Ferdinand Porsche hat rund 50 Jahre erfolgreich Autos konstruiert. Als Angestellter eines Elektrizitätswerks erfand Porsche 1896 den Radnarbenelektromotor. Zwei Jahre später präsentierte der spätere Gründer des bis heute bekannten Sportwagenbauers mit dem „Egger-Lohner-Elektromobil Modell C.2 Phaeton“ seine erste Auto-Konstruktion.

Das Elektroauto, dass der 23 Jahre alte Porsche am 26. Juni 1898 in Wien vorstellte, ist der Urahn aller Porsche-Fahrzeuge. Heute wird dieser „Phaeton“ als „Porsche P1“ bezeichnet, weil Ferdinand Porsche wichtige Bauteile des Fahrzeugs mit dem Kürzel „P1“ kennzeichnete. Das Originalfahrzeug galt lange als verschollen. Es ist nicht ganz klar, wo der P1 immerhin 116 Jahre überdauert hat.

Porsche P1
Der Porsche P1 im Porsche-Museum Stuttgart. (Foto: Porsche)

1902 verlor Ferdinand Porsche die Lust an der inzwischen sechs Jahre alten Konstruktion. Doch der P1 überdauerte die Zeit. Wolfgang Porsche, Enkel von Ferdinand Porsche, erwarb das Fahrzeug vor einiger Zeit. Seit Ende Januar befindet sich das ungewöhnliche Fahrzeug als Dauerleihgabe im Porsche-Museum in Stuttgart.

Der Porsche P1 war seiner Zeit weit voraus

Die Regelleistung des rund 130 kg schweren Elektroantriebs beträgt 3 PS. Bei Bedarf kann der Pilot sogar bis zu 5 PS abrufen. Damit ist der P1 rund 35 km/h schnell. Rund 80 Kilometer beträgt die Reichweite. Innovativ war auch die Lohner-Wechselkarosserie, die den Betrieb des Wagens sowohl im Sommer als auch im Winter ermöglichte.

Elektroantrieb des Porsche P1
Elektroantrieb des Porsche P1 (Foto: Porsche)

Im September 1899 präsentierte Porsche sein Erstlingswerk in Berlin auf der Internationalen Motorwagen-Ausstellung. Neben Porsche stellten u.a. auch Siemens und Halske sowie Joseph Vollmer, damals Technischer Direktor bei der Firma Kühlstein-Wagenbau in Berlin, auf dieser Ausstellung weitere Elektrofahrzeuge vor. Über Joseph Vollmer hat seine Enkelin Gisela Zinke übrigens eine spannende Biografie verfasst.

Die Veranstalter des IAA-Vorläufers entschlossen sich daher dazu, eine „Preiswettfahrt für Elektroautomobile“ auszuschreiben. Auf einer Strecke von 40 Kilometern mussten die Elektrofahrzeuge dabei ihre Leistungsfähigkeit beweisen. Ferdinand Porsche gewann das Rennen gleich doppelt. Denn Porsche war als Schnellster und hatte am wenigsten Energie verbraucht. Womit auch der Sieg der Wirtschaftlichkeitswertung an den Porsche P1 ging.

Der Porsche P1 im Porsche Museum in Stuttgart

Für das Porsche-Museum ist der Zugang des Porsche P1 eine gute Gelegenheit, um die Ausstellung nach fünf Jahren etwas umzustrukturieren. Der Beginn der automobilen Zeitreise im Museum wird nun mit einem Prolog eröffnet. Der Porsche P1 ist das zentrale Ausstellungsstück dieses neugestalteten Museumsbereichs. Und eine Brücke in die Gegenwart. Denn mit dem Porsche 918 baut Porsche inzwischen wieder ein Fahrzeug, das zumindest teilweise elektrisch fahren kann.

2 Kommentare

  1. Inzwischen gibt es Stimmen, die das Fahrzeug für eine Fälschung halten. Wie beurteilt Ihr das? Echt oder Falsch?

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