Fliegende Autos geistern seit Generationen durch die Köpfe von Zukunftsforschern. Der Gedanke ist verständlich: Wenn es auf der Straße zu eng wird, weicht man einfach in die dritte Dimension aus. Dort gibt es zwar andere Probleme. Aber immerhin versperrt dort erstmal niemand mit eingeschaltetem Warnblinker in zweiter Reihe den Weg.
Auch Elon Musk hat diesen Traum nicht erfunden. Der Tesla-Chef verbindet die Neuauflage seines Roadsters mit Düsenantrieb und kurzen Ausflügen in die Luft. Zwischen solchen Einlagen und dem alltäglichen Flug über den Berufsverkehr bleibt allerdings reichlich Platz für Entwicklungsarbeit. Nun will auch DeLorean abheben. Der Name bringt dafür zumindest eine gewisse filmische Vorbildung mit.
Vom Filmrequisit zum Rennfluggerät
Die neue DeLorean Motor Company kündigt den Einstieg in die Airspeeder International Series an. Eine Serie, in der mit Bruno Senna immerhin ein ehemaliger Formel 1-Pilot starten wird. Als DeLorean Airspeeder Team will die US-Mannschaft beim geplanten Saisonauftakt der Serie im November 2026 dabei sein. Veranstalter Airspeeder bezeichnet den Wettbewerb als weltweit erste Rennserie für elektrische Flugautos.
Wobei der Begriff Flugauto hier etwas großzügig ausgelegt werden darf. Geflogen wird mit elektrisch angetriebenen Senkrechtstartern, sogenannten eVTOLs. Die bewegen sich durch elektronisch definierte Kurse im dreidimensionalen Raum. Ein Fahrzeug, das morgens durch die Vororte rollt und bei stockendem Verkehr die Räder einzieht, um abzuheben, ist damit noch nicht angekündigt.

Für DeLorean passt das trotzdem gut ins Bild. Seit der Filmreihe „Zurück in die Zukunft“ dürfte die Zahl der Menschen, die einen DeLorean schon einmal fliegen sahen, deutlich größer sein als die Zahl jener, die tatsächlich in einem saßen. Diesen Bekanntheitsgrad will die heutige DeLorean Motor Company nun offenbar auch außerhalb des Kinos nutzen. Auch wenn der DeLorean DMC-12 damals vor allem zum Filmstar wurde, weil sein Erbauer 1982 pleite war.
Wieso DeLorean? Gibt es die noch?
Die heutige DeLorean Motor Company ist deshalb übrigens keine direkte Fortführung von John DeLoreans ursprünglicher Firma. Die heutige Nutzung des Namens geht auf den DeLorean-Spezialisten Stephen Wynne zurück, der 1995 in Texas ein gleichnamiges Unternehmen aufbaute und später verbliebene Teilebestände, Werkzeuge und technische Unterlagen der Originalfirma übernahm.
Die Verbindung zur Vergangenheit besteht damit vor allem aus Markenrechten und dem Geschäft mit den erhaltenen Autos. Der bekannte Name hat überlebt, das ursprüngliche Unternehmen nicht. Gleichwohl will das heutige Unternehmen in der Airspeeder International Series auf Dauer als Konstrukteur antreten. In der ersten Saison setzt das Team allerdings zunächst den Airspeeder Mk3C ein.
Für die Saison 2027/28 kündigt DeLorean eine umfassendere Zusammenarbeit mit studentischen Ingenieurteams amerikanischer Hochschulen an. Als Kooperationspartner nennt das Unternehmen unter anderem die University of California, die UC Berkeley und das Georgia Tech. Das passt zu der gesamten Pressemeldung. Denn auch wie das eigene Fluggerät tatsächlich aussehen wird, wer es steuert und wie das konkrete Rennprogramm ausfällt, soll erst noch vorgestellt werden.
Die Begründung für den Einstieg klingt jedoch vertraut: Der Wettbewerb soll die technische Entwicklung beschleunigen. Beim Automobil hat das häufig funktioniert. Ob sich dieses Prinzip auf elektrische Rennfluggeräte übertragen lässt, muss die Serie zeigen. Ein Rennbetrieb kann Technik unter Druck erproben. Fragen nach Zulassung, Sicherheit und Alltagstauglichkeit beantwortet er jedoch nicht automatisch.
Vorerst bekommt hier also vor allem ein bekannter Name ein neues Betätigungsfeld. Ob daraus mehr wird als eine passende Verbindung von Filmgeschichte und Zukunftsversprechen, werden die angekündigten Rennen zeigen.
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