Opel erinnert heute mit einer Meldung daran, dass der Manta in diesem Jahr 50 Jahre alt wird. Für mich als Schleswig-Holsteiner im NRW-Exil lag das Spannende im Detail dieser Meldung. Denn ich wusste bisher nicht, dass der Autobauer seinen Sportler einst an der Ostseeküste vorstellte. Außerdem erklärt Opel, wie der Manta zu seinem Logo kam.

Das offizielle Logo des Opel Manta
Der Rochen am Opel Manta gehört zu den schönsten Logos, die je ein Auto schmückten (Foto: Opel).

Ende der 1960er-Jahre schwappte die Welle der Pony-Cars auch nach Europa. Besonders die europäischen Töchter der US-Autoriesen übertrugen die Idee auf ihre europäischen Produkte. Ford interpretierte das Thema bereits 1969 mit dem Capri auf die europäische Art. Opel, damals eine Tochter von General Motors (GM), brauchte etwas länger für die Umsetzung. Damit wiederholte sich, was zuvor bereits in den USA passiert war. Denn auch dort stellte zunächst Ford den Mustang vor – bevor GM mit dem Chevrolet Camaro eine Antwort fand.

Opel Manta – der Name war schnell klar!

In Rüsselsheim entstand auf Basis des Ascona ein fünfsitziges Coupé. Intern hieß das Projekt „longnose coupé“. Das zeigt, wie stark sich Opel von den Pony-Cars inspirieren ließ. Denn deren wesentliches Designmerkmal fasste die Presse einst mit „long hood, short deck“ zusammen. Auf der Suche nach einem Modellnamen legte sich Opel früh auf „Manta“ fest. Denn Tiernamen als Modellbezeichnung entsprachen damals dem Zeitgeist. Schon seit 1962 gab es bei der Chevrolet Corvette die Modellvariante Stingray (Stechrochen).

1964 stellte die Chrysler-Tochter Plymouth den Plymouth Barracuda vor. Der „Raubfisch“ kam übrigens zwei Wochen vor dem Ford Mustang auf den Markt. Es war der Erfolg des Mustang, der der Fahrzeugklasse schließlich den Namen gab. „Fish-Car“ hätte wohl auch nicht funktioniert. GM antwortete auf den Mustang nicht nur mit dem Camaro, sondern auch mit dem Pontiac Firebird (Feuervogel). Fällt Ihnen was auf? In Europa gab es neben dem Manta auch den Opel GT – immerhin hier war Opel konsequenter und schneller als Ford, wo der GT70 nur eine Studie blieb .

Was fehlte, war ein Logo!

Je näher der Termin der Vorstellung rückte, wurde eine Frage immer wichtiger. Welches Key Visual soll für das neue Modell stehen? Opel-Chefdesigner George Gallion reiste nach Paris. Das Ziel war das Archiv des Meeresforschers Jacques Cousteau. „Wir hatten uns für den Namen Manta entschieden. Nun hatten wir noch zehn Tage Zeit, ein Emblem für unser Auto zu gestalten, doch wir fanden keine geeigneten Vorlagen dafür“, erzählt Gallion heute.

Stundenlang sichtete Gallion das umfangreiche Fotoarchiv des französischen Tiefseetauchers und Dokumentarfilm-Pioniers. Irgendwann fand Gallion eine Einstellung, in der ein gigantischer Teufelsrochen von unten gegen den hellen Himmel gefilmt war. Der amerikanische Designer wusste sofort, das war es! Dieser Rochen gab dem Manta ein Jahr später bei der Premiere als Skulptur an den vorderen Kotflügeln seine Identität.

Premiere an der Ostsee? Ja, klar, passt doch!

Die Premiere in Timmendorfer Strand passt übrigens ganz gut zum Teufelsrochen Manta. Denn das Verbreitungsgebiet des Namensgebers reicht von der deutschen Ostsee- bis zur amerikanischen Pazifikküste. Opel feiert mit dem Coupé übrigens einen Erfolg. Schon 1971 finden im ersten vollen Verkaufsjahr allein in Deutschland 56.200 Einheiten einen Abnehmer. Bodengruppe, Fahrwerk und Motoren teilt sich der Manta mit dem Schwestermodell Ascona.

50 Jahre Opel Manta – die Fakten
Zum 50. Geburtstag de Opel Manta fasst Opel die wichtigsten Fakten zum ersten Manta in dieser Infografik zusammen. Neu war für mich die Versuchsreihe mit den Manta Turbo. (Foto: Opel)

Aus heutiger Sicht überrascht die Motorenpalette – wir reden von einen sportlichen Auto! Doch beim Debüt gibt es den Manta mit Motoren mit 68, 80 und 90 PS. Die beiden schwächeren (der aus heutiger Sicht schwachen) Motoren verfügen über 1,6 Liter Hubraum. Nur das Spitzenmodell schöpft seine „Kraft“ aus 1,9 Liter Hubraum. 1972 reicht Opel sogar noch einen 1,2-Liter-Motor mit 60 PS nach. Zwei Jahre später erscheint das Topmodell Manta GT/E, dessen 1,9-Liter-Einspritzmotor dank einer Bosch L-Jetronic jetzt 105 PS leistet.

Selbst dieses Spitzenmodell wirkt heute, wo sogar Kleinwagen mit einer dreistelligen PS-Zahl glänzen, bescheiden. Passt ja irgendwie zur Premiere an der Ostsee.

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