Vor drei Jahren feierte Alfa Romeo umfangreich den 100. Geburtstag. In diesem Jahr wird das legendäre vierblättrige Kleeblatt des Hauses, das „Quadrifoglio Verde“ 90 Jahre alt. Die Geschichte dieses Markenzeichens trägt auch tragische Züge. Denn der Mann, der das Kleeblatt zu Alfa Romeo brachte, verunglückte tödlich  – als sein Alfa Romeo unplanmäßig einmal kein „Quadrifoglio Verde“ trug.  

Bereits im Ersten Weltkrieg führten italienische Fliegerstaffeln das vierblättrige Kleeblatt in ihren Wappen. Ganz ähnlich wie das „Cavallino rampante“, das sich aufbäumende Pferdchen, das Enzo Ferrari später zu seinem Markenzeichen machte. Und Enzo Ferrari spielt auch bei „Quadrifoglio Verde“ eine wichtige Rolle.

Auftritt: Ugo Sivocci

Der Alfa Romeo Werksfahrer Ugo Sivocci malte 1923 das vierblättrige Kleeblatt als Glücksbringer auf seinen Tipo RL. Der als abergläubig geltende Sivocci wollte damit ausgleichen, dass ihm die Veranstalter der Targa Florio die Startnummer 13 zugedacht hatten. Offensichtlich mit Erfolg, Sivocci gewann die Targa Florio.

Alfa-Romeo 33 TT 3
Auch der Sportwagen Alfa-Romeo 33 TT 3 trug Anfang der 1970er-Jahre das vierblättrige Kleeblatt. (Foto: Alfa Romeo)

Für das junge Unternehmen Alfa Romeo war dieser Sieg der bisher größte sportliche Erfolg. Vollständig akzeptiert war das „Quadrifoglio Verde“ bei Alfa Romeo noch nicht. Denn im September des gleichen Jahres wollte Sivocci den Glücksbringer am neuen Alfa Romeo P1 anbringen.

Doch die Verantwortlichen waren froh, dass der Rennwagen pünktlich zum Test in Monza auf den Rädern stand. An das Anbringen des Kleeblatts hatte noch niemand gedacht. Ugo Sivocci ging ohne den Glücksbringer auf die Strecke und verunglückte tödlich. Seine Teamkollegen Enzo Ferrari, Antonio Ascari und Giulio Ramponi beschlossen daraufhin, das vierblättrige Kleeblatt fortan als Glücksbringer zu verwenden.

Alfa Romeo nahm die Idee auf

Bei allen großen Erfolgen der Alfa Piloten in den 1920er-Jahren war das „Quadrifoglio Verde“ fortan an Bord. Ende 1929 machte sich Enzo Ferrari mit der Scuderia Ferrari selbständig, vertraute dabei weiter auf Rennwagen von Alfa Romeo. Die Alfa Romeo von Ferrari kennzeichnete der junge Teamchef mit dem „Cavallino rampante“. Das „Quadrifoglio Verde“ blieb das Kennzeichen der echten Werkswagen.

Diese Tradition bewahrte Alfa Romeo auch nach dem Zweiten Weltkrieg. An den Formel 1 Rennwagen von Giuseppe „Nino“ Farina und Juan Manuel Fangio war das „Quadrifoglio Verde“ angebracht. Farina und Fangio fuhren mit dem Schutz des Kleeblatts 1950 bzw. 1951 für Alfa Romeo zur Fahrerweltmeisterschaft der Formel 1.

In den 1960er und 1970er trugen die Tourenwagen und Sportwagen von Autodelta das vierblättrige Kleeblatt. Das von Carlo Chiti und Lodovico Chizzola 1963 gegründete Unternehmen setzte für Alfa Romeo erfolgreiche Fahrzeuge wie die Giulia TI Super, den Tipo 33/3 oder den Tipo 33 TT 12 ein. Vor 20 Jahren fuhr Nicola Larini mit dem Alfa Romeo 155 V6 TI und dem „Quadrifoglio Verde“ in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) zum Erfolg.

Alfa Romeo 155 V6 TI , 1993
Der Alfa Romeo 155 V6 TI von 1993 trug auch in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft das Quadrifoglio Verde (Foto: Alfa-Romeo).

Zur Erinnerung an diese zahlreichen Erfolge tragen heute die sportlichsten Modelle des Hauses das „Quadrifoglio Verde“ – beziehungsweise das Kürzel QV – im Namen. Alfa Romeo bestückt so aktuelle Alfa Romeo Giulietta und Alfa Romeo MiTo schon im Werk – im Geist von Ugo Sivocci und seinen Teamkollegen – mit einem Glücksbringer.

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