Eigentlich hätte ich diesen Artikel gestern publizieren müssen. Denn vor 30 Jahren habe ich – gestern auf den Tag genau – das erste Mal ein Rennen der Formel 1 besucht. Während eines Urlaubs in Großbritannien haben mein Vater und ich einen Abstecher nach Silverstone gemacht.

Damals war der Strecke noch deutlich anzusehen, dass das Gelände während des Zweiten Weltkriegs von der Royal Air Force als Militärflugplatz genutzt wurde. Die Strecke bestand 1983 aus den Verbindungsstraßen, die die RAF rund um die damals noch vorhandenen Start- und Landebahnen gebaut hatte.

Das war richtig schnell

1983 hatten sich die Turbomotoren in der Formel 1 durchgesetzt. Sechs Jahre nach dem Renault den Turbo in die Formel 1 gebracht hatte waren diese endlich standfest. Wer vor 30 Jahren in der Formel 1 gewinnen wollte, der musste einen Turbomotor haben.

Silverstone 1983
Silverstone 1983: Arrows – Ford mit Werbung für eine britische Zeitschrift

In der Qualifikation dominierten die Ferrari. René Arnoux umrundete den Kurs in Silverstone mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 244,571 Kilometern pro Stunde. Damit lag der Franzose deutlich an der Spitze des Felds der 29 Fahrzeuge, die sich der Qualifikation gestellt haben.

Nach heutigen Maßstäben, zu denen eine 107%-Regel gehört, wären damals nur 15 Autos qualifiziert gewesen. Denn alle anderen Starter wären mit ihren Qualifikationszeiten zu langsam gewesen. Doch das hat 1983 niemanden interessiert. Zum Rennen wurden einfach die 26 Schnellsten zugelassen. Dadurch erlebte ich an der Strecke das Debüt eines Honda-Turbo-Motors mit. Der Schwede Stefan Johansson und das Spirit-Team brachten bei diesem Rennen den später so erfolgreichen Turbo-Motor der Japaner 1983 erstmals an den Start.

Alain Prost gewinnt das Rennen

Das Rennen fand damals am Samstag statt. Und bei unglaublicher Hitze. Denn 1983 erlebte die britische Insel einen der heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Das Rennen war recht spannend. Die Ferrari erwiesen sich als Trainingsweltmeister. Konnten sich im Rennen nicht lange an der Spitze behaupten. Die Führung wechselte mehrmals. Am Ende gewann Alain Prost im Renault, der auf dem Weg zur Spitze zahlreiche Kollegen überholte. Auf dem zweiten Platz kam Nelson Piquet ins Ziel. Der Brasilianer fuhr dabei den Brabham BT 52, den BMW jetzt restauriert und in Goodwood ausgeführt hat.

Silverstone 1983
Mit diesem Arrows bestritt Marc Surer den Britischen Grand Prix 1983

Mein Highlight erlebte ich nach dem Rennen. Denn irgendwie schaffte ich es in den Parc fermé – heute wohl undenkbar. Dabei entstanden leider nur drei Bilder. Dann war mein Film leer und ich hatte keinen Ersatz dabei. Im Zeitalter der Digitalkameras eigentlich nicht mehr vorstellbar.


AutoNatives.de ist auch bei Facebook. Wir freuen uns über ein Like.


Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Silverstone 1983

Silverstone 1983 war mein erstes Live-F1-Rennen. Seit dem verfolge ich den Sport und habe mir ein paar Gedanken über mögliche neue F1-Team gemacht.

Ähnliche Arikel:

Author

Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

Write A Comment