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Alfa Romeo Tipo 33 Stradale zu verkaufen? Fast zu schön, um wahr zu sein!

Vor ein paar Tagen tauchte auf einer Webseite das Inserat eines Alfa Romeo Tipo 33 Stradale auf. Leider ohne Bilder, was die Beurteilung der Glaubwürdigkeit der Anzeige erschwert. Denn Zweifel sind beim Angebot eines Stradale einfach immer angebracht. Schließlich sind echte Fahrzeuge extrem rar und die Anzeige ist nicht geeignet, um Zweifel auszuräumen.

Alfa Romeo Tipo 33 Stradale aus dem Bestand des Alfa Romeo Museum, dem Museo Storico
Echte Stradale sind selten. Selbst das Fahrzeug in Alfa Romeo Museum, dem Museo Storico entstand erst Ende der 1970er-Jahre auf Basis eines gebrauchten Magnesium-Chassis. (Foto: Alfa Romeo)

Denn vom Mittelmotorsportwagen entstanden einst nur 18 Chassis. Vom Sommer 1967 bis zum März 1969 bekamen gerade einmal acht davon die wunderhübsche von Franco Scaglione gezeichnete Karosserie. Als Ableger eines Rennwagens verfügt der Alfa Romeo Tipo 33 Stradale über ein von der Karosserie vollständig trennbares Chassis. Daher nutzten Pininfarina, Bertone und Giugiaro/ItalDesign fünf der Chassis für den Bau von insgesamt sechs Konzeptfahrzeugen. So stand schon 1968 auf der Pariser Motorshow der Alfa Romeo Carabo. Auch dessen Karosserie stülpte der große Marcello Gandini über ein Chassis des Stradale.

Ein Jahr später folgte der von Giorgetto Giugiaro gestaltete Alfa Romeo Iguana diesem Beispiel. Den Schlusspunkt bildete 1976 der von Bertone in Genf ausgestellte Alfa Romeo Navajo. Dazwischen gab es noch den Alfa Romeo P33 Roadster, das Alfa Romeo 33/2 Coupé Speciale und den Alfa Romeo P33 Cuneo – alle standen auf einem Chassis des Stradale. Bei fünf weiteren Chassis, die die Carrozzeria Marazzi für Alfa Romeo fertigte, ist der Verbleib heute unklar. Als halbwegs gesichert gilt, dass diese fünf Chassis aus leichten Magnesium entstanden. Wo sie sind? Das weiß keiner (sicher)!

Und so ein Auto steht dann schnöde im Internet?

Nach der geplanten Homologation des Tipo 33 Stradale wollte Alfa Romeo die Chassis der Carrozzeria Marazzi im Motorsport einsetzen. Doch die für die Homologation notwendigen insgesamt 50 Exemplare entstanden nie. Alles zusammen, macht einen echten Stradale heute seltener als eine Blaue Mauritius. Das schreit nach einem Auftritt auf einer großen Oldtimer-Auktionen, klingt nach einer Versteigerung in Pebble Beach, bei der Retromobile Paris oder in Goodwood. Eine Online-Anzeige passt nicht zum Alfa Romeo Tipo 33 Stradale.

Alfa Romeo Tipo 33 Stradale
Frontansicht eines echten Alfa Romeo Tipo 33 Stradale – das Pressebild entstand 1967. (Foto: Alfa Romeo)

Zumal die Umstände der Anzeige schon verwundern. Denn der Verfasser der Anzeige veränderte diese kurz nach Publikation. Zunächst hieß es kompakt „Alfa Romeo Tipo 33 Stradale, selten, Preis auf Anfrage“. Aktuell verweist die Anzeige nur noch auf eine sogenannte „off market collection“ des Verkäufers. Doch auch dort steht nur noch schlicht „Available from private collectors: Alfa Romeo 33 Stradale“. Vertrauensvoll wirkt das alles nicht. Niemand kann auf dieser Basis beurteilen, ob hier tatsächlich ein echter Stradale im Angebot ist.

Helfen würde die Dokumentation der Herkunft. 1967 kostete der Sportwagen satte 9,75 Millionen Lire. Womit der Stradale damals zu den teuersten verfügbaren Autos gehörte. Einen Lamborghini Miura gab es zur gleichen Zeit für 7,7 Millionen Lire. Beides zu einer Zeit, als das italienische Durchschnittseinkommen gerade einmal bei 150.000 Lire lag! Entsprechend exklusiv gestaltete sich der Kundenkreis. Zu den Kunden gehörten Promis wie der Ski-Olympiasieger Jean-Claude Killy oder der Schah von Persien. Im Spielfilm „Un bellissimo Novembre“ raubte der Sportwagen Gina Lollobrigida die Show.

Was könnte ein Alfa Romeo Tipo 33 Stradale heute kosten?

Im Laufe der Zeit verloren sich die Spuren der meisten Fahrzeuge. Der Prototyp, der auch im Film zum Einsatz kam, stand zeitweise in einer privaten Abarth-Sammlung in Japan. Inzwischen ist das Fahrzeug nicht mehr Teil dieser Ausstellung. Bei den anderen Alfa Romeo Tipo 33 Stradale ist der Verbleib (und di Herkunft) oft ähnlich unklar. Denn inzwischen „ergänzen“ Nachbauten den Markt. Selbst das Fahrzeug in Alfa Romeo Museum, dem Museo Storico entstand erst Ende der 1970er-Jahre auf Basis eines gebrauchten Magnesium-Chassis.

Pressefoto des Alfa Romeo Tipo 33 Stradale
Noch ein Pressefoto des Alfa Romeo Tipo 33 Stradale (Foto: Alfa Romeo)

Meldungen (oder sagen wir Vermutungen) orten die anderen Fahrzeuge in Belgien, Frankreich, Italien, Deutschland, Neuseeland und den USA. In Großbritannien war bisher kein Fahrzeug bekannt. Insofern bin ich gespannt, ob wir von diesem Angebot in Zukunft noch etwas mehr hören. Denn wenn es sich tatsächlich um einen echten Alfa Romeo Tipo 33 Stradale handelt, dann werden sicher die großen Auktionshäuser sofort um den Auftrag zur Versteigerung buhlen. Schließlich könnte ein Stradale bei einer Auktion mehr als 15 Millionen Euro einbringen. Wenn er denn echt ist!


Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Echte Stradale sind selten. Selbst das Fahrzeug in Alfa Romeo Museum, dem Museo Storico entstand erst Ende der 1970er-Jahre auf Basis eines gebrauchten Magnesium-Chassis.

Foto: Alfa Romeo

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Als Kind der 1970er-Jahre hatte Tom das große Vergnügen, in einem ausgesprochen automobilen Umfeld aufzuwachsen. Das war der optimale Nährboden, um heute über Autos zu schreiben und regelmäßig am Mikrofon über Autos zu sprechen. Denn Tom Schwede moderiert seit 2010 bei großen Oldtimer- und Klassik-Veranstaltungen in Deutschland. So ist Tom unter anderem bei den Classic Days (früher Schloß Dyck, heute in Düsseldorf) oder dem 1.000 Kilometer-Rennen am Nürburgring zu hören. Wenn Sie also einen Moderator oder Streckensprecher für Ihre Oldtimer-Rallye oder Ihr Oldtimer-Treffen suchen, dann sind Sie bei Tom definitiv richtig!

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