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Stellantis schließt Douvrin: Wo der legendäre PRV-V6 entstand

Ende Oktober schließt Stellantis das Motorenwerk in Douvrin. Dieses prägte über Jahrzehnte die Motorenentwicklung zunächst von Peugeot und Renault sowie später von PSA und Stellantis. Besonders eng ist sein Name mit einem der bekanntesten europäischen Sechszylinder verbunden: dem PRV-V6.

05. August 2026 4 Minuten Lesezeit
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PRV in einem Le Mans-Rennwagen
Mit der Schließung des Motorenwerks Douvrin endet ein Stück Automobilgeschichte. Hier entstanden der legendäre PRV V6, der einst sogar Le Mans und die DTM rockte, und zahlreiche Motoren von Peugeot, Renault und PSA. (Foto: Archiv AutoNatives.de)

Das Motorenwerk im nordwestfranzösischen Douvrin entstand 1969 unter dem Namen Française de Mécanique als Joint Venture zwischen Peugeot und Renault. Beide trugen die Bau- und Gründungskosten zu 50 Prozent und hielten anschließend auch jeweils die Hälfte der Geschäftsanteile an der Betreibergesellschaft des Werks. Ziel war es, mit dem Joint Venture Entwicklungs- und Fertigungskosten zu teilen, um moderne und leistungsfähige Motoren für die Modellpalette beider Konzerne in Großserie zu produzieren.

Douvrin war die Heimat des PRV-V6

Zum Start lief in Douvrin der Renault Cléon-Alu vom Band. Doch seinen wohl größten Bekanntheitsgrad erreichte das Werk gleich zu Beginn mit dem PRV-V6-Motor. Denn 1971 entstand parallel zum Werk ebenfalls in Douvrin die Projektgesellschaft „Société Franco-Suédoise de Moteurs PRV“. An ihr beteiligte sich neben Peugeot und Renault auch Volvo mit einem Drittel. Sie beauftragte die Française de Mécanique mit der Fertigung ihres Motors.

Ursprünglich als V8 für die Idee französischer Oberklasse-Limousinen wie dem Projekt H konzipiert, zwang die Ölkrise Anfang der 1970er-Jahre die Ingenieure zu einer grundlegenden Überarbeitung. So entstand ein V6 mit einem ungewöhnlichen Bankwinkel von 90 Grad. Der PRV-Motor wurde von 1974 bis Ende der 1990er-Jahre in unterschiedlichsten Konfigurationen gefertigt. Der PRV kam zunächst in zahlreichen Modellen von Peugeot, Renault und Volvo zum Einsatz.

Internationale Bekanntheit erlangte der PRV auch durch den DeLorean DMC-12, der mit der Filmreihe „Zurück in die Zukunft“ Kultstatus erreichte. Losgelöst davon erhielt der PRV während seiner Bauzeit zahlreiche technische Überarbeitungen. Die anfänglichen Vergaser wichen modernen Einspritzanlagen, später folgten Vierventil-Zylinderköpfe und sogar Turbovarianten, die in Le Mans Rekorde jagen sollten, sowie eine DTM-Version.

Mehr als nur der PRV

Auch nach dem Ende der PRV-Produktion lief in Douvrin die Produktion weiter. Insgesamt entstanden dort mehr als 40 Millionen Motoren. Auf den PRV folgten zahlreiche Benzin- und Dieselmotoren für PSA und Renault, die das Werk bis 2013 gemeinsam betrieben. Allerdings verlagerte sich mit der Jahrtausendwende die Auslastung zunehmend in Richtung der PSA-Marken Peugeot und Citroën.

So kam es 2013, nach 44 Jahren, zur Trennung. PSA kaufte Renault dessen 50-Prozent-Anteil an der Française de Mécanique ab und übernahm das Werk in Douvrin damit vollständig. Im Gegenzug übernahm Renault gleichzeitig das gemeinsame Getriebewerk Société de Transmissions Automatiques (STA) im nahegelegenen Ruitz komplett. In den vergangenen Jahren stand Douvrin vor allem für die PureTech-Dreizylinder, die Stellantis vor allem in Modellen von Peugeot, Citroën, DS Automobiles und Opel nutzt.

Die Produktion dieser Motoren endet nun ebenfalls. Stellantis richtet seine Antriebsstrategie neu aus und konzentriert sich künftig auf andere Motorenfamilien sowie elektrifizierte Antriebe. Parallel dazu entstand am Standort bereits vor gut 20 Jahren eine Batteriefertigung, sodass Douvrin auch künftig Teil der französischen Automobilindustrie bleibt, wenn auch mit einer völlig anderen Aufgabe.

Diese Motoren entstanden im Motorenwerk in Douvrin bei der Française de Mécanique:

In den mehr als 55 Jahren seines Bestehens entsprangen den Fertigungshallen in Douvrin diverse wegweisende Motorengenerationen:


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