Wie schlägt sich der Mazda2 in unserem Pendlertest? Kann der Kleinwagen mit dem sparsamen und 105 PS starken 1,5-Liter-Diesel sich an die Spitze unser Pendlercharts setzen?

Bereits bei der ersten Begegnung direkt nach der Premiere war ich mir sicher, dass der Mazda2 das Zeug zu einem Erfolgsmodell hat. Ausgerüstet mit einem sparsamen 1,5-Liter-Diesel stellt sich der City-Flitzer von Mazda unseren Pendler-Test. Mit einem kombinierten Verbrauch von 3,4 Litern im Europäischen Fahrzyklus ist der Kleinwagen dafür der optimale Kandidat. Denn in diesem Test geht es ausschließlich um die Kraftstoffkosten. Andere Faktoren, wie die  Anschaffung eines Fahrzeugs, der Verschleiß oder die Kosten für Steuern und Versicherung,  spielen in diesem Test keine Rolle.

Daten zum Testwagen:

  • Typ: Mazda2 SKYACTIV-D 105
  • Grundpreis: 19.900 Euro (07/2016)
  • Motor: 4-Zylinder-Turbo-Dieselmotor mit Direkteinspritzung
  • Emissionsklasse: Euro 6
  • Getriebe: Manuelles 6-Gang Getriebe
  • Hubraum: 1.499 ccm
  • max. Leistung: 105 PS bei 4.000 /min
  • max. Drehmoment: 220 Nm / 1.400 – 3.200 1/min
  • Höchstgeschwindigkeit: 197 km/h
  • Versicherungstypklassen: 17/19/21 (Haftpflicht, Voll-, Teilkasko)

Womit war ich diesmal im Pendler-Test unterwegs?

Für die dritte Ausgabe unseres Pendler-Tests habe ich mir den Mazda2 SKYACTIV-D 105 ausgesucht. Denn dessen 1,5 Liter großer Diesel hat mir mit seiner Sparsamkeit kürzlich schon im größeren Mazda3 gefallen. Im Kleinwagen Mazda2 sollte sich das moderne Aggregat noch besser schlagen als in der Kompaktklasse.

Der Turbodiesel verfügt über einige ungewöhnliche Lösungen. So arbeitet der Motor mit einer ungewöhnlich geringen Verdichtung von 14,8:1. Das sorgt in Verbindung mit der 2.000 bar Direkteinspritzung dafür, dass der Motor seinen Kraftstoff bei geringeren Temperaturen als andere Diesel verbrennt.

Damit reduzieren sich Wärmeverluste und Schadstoffemissionen. Das klappt so gut, dass der kleine Motor die Vorgaben der Euro-6-Abgasnorm ohne Stickoxid-Abgasnachbehandlung einhält. Das Nachfüllen von Harnstoff (AdBlue) gibt es bei diesem Motor nicht. Getankt wird ausschließlich Diesel-Kraftstoff.

Bilder vom Mazda2 SKYACTIV-D 105 Exclusive-Line

Sein maximales Drehmoment von 270 Newtonmetern erreicht der Vierzylinder zwischen 1.600 und 2.500 Umdrehungen pro Minute. Mit einer Spitzenleistung von 105 PS, die bei 4.000 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung stehen, ist der Kleinwagen angemessen motorisiert. Die Kraftübertragung erfolgt über ein manuelles Schaltgetriebe mit sechs Gängen und die Vorderräder.

Beim Studium des Datenblatts fällt auf, dass der Mazda2 schon im vierten Gang über eine Getriebeübersetzung von 0,775 verfügt. Im fünften Gang liegt das Übersetzungsverhältnis sogar schon bei 0,580. Der Sechste ist dann mit 0,490 sogar sehr lang. Das nimmt auch die recht kurze Achsübersetzung von 3,850 kaum zurück. Manchmal treiben die Vorgaben der Norm-Verbrauchsmessungen, die lange den größten Gang nutzen, seltsame Blüten.

Wie schlägt sich der Mazda2 beim Pendeln?

Fangen wir mal mit der positiven Überraschung an. Angesichts der langen Getriebeübersetzung hätte ich erwartet, dass das Fahren im sechsten Gang nur auf der Autobahn möglich ist. Ich irrte! Selbst in der Stadt ist ein Mitrollen im Sechsten möglich. Bei Bedarf fährt sich der Kleinwagen auch mit 1.100 Umdrehungen pro Minute in der höchsten Fahrstufe stotterfrei. Auch wenn der Wunsch nach Agilität, genauso wie im größeren Mazda3, immer etwas Schaltarbeit erfordert.

Die Strecken und Verbrauchswerte im Überblick

Tag 1Tag 2Tag 3Tag 4Tag 5Gesamt
Hinweg-Strecke37 km40 km39 km37 km39 km38 km
angezeigter Verbrauch3,33,43,43,83,43,5
Hinweg-Strecke38 km38 km37 km37 km38 km38 km
angezeigter Verbrauch3,13,14,23,23,33,4
 
Summe-Strecke75 km78 km76 km74 km77 km76 km
Tagesverbrauch
(hochgerechnet)
3,23,33,83,53,43,4

Im Pendler-Test geht es nur um den Spritverbrauch. Da macht der City-Flitzer von Mazda eine ausgesprochen gute Figur. Denn am Ende der Testwoche habe ich durch schnittlich 3,4 Liter Diesel pro 100 Kilometer verbraucht. Die Kontrolle an der Tankstelle bestätigt das Ergebnis. Die Werte des Bordcomputers liegen gut 0,1 Liter unter dem, was die Rechnung mit Tankmenge und Wegstrecke ergibt. Das liegt im Bereich der Rundungsdifferenzen und ist zu vernachlässigen.

Auf der Autobahn ist der Kleinwagen, besonders wenn er im sechsten Gang rollen darf, ein echter Sparer. Wenn ich den Gasfuß zügle, zeigt der Bordcomputer beim Verlassen der Autobahn einen Wert von 2,9 Litern an. Auf meinem Heimweg folgen dann jedoch noch gut drei Kilometer Stadtverkehr. Am Ende liegt der Verbrauch der Tour bei 3,1 Litern. In den unteren Gängen und mit viel Stau sind die Werte von der Autobahn nicht erreichbar.

Daran ändert auch die serienmäßige Start-Stopp-Automatik nichts. Diese nimmt im Mazda2 D 105 übrigens recht früh die Arbeit auf. Morgens, wenn der Mazda2 noch kalt ist, stellt sie bereits nach gut zwei Kilometern den Motor an der Ampel ab. Auch im Stau auf der A40 bleibt die Start-Stopp-Automatik recht lange aktiv. Im gesamten Test kommt es kaum vor, dass die Start-Stopp-Automatik den Dienst verweigert, um die Batterie zu schonen.

Was hat mir beim Test besonders gefallen?

Positiv auch, dass der Kleinwagen nicht nur an der Tankstelle zu gefallen weiß. Die Ausstattung des Testwagens ist zweckmäßig. Serienmäßig im Mazda2 ist ein Berganfahrassistent. Dazu kommen – in allen Ausstattungslinien – ein Radio, elektrisch einstellbare Außenspiegel und Fensterheber sowie eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung. Und sofern der Kunde nicht das Basismodell ordert, verfügt der japanische Kleinwagen auch serienmäßig über ein 3-Speichen-Sport-Lederlenkrad.

Dank der Exclusive-Line Ausstattung ist in unserem City-Flitzer von Mazda sogar ein Spurhalteassistent an Bord. Dazu verfügt der Testwagen über ein Infotainmentsystem mit 7-Zoll (entspricht 17,8 Zentimeter) großem hochauflösenden Farbbildschirm. Das Infotainmentsystem läßt sich auch als Freisprecheinrichtung nutzen. Im Test klappt sowohl die Kopplung mit dem iPhone 6 als auch einen etwas älteren Nexus 4 mit Android auf Anhieb.

Zur Exclusive-Line gehören auch die hinten abgedunkelten Scheiben. Das gibt dem Kleinwagen einen Hauch eines Luxusmobils. Dazu sind die Reifen im Format 185/65 R15 auf durchaus schicken Leichtmetallfelgen aufgezogen. Zu den kleineren Ausstattungslinien gehören Stahlfelgen. Insgesamt wirkt der Mazda2 damit recht edel. Auch wenn der japanische Kleinwagen nicht Lifestyler spielt wie der Mini oder der Opel Adam.

Mit 18.690 Euro steht der Mazda2 SKYACTIV-D 105 Exclusive-Line in den Preislisten der Mazda-Händler. Dazu kommt im Fall des Testwagens noch die blaue Metallic-Lackierung (Aufpreis 520 Euro) und ein Navigationssystem (+ 690 Euro). Womit der Mazda – zumindest laut Preisliste – einen Gegenwert von 19.900 Euro repräsentiert. Das erscheint zwar nicht billig, aber durchaus angemessen. Denn die Verarbeitung bei Mazda ist auch beim Kleinwagen Mazda2 über jeden Zweifel erhaben.

Fazit zum Mazda2 SKYACTIV-D 105

Kein Wunder, dass der japanische Autobauer zurzeit von Rekord zu Rekord jagt. Im ersten Quartal seines aktuellen Geschäftsjahrs verkaufte Mazda von April bis Juni weltweit 375.000 Fahrzeuge. Wobei der europäische Markt eine wichtige Rolle spielt. Denn in Europa legte Mazda zuletzt rund 25 Prozent zu. Der Mazda2 vermittelt dabei ein gutes Bild davon, warum Mazda so erfolgreich ist.

Denn der Kleinwagen ist solide und verfügt über keine echten Schwächen. Stark, dass mein Testverbrauch auf dem Niveau der offiziellen Verbrauchsmessungen liegt. Damit setzt sich der Mazda2 SKYACTIV-D 105 mit seinem 105 PS starken Diesel sogar an die Spitze unserer Pendler-Rangliste. Günstiger als mit dem japanischen City-Flitzer läßt es sich kaum pendeln.


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:

Foto: Karla Schwede 2016, all rights reserved

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Author

Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

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