Es passierte am ... Geschichten zum Auto

3. Februar 1951 – August Horch verstirbt

Heute vor 70 Jahren verstarb August Horch. Horch gründete gleich zwei Automarken. Auch wenn der Ingenieur als Unternehmer nicht allzu erfolgreich war, gehört Horch zweifelsfrei zu den Pionieren des Autobaus in Deutschland.

August Horch erblickte 1868 in Winningen an der Mosel das Licht der Welt. Nach einer Schmiede-Lehre und einem Studium am Technikum Mittweida arbeitete Horch zunächst als Maschinenbauingenieur. Nach Anstellungen in Rostock und Leipzig wechselte Horch 1896 zu Carl Benz. In Mannheim war Horch gut drei Jahre als Leiter der Abteilung Motorwagenbau der Benz & Cie. tätig, um sich dann selbstständig zu machen. In Köln-Ehrenfeld gründete der Ingenieur sein eignes Unternehmen. Zunächst reparierte Horch & Cie. hier Benz-Motorwagen.

Doch schon im Sommer 1900 begann der Ingenieur mit der Konstruktion eines eigenen Fahrzeugs. Im Januar 1901 stellte der Unternehmer sein „Modell 1“ in Köln der Öffentlichkeit vor. Herzstück des Fahrzeugs war der von Horch entwickelte „stoßfreie Motor“. Zwei unterschiedlich große Zylinderbohrungen sorgten für einen hervorragenden Massenausgleich. Doch die Serienfertigung überforderte das junge Unternehmen räumlich und finanziell. Der Unternehmer Moritz Bauer aus Plauen half aus. Dessen Maschinenbauunternehmen Bauer & Lange beteiligte sich an Horch & Cie. Mit Hilfe von Bauer zog der Autobauer bereits 1902 nach Reichenbach im Vogtland um. Hier stieß die Ansiedelung des Unternehmens jedoch auf Widerstand.

Investoren holen Horch nach Zwickau

Deshalb zog Horch nach nur zwei Jahren nach Zwickau um. Am 10. Mai 1904 wurde die August Horch & Cie. Motorenwerke AG in Handelsregister der sächsische Kleinstadt eingetragen. Horch etablierte sich schnell als Anbieter sportlicher Fahrzeuge. Rudolf Stöss gewann 1906 mit einem Horch 18/20 die renommierte Herkomer-Konkurrenz. Auch der Firmenchef setzt sich immer wieder selbst ans Lenkrad, um seine Autos in sportlichen Wettbewerben zu testen.

August Horch mit dem Audi Typ C als Teilnehmer der Österreichischen Alpenfahrt.
August Horch mit dem Audi Typ C als Teilnehmer der Österreichischen Alpenfahrt. Der Unternehmer war 1911 und 1914 sogar Gesamtsieger der als extreme schwer geltenden Alpenfahrt.

Mit dem Horch 23/50 PS dringt das Unternehmen ab 1905 in die Oberklasse vor. Zwei Jahre später folgt im 26/65 PS der erste Sechszylinder des Unternehmens. Wer will, der kann mit diesem Auto bereits 120 Kilometer pro Stunde schnell sein. Doch die Stückzahlen bleiben klein, das Unternehmen macht kaum Gewinn. 1909 muss August Horch sein Unternehmen verlassen. Der Finanzvorstand stimmt geplanten Ausgaben des Unternehmers nicht zu. Horch entscheidet sich für einen Machtkampf, verliert diesen jedoch.

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Aus „Horch“ wird „Audi“!

Doch der Ingenieur gründet praktisch sofort ein neues Unternehmen. Mit Geldgebern, die teilweise bereits die Ansiedelung in Zwickau ermöglichten, entsteht am 16. Juli 1909 die „August Horch Automobilwerke GmbH“. Die August Horch & Cie. Motorenwerke AG greift diese Namenswahl sofort juristisch an. August Horch verliert den Rechtsstreit und benennt sein neues Unternehmen um. Der Sohn von Friedrich Paul Fikentscher, einem Unternehmer und Gründer des Sächsisch-Thüringischen Automobilclubs (SThAC), ersinnt die Lösung.

1910 erhielt die neue Firma von August Horch offiziell den Namen Audi.
1910 erhielt die neue Firma von August Horch offiziell den Namen Audi. Mit diesem Schreiben informierte das Unternehmen seine Geschäftspartner.

Der Gymnasiast übersetzt den Nachnamen von August Horch ins Lateinische. Am 25. April 1910 firmiert die „August Horch Automobilwerke GmbH“ in „Audi Automobilwerke GmbH Zwickau“ um. Fünf Jahre später wechselt Audi die Rechtsform, wird von der GmbH zur Aktiengesellschaft. Denn der Kapitalbedarf des Autobaus ist auch in den Gründertagen des Autobaus groß. Zumal auch Audi nach dem Start in der unteren Mittelklasse schnell in die Oberklasse vordringt.

In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg dominiert Audi die Österreichische Alpenfahrt. Das Straßenrennen in den österreichischen Alpen gilt damals als das schwerste Rennen seiner Zeit. Auch bei der Alpenfahrt sitzt der Chef wieder regelmäßig selbst am Lenkrad seiner Fahrzeuge. Doch trotz der Erfolge bleiben die Stückzahlen überschaubar. Denn die Fahrzeuge von Audi gelten zwar als technisch anspruchsvoll, aber teuer. Interessant ist, dass Audi zu dieser Zeit vom großen Typ E mehr Fahrzeuge als vom kleineren Typ D verkaufen kann.

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August Horch zieht sich 1920 aus seinem Unternehmen zurück!

Nach gut zehn Jahren bei Audi legt August Horch 1920 sein Vorstandsmandat nieder. In Berlin macht sich der Ingenieur als Sachverständiger im Bereich der Kraftfahrzeugtechnik erneut selbstständig. Zudem übernimmt Horch zahlreiche Ehrenämter, gehört beispielsweise 1921 der Rennleitung des ersten Avus-Rennens an. Auch im Aufsichtsrat der Berliner Automobilausstellung wirkt Horch mit. Im Januar 1924 wird August Horch zudem Leiter des Normenausschusses der Deutschen Industrie und erster Präsident der Deutschen Verkehrswacht.

Da August Horch bei privaten Investments wenig Glück hatte, war der Ingenieur froh, als die Aktionäre der Auto Union ihm 1932 einen lukrativen Aufsichtsratsposten anboten. In der Auto Union AG führte die Sächsische Staatsbank die sächsischen Autobauer DKW, Horch, Audi und Wanderer unter einem Dach zusammen. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ sich Horch im oberfränkischen Münchberg nieder. Auch die im Westen neugegründete Auto Union GmbH berief den Ingenieur in den Aufsichtsrat, dem August Horch bis zu seinem Lebensende angehörte.


Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
August Horch in den 1930er-Jahren

Foto Audi AG

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