Die Cooper Car Company war ursprünglich eine kleine Reparaturwerkstatt für Autos und Motorräder in Surbiton, südwestlich von London. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Sohn des Hauses mit dem Bau von Rennwagen. Aus dem Vergnügen von Junior John Cooper wurde schnell ein zusätzliches Geschäftsfeld. 1951 nahm Cooper die Serienproduktion der Rennwagen auf. In den Händen von Kunden wie Stirling Moss oder Peter Collins fuhren die Rennwagen von Cooper in der Formel 3 zu ersten Erfolgen.

Schon 1952 feierte Cooper sein Debüt in der Königsklasse des Motorsports. Denn dort gilt ab 1952 ein neues Regelwerk mit 2,5-Liter-Motoren. Das lockt neue Hersteller in die Formel 1. Wie die Konkurrenz setzte auch Cooper zunächst auf die damals übliche Frontmotorbauweise. Der Erfolg blieb überschaubar. Doch 1956 folgte ein Paukenschlag. Mit dem T41 stellt Cooper ein Monoposto mit Mittelmotor vor. Das hat seit Ferdinand Porsche bei den Auto Union Rennwagen vor dem Krieg niemand probiert.

Cooper hat damit durchschlagendem Erfolg

Denn die kleinen leichten Rennwagen aus London fuhren den schweren Frontmotorrennwagen bald um die Ohren. 1959 und 1960 gewann Jack Brabham mit dem Cooper-Climax den Titel in der Formel 1 Weltmeisterschaft. Cooper war im Olymp der Rennwagen-Konstrukteure angekommen. Doch die etablierten Konstrukteure konterten und übernahmen das Prinzip. Nach dem Tod von Firmengründer Charles Cooper übernimmt kurz Ken Tyrrell die Leistung des Teams. 1965 verkauft John Cooper das Formel-1-Team an eine Investorengruppe rund um den Rennfahrer Roy Salvadori. Cooper bleibt trotz des Verkaufs technischer Direktor des Teams und Besitzer seiner Werkstatt.

Cooper T86C-Alfa Romeo
Der Cooper T86C-Alfa Romeo war der letzte F1 von Cooper und kam über einen Test nicht hinaus.

Die neuen Team-Inhaber stellen Kontakt zu Maserati her. Doch der 1966 exklusiv von Cooper gefahrene 3,0-Liter-Zwölfzylinder-Saugmotor ist ein Flop – trotz des Siegs von John Surtees beim Großen Preis von Mexiko. Mit einem neuen Cooper T86 kann das Team nicht mehr an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen. Zwar gewinnt Pedro Rodríguez den Saisonauftakt in Südafrika, aber Jochen Rindt fiel achtmal aus. Der italienische Motor war zu groß, zu schwer und vor allem auch zu durstig für das filigrane Fahrzeug.

Nach zwei Jahren mit Maserati wechselt Cooper zu Motoren von BRM. Doch das ist eine Fehlentscheidung. Das Team verliert mit den BRM-Motoren endgültig den Anschluss. Denn der von Geoff Johnson ursprünglich für einen Sportwagen konstruierte Motor gewinnt gegen den neuen Ford Cosworth-Motoren keinen Blumentopf. Wegen der engen Verbindungen von Cooper zu British Leyland steht dieser Motor dem Team nicht zur Verfügung. Denn eine Entscheidung für den Ford-Motor hätte den lukrativen Deal rund um den Mini gefährdet.

Cooper T86C Alfa Romeo als Finale

Auf der Suche nach einer Alternative für den schwächlichen BRM-Motor wird John Cooper bei Alfa Romeo fündig. Die Italiener haben für den Sportwagen Tipo 33 einen V8 konstruiert. Über die Tatsache, dass das Aggregat ursprünglich als Zweilitermotor konstruiert wurde, ignorierte John Cooper. Schließlich lief der Motor im Tipo 33/2 bereits in einer 2,5-Liter-Version. Doch die Idee, mit dem Motor des wunderbaren Alfa Romeo Tipo 33 Coupé Stradale in der Formel 1 anzutreten, funktionierte nicht. Auch mit mehr Hubraum kam der V8 nicht auf das in der Königsklasse notwendige Leistungsniveau.

Cooper T86C Alfa Romeo
Cooper T86C Alfa Romeo beim Oldtimer Grand Prix am Nürburgring (Fotos: Tom Schwede)

Lucien Bianchi sollte mit dem Rennwagen in Brands Hatch und Monza an den Grand Prix teilnehmen. Doch nach frustrierenden Testfahrten entschied sich das Team schließlich gegen den Einsatz. Zumal auch Alfa Romeo die Unterstützung zurückzog. Ende des Jahres sperrte Cooper den Rennstall zu und zog sich aus der Formel 1 zurück. Den Cooper T86C kaufte der Formel-5000-Pilot Fred Place. Doch auch auch in der Formel 5000, wo der T86C mit einem 5-Liter-V8 von Ford in Rennen ging, wurde aus dem Rennwagen nie ein Rennsieger.

Trotzdem entwendeten Diebe den Cooper. Als die Polizei den Rennwagen einige Monate später fand, war die Rennkarriere des Cooper T86C zunächst vorbei. Über mehrere Inhaber kam der Rennwagen zu Ron Maydon. Der Originalmotor gilt als verschollen. Der Brite Maiden bestückte das Chassis mit einem V8-Motor aus dem Alfa Romeo Montreal. Dieser geht konstruktiv auf den V8 aus dem Tipo 33/2 zurück. Insofern paßt das. Heute führt Maydon den restaurierten Cooper T86C Alfa-Romeo ab und an im historischen Motorsport aus.

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