Die Zukunft fährt elektrisch. Auch ŠKODA arbeitet daran. Noch bis zum Wochenende Präsentiert Skoda die Studie ŠKODA VISION E im Rahmen der Auto Shanghai, der größten Automesse in China. Ich habe mir die Studie, die rein elektrisch und autonom fahren kann, angesehen – mit einem virtuellen Ausflug.

ŠKODA eilt zurzeit von Erfolg zu Erfolg. Im vergangenen Jahr lieferte die VW-Tochter zum dritten Mal in Folge mehr als eine Million Fahrzeuge aus. Doch wer in den letzten Monaten bei den Verantwortlichen von ŠKODA nach dem Thema Elektromobilität fragte, der führte kein langes Gespräch. Denn echte Elektrofahrzeuge  oder zumindest Hybridfahrzeug, wie den kürzlich von mir gefahrenen VW Golf GTE, sind ausschließlich bei den Konzernschwestern verfügbar.

Tom während der virtuellen Präsentation der Studie ŠKODA Vision E
Tom während der virtuellen Präsentation der Studie ŠKODA Vision E (Foto: Adam Meyer)

Außenstehende hatten den Eindruck, während sich Audi und VW öffentlich mit der Zukunft beschäftigten, konzentriert sich ŠKODA auf das Geldverdienen in der Gegenwart. Doch ŠKODA hat Pläne, um das Unternehmen in eine elektrisch geprägte Auto-Welt zu führen. Bis 2025 wird es bei ŠKODA fünf elektrifizierte Fahrzeuge geben. Zum Auftakt gibt es ab 2019 eine Hybridvariante des ŠKODA Superb. Ein Jahr später folgt das rein elektrische Modell, dem die Studie ŠKODA VISION E jetzt ein Gesicht gibt.

ŠKODA bleibt sich auch elektrisch treu!

Auch die Studie ŠKODA VISION E ist ein großes Auto, ist knapp 4,70 Meter lang, 1,92 Meter breit und 1,59 Meter hoch. Damit entsprechen die Abmessungen der Studie dem ŠKODA Kodiaq. Entsprechend viel Platz steht auf den vier Einzelsitzen im Innenraum der Studie zur Verfügung. Das Dach besteht in weiten Teilen aus Glas. Alles zusammen bewirkt, dass der Innenraum noch großzügiger als bei den aktuellen Modellen des tschechischen Autobauers wirkt.

Parallel zu der Präsentation in Schanghai konnte ich die Vision E mit der Virtual-Reality-Brille VIVE von HTC aus der Ich-Perspektive erleben. Das war das erste Mal seit gut 20 Jahren, dass ich in eine virtuelle Welt abtauchen konnte.

Damals habe ich als studentische Hilfskraft am Institut für Logistik in Ballungsräumen die Entwicklung eines virtuellen Info-Systems im Tourismus verfolgt. Apple Quicktime VR und ähnliche Techniken ermöglichten Mitte der 1990er-Jahre erstmals eine halbwegs interaktive Panoramafotografie. Wir hatten Urlauber im Blick, die sich vorab über ihren Urlaubsort informieren möchten. Wir dachten in Regionen wie Tegernsee oder Oberbayern. Heute ist unsere damalige Idee von Google Street View weltweit umgesetzt.

Dazu gibt es für die, die noch tiefer in virtuelle Welten abtauchen möchten, erschwingliche VR-Brillen. Brillen, die zunehmend die Ecke des Videospiels verlassen und bei Produktpräsentationen Einsatz finden. Audi arbeitet an diesem Dimensionssprung der VR experience, um den Verkauf im Autohaus zu unterstützen. Insofern ist es erstaunlich, dass die Begegnung mit dem ŠKODA Vision E jetzt meine erste Begegnung mit einer VR-Brille war.

Brille auf und ab nach Shanghai zur Studie ŠKODA Vision E

Von außen wirkt die Studie ŠKODA Vision E futuristisch. Damit folgt ŠKODA einem Trend, der zurzeit bei Elektrostudien ein Muss ist. Praktisch alle elektrischen Studien setzen beim Blech- oder Kunststoffkleid zurzeit auf eine für die Moderne stehende Großzügigkeit der Flächen. Trotzdem ist die Vision E klar als ŠKODA zu erkennen. Denn die Fahrzeugfront und die Sicken in der Fronthaube der Studie sind typische Elemente der Gestaltung des Autobauers aus Mladá Boleslav.

Meine Probefahrt mit der Studie ŠKODA Vision E

Ein virtueller Blick von Berlin nach Shanghai … unterwegs im Skoda Vision E … zumindest irgendwie 😜 #SkodaVisionE #VisionE

Gepostet von Tom Schwede am Dienstag, 18. April 2017

Am Heck finden sich weitere Bezüge. Die Heckleuchten verfügen über facettenreich geschliffenes Glas. ŠKODA erinnert damit an die Tradition der böhmischen Glasschliffkunst. Dieser Bezug ist eine Brücke zum aktuellen Superb, der mit zahlreichen Dreiecken das gleiche Thema aufnimmt, um auf seine Herkunft zu verweisen.

Auffällig ist, dass die ŠKODA-Studie Vision E auf eine B-Säule verzichtet. Gegenläufig öffnende Türen, einst ein Synonym für automobilen Luxus, unterstreichen den Komfortanspruch der Studie. Geöffnet sieht sie ausgesprochen einladend aus und geben en Blick auf den großzügigen Innenraum frei. Schon von außen fällt der Blick auf den flachen Fahrzeugboden und die vier Einzelsitze.

Sitze, die scheinbar schweben, weil sie seitlich an einem längs durch die Studie laufenden Träger hängen. Für Kenner ist dies ein Hinweis auf die Verwandtschaft der Studie Vision E mit dem Audi e-tron quattro concept. Beide Zukunftsmodelle basieren auf dem Modularen Elektrifizierungsbaukasten der Konzernmutter Volkswagen. Denn die Meister der Normierung haben sich längst auch des Themas Elektromobilität angenommen.

Dazu gehört, dass die kommenden Elektrofahrzeuge des Konzerns den für den Antrieb notwendigen Strom in Batterien im Fahrzeugboden speichern. Normierte Anschlüsse für Kühlung, Lüftung sowie den Transport der Energie und ein variables Baukastenlayout für die Anordnung der Elemente dokumentieren die Weitsicht des Konzerns. Denn das Ganze ist unabhängig davon, welche Batterietypen am Ende zum Einsatz kommen.

Im Fall der ŠKODA Studie Vision E sollt die Kapazität der Batterie eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern ermöglichen. Den Antrieb übernehmen zwei Elektromotoren mit einer Systemleistung von 225 kW. Das klingt ausgesprochen spannend, bleibt für den Moment noch Zukunftsmusik. Denn ausgerüstet mit der VR-Brille kommen zumindest bei mir keine echten Fahrgefühle auf.

Die virtuelle Reise macht Lust auf mehr!

Trotzdem nehme ich bei der Präsentation gerne auf dem virtuellen Fahrersitz Platz. ŠKODA spricht davon, dass die Studie automatisiertes Fahren der Stufe drei beherrscht. Dank einer aktiven Überwachung des Umfelds kann die Studie auf der Autobahn selbstständig das Fahren übernehmen. Das entspricht dem, was ich 2015 bei Audi mit Jack erfahren konnte.

Die Visualisierung der Simulation stellt das gut dar. Denn ich gleite durch eine Landschaft, die an die Voralpen erinnert. Die autonome Steuerung ermöglicht, mich im Auto umzusehen. Das Cockpit verfügt über großzügige Anzeigeelemente. Sie lassen sich mit einer Gestensteuerung virtuell bedienen. Als ich den Kopf hebe, erblicke ich einen Paragleiter, der über das gläserne Dach der Studie hinweggleitet.

Insgesamt vermittelt die Studie ŠKODA Vision E einen guten Eindruck davon, wie wir Zukunft reisen werden. Geschäftsreisen oder die Urlaubsfahrt verändern sich mit dem Fortschritt beim autonomen Fahren. Aus Fahrspaß, der heute gerade auf längeren Strecken in Frust umschlägt, wird Reiselust, die die Reisenden entspannter zum Ziel bringt. Durchaus verlockend, die Zukunft.

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