
Die Südschleife war so etwas wie die kleine Schwester der Nordschleife. Wo das mit „klein“ so eine Sache ist. Denn mit einer Streckenlänge von 7,747 Kilometern war auch die Südschleife eine stolze Rennstrecke. Zudem glänzte sie mit Gefälle von bis zu 11 Prozent und Steigungen bis 16 Prozent. Höhepunkt des Rennjahrs auf der Südschleife war bis 1968 das Eifelrennen. Denn von 1928 bis 1931 und von 1958 bis 1968 fand dieses Traditionsrennen am Nürburgring auf der Südschleife statt.
Als 1970/71 die Sicherheit des Nürburgrings verbessert wurde, verzichteten die Verantwortlichen darauf, auch die Südschleife zu modernisieren. Damit war der Sicherheitsstandard der Südschleife niedriger. Mitte der 1970er-Jahre lief die Streckenhomologation der Südschleife aus. Der Rennbetrieb konzentrierte sich auf die Nordschleife. Manchmal wurde sogar nur auf der 2,3 Kilometer langen Betonschleife gerannt.
Beim Bau der heutigen Grand-Prix-Rennstrecke bezogen die Planer die Südschleife in die kaum mit ein. Stattdessen wurde aus dem einem Teil des Asphaltbands der ehemaligen Südschleife eine Kreisstraße. Sie verbindet die Parkplätze des Nürburgrings mit der Gemeinde Müllenbach, die im Süden des Nürburgrings liegt. Weitere Streckenabschnitte sind heute Zufahrtsstraßen, die die Besucher des Nürburgrings zu den Platzplätzen und den Camping-Plätzen im Bereich der Grand-Prix-Strecke nutzen.
Bei der Rallye Köln Ahrweiler unterbricht die Südschleife einmal im Jahr ihren Dornröschen-Schaf
Nur einmal im Jahr, bei der Rallye Köln Ahrweiler findet auf den erhaltenen Streckenteilen der Südschleife noch Motorsport statt. Die Verantwortlichen der Scuderia Augustusburg Brühl e. V. im ADAC stecken hier traditionell einen Rundkurs ab. Zwei Wertungsprüfungen finden auf dieser „Strecke“ statt. In diesem Jahr sind das die Wertungsprüfungen sieben und elf. Wobei die Teilnehmer diesen Rundkurs jeweils zweieinhalb mal durchfahren.
Das sorgt dafür, dass es auf der Strecke regelmäßig Überholmanöver gibt. Und maximiert den Spaß für die Teilnehmer, weil sie die teilnehmenden Autos von den Zuschauerplätzen am Rand der ehemaligen Südschleife viermal sehen können. Mein Vergnügen dabei ist, dass ich den Zuschauern wie schon in den Vorjahren oben an den Parkplätzen des Nürburgrings einen Eindruck vom Rallye-Geschehen vermitteln darf.
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