Ich mag alte Auto-Werbung. Unter den Pressebildern, die Audi bereitstellt, fand ich dieses Foto von Max Schmeling. Der Norddeutsche wurde 1930 Box-Weltmeister im Schwergewicht. Die sportliche Karriere sicherte dem Boxer auch nach dem Zweiten Weltkrieg lukrative Werbeverträge. Zu seinen Werbepartner gehörte auch die Auto Union mit ihrer Marke DKW.

Werbung in den 50er Jahren: Box-Idol Max Schmeling und ein DKW F93 Coupé (Foto: Audi)
 Werbung in den 50er Jahren: Box-Idol Max Schmeling und ein DKW F93 Coupé (Foto: Audi)

Die Auto Union startete nach dem Zweiten Weltkrieg im Westen neu. Denn den ursprünglich in Chemnitz beheimaten Autokonzern dieses Namens wickelten die sowjetischen Besatzern in der Nachkriegszeit ab. Viele seiner Maschinen landeten als Reparationszahlungen in der Sowjetunion. Aus den ehemaligen Werken wurden Volkseigene Betriebe (VEB). Doch auch in den westlichen Besatzungszonen und im Ausland gab es noch zahlreiche Vorkriegsfahrzeuge der zur Auto Union gehörenden Marke DKW. Wegen ihrer Zweitaktmotoren verzichteten die Wehrmacht und ihre Kriegsgegner in der Regel darauf, die Autos von DKW zu requirieren.

Aus der Ersatzteil-Produktion wird Autobau

Ohne funktionierende Werke drohte den DKW-Fahrern ein Engpass bei den Ersatzteilen. Zur Sicherstellung der Ersatzteilversorgung gründeten ehemalige Auto Union Mitarbeiter daher bereits Ende 1945 in Ingolstadt das Zentraldepot für Auto Union Ersatzteile GmbH. Als dann 1948 die Löschung der alten Auto Union im Handelsregister von Chemnitz erfolgte, war der Weg frei. Schon 1949 begann die neue Auto Union in Bayern mit der Produktion des DKW Schnellasters und des Motorrads DKW RT 125 W. Wobei das W für Westen stand. Denn auch in dem nun als VEB geführten ehemaligen Auto Union Werk im sächsischen Zschopau entstand die RT 125 weiter.

Dem Schnellaster stellte die neue Auto Union 1950 mit dem DKW F89 bald auch ein Auto zur Seite. Fünf Jahre später folgte der DKW F93 mit einer breiteren Karosserie. Damit positionierte sich das Unternehmen endgültig in der gehobenen Mittelklasse. Dies kam auch in der Werbung zum Ausdruck. Parallel zur jungen Romy Schneider gewann die Auto Union Max Schmeling als Werbeträger. Der Schwergewichtsboxer, bereits von 1930 bis 1932 Weltmeister und 1936 Bezwinger des damals als unschlagbar geltenden US-Boxer Joe Louis, gehörte zu den Größen des gesellschaftlichen Lebens im Nachkriegsdeutschland. Entsprechend stolz präsentierte die Auto Union in den 1950er-Jahren den beliebten Ex-Sportler als Fahrer eines Luxus-Coupés vom Typ DKW F93.

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