

Doch die Rettung missling, die CanAm als Sportwagen-Serie der unbegrenzten Möglichkeiten wurde Ende 1974 endgültig eingestellt. Die bis heute stärksten Rennwagen der Geschichte wanderten, wenn man von ihrem heutigen Einsatz im historischen Motorsport absieht, ins Museum. Der Versuch eines Neustarts der Serie mit Formel Fahrzeugen misslang, die CanAm blieb ein abgeschlossenes Kapitel des Motorsports.

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