Bei dieser Testfahrt ging es einmal richtig um Kilometer. Auf Einladung von Honda konnte ich mit dem Honda Civic 2.2 i-DTEC zum Auftakt der Tourenwagen-Weltmeisterschaft nach Monza fahren und den Diesel dabei ausführlich testen. In diesem Test musste sich der Civic nicht nur auf der Autobahn, sondern auch in den Schweizer Bergen und im Stadtverkehr von Mailand bewähren. Dabei glänzte der Japaner mit einem sparsamen Verbrauch und inneren Werten.

Die Testfahrt war auch ein Wiedersehen. Denn der Civic ist ein alter Bekannter. Seit mehr als 40 Jahren ist die Civic-Baureihe fester Bestandteil im Programm des japanischen Herstellers. Es war der Civic, der Honda die Tür nach Amerika öffnete. Und es war der Civic mit dem Honda auch in Europa erste Erfolge feierte.

In unserer Nachbarschaft hatte die Mutter eines Jugendfreunds Ende der 1970er-Jahre einen Civic der ersten Generation. Damals war der Civic noch ein Kleinwagen. Trotzdem passten oft auch vier kleine Fußballspieler in das Auto, um zum Auswärtsspiel zu reisen. Später hatte auch meine Mutter einmal einen Civic.

Da war der Civic längst in die Kompaktklasse aufgerückt. Dieser Civic glänzte Honda mit einem wirklich gutgemachten Motor. Der gab dem Autoblogger als Fahranfänger das Gefühl, mit einem Stück der Technik unterwegs zu sein, die auch der große Ayrton Senna in der Formel 1 so grandios bewegte.

Honda Civic 2.2 i-DTEC
Der aktuelle Honda Civic 2.2 i-DTEC wurde 2012 vorgestellt. (Foto: Karla Schwede)

Zum Modelljahr 2012 stellte Honda die aktuelle Generation des Civic vor. Ebenfalls in der Kompaktklasse zu Hause ist der Civic heute 4,26 Meter lang. In unserem Testwagen sorgte ein 2,2-Liter großer Dieselmotor für den Antrieb. Im Vergleich zum Diesel, den ich seit 13 Jahren im Alltag fahre, ist das ein echter Hightech-Motor.

Den Motorblock und Zylinderkopf des Hightech-Diesels fertigt Honda aus Leichtmetall

Vier Ventile pro Zylinder sorgen für den Gasaustausch des Selbstzünders. Den Kraftstoff pumpt eine Common Rail Diesel Direkteinspritzung in den Verbrennungstrakt. Damit leistet der Motor 150 PS. Mit einem Drehmoment von 350 Nm verfügt die Maschine über genug Kraft, um in allen automobilen Lebenslagen zu bestehen.

Wer will, kann mit dem Diesel-Motor im Civic eine Höchstgeschwindigkeit von 217 km/h erreichen. Was tatsächlich sehr leicht von der Hand geht. Schnelles fahren ist mit dem Civic überhaupt kein Problem. Mühelos erklimmt der Diesel-Motor auch höhere Drehzahlen und beschleunigt den Civic über die Autobahn-Richtgeschwindigkeit hinaus. Das fühlt sich fast wie ein Benziner an. Spätestens der Besuch an der Tankstelle überzeugt Zweifler vom Gegenteil.

Wo wahren Qualitäten des Honda Civic 2.2 i-DTEC liegen

Auf meinem persönlichen Handlingskurs in Gelsenkirchen warten schlechte Straßen, 90-Grad-Kurven und ein paar Kehren auf unsere Testwagen. Dabei überzeugt der Civic mit einem sehr guten Handling und Komfort. Willig und unmittelbar folgt der Japaner den Befehlen zum Einlenken. Der moderne Leichtmetalldiesel des Civic liegt nicht, wie bei älteren Diesel-Fahrzeugen mit Frontantrieb oft beobachtet, wie Blei auf der Vorderachse.

Honda Civic 2.2 i-DTEC
Der Honda Civic 2.2 i-DTEC überzeugt auch mit seiner Form, die ihn von der Masse abhebt. (Foto: Karla Schwede)

Selbst in der engsten Kehre unseres Parcours, die wegen des starken Einlenkens und der vorhandenen Belagwechsel oft für Spannungen in der Karosserie der Probanden sorgt, bleibt es im Civic ruhig. Die britischen Automobilbauer, die den Civic in Swindon fertigen, haben ganze Arbeit geleistet. Alles im Civic ist solide verarbeitet, hier klappert nichts. Das sportlich straffe Fahrwerk des Civic zeigt sich dabei nicht als übertrieben hart. Trotz der Marterstrecke bleibt es im Civic komfortabel.

Der Honda Civic 2.2 i-DTEC ist ein echter Energiesparer

Am meisten Spaß macht der Honda Civic 2.2 i-DTEC vermutlich den Sparfüchsen unter den Autofahrern. Im Stau in Mailand limitiert die Start-Stopp-Automatik des Civic den Benzinverbrauch. Doch auch mit laufender Maschine bleibt der Honda ein Kostverächter. Auf der mehr als 2.000 Kilometer langen Testfahrt genehmigte sich der Civic im Schnitt nur rund 4,9 Liter Diesel für 100 Kilometer. Trotz eines zeitweise sehr schweren Gasfußes.

Magic Seats im Honda Civic 2.2 i-DTEC
Die Magic Seats im Honda Civic 2.2 i-DTEC (Foto: Karla Schwede)

Honda nimmt das Thema Energiesparen offensichtlich Ernst. Im leicht bedienbaren Sechsganggetriebe ist bereits der vierte Gang mit einer Übersetzung von 0,928 sehr lang abgestimmt. Das senkt den Verbrauch. Ein Ziel, das durch eine Anzeige im Cockpit, die den Fahrer eine besonders sparsame Fahrweise signalisiert, unterstützt wird. Das ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, kann aber für den einen oder anderen Autofahrer trotzdem eine wertvolle Hilfe sein.

Insgesamt sorgt die Gestaltung des Innenraums dafür, dass es sich im Civic wirklich angenehm reisen lässt. Selbst Reisende jenseits der 1,90 Meter finden im Civic überall genügend Platz. Und wer mit dem Civic etwas anders als Mitfahrer transportieren will, wird die „Magic Seats“ schätzen lernen. Sie lassen sich hochklappen oder umlegen. Hochgeklappt ermöglichen die Sitze dann den bequemen Transport eines Fahrrads im Innenraum.

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